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Labels und Etiketten

Übung zur Stereotypisierung von Personen und deren Folgen für das Verhalten der Betroffenen.

Kategorien

Konflikte & ihre Bearbeitung

Zielgruppe

Jugendliche und Erwachsene

Gruppengröße

20 bis 30 Personen

Dauer

Ca. 45 Minuten.

Ziele

  • Den Zusammenhang zwischen an uns gestellte Erwartungen und unserem entsprechenden Verhalten zu erkunden.
  • Ein Bewusstsein für die Wirkung unseres eigenen Verhaltens auf andere zu entwickeln.
  • Eine Diskussion über die Effekte der Stereotypisierung anderer Menschen zu beginnen.

Rahmenbedingungen

Ein ausreichend großer Seminarraum.

Vorbereitung

Für jede teilnehmende Person weiße selbstklebende Etiketten (ca. 5 cm x 2 cm). Auf jedes Etikett soll eine Charaktereigenschaft geschrieben werden, wie z.B. "verantwortungslos", "lustig", "schlau", "ungeschickt", "intelligent" usw.

Es muss über eine Aufgabe, die die Gruppe ausführen soll entschieden werden, zum Beispiel die Planung eines Festes, die Möbel neu anzuordnen, darüber zu entscheiden, ob eine berühmte Popgruppe in der Kleinstadt auftreten soll.

Ablauf

Jede/-r Teilnehmer/-in bekommt ein Etikett auf die Stirn geklebt, er/sie darf aber nicht erfahren, welche Charaktereigenschaft auf diesem Etikett steht.

Der Gruppe wird die Aufgabe erklärt. Es wird ihnen dabei klar gemacht, dass die Teilnehmenden sich gegenseitig nach den ihnen auf der Stirn stehenden Charaktereigenschaften behandeln sollen. Wenn beispielsweise ein/-e Teilnehmer/-in als faul charakterisiert ist, behandeln die anderen ihn/sie so, als wüssten sie, dass dieser immer sehr faul ist. Aber die Beteiligten sollten dabei darauf achten, niemals das Wort „faul“ zu benutzen. Außerdem darf natürlich den anderen Teilnehmer(inne)n nicht erzählt werden, was ihnen „auf die Stirn geschrieben“ wurde.

Die Teilnehmenden sollen versuchen, die Aufgaben zu erfüllen.

Am Ende des Spielablaufs raten die Beteiligten, was auf ihrem Etikett geschrieben steht.

Material

  • Selbstklebende Etiketten
  • Stifte

Auswertung

Es ist sehr wichtig darauf zu achten, dass jede/-r Teilnehmer/-in in der Enddiskussion zu Wort kommt. Am besten ist es, die Diskussion mit der Frage zu eröffnen, ob jede/-r erraten konnte, welche Charaktereigenschaft ihm/ihr zugeschrieben war. Danach soll auf die weiteren Aspekte des Spiels eingegangen werden.

  • Wie hat sich jede/-r Spieler/-in während der Aktivität gefühlt?
  • War es schwer, die anderen nach den Charaktereigenschaften zu behandeln?
  • Fing jemand an, sich entsprechend der ihm/ihr zugeschriebenen Charaktereigenschaft zu verhalten?
  • Welche Art von Stereotypen schreiben wir im realen Leben Personen zu?
  • Welche Effekte hat das auf diese Personen und auf unser Denken über diese Personen?
  • Welche der benutzten Stereotypen werden im realen Leben bestimmten Personengruppen zugeschrieben? Welchen?
  • Sind diese passend?

Hinweise

Das Erraten der Eigenschaften ist nicht das Hauptziel des Spiels.

Tipps für die Spielleitung
Die Spielleitung sollte darauf achten, welche Charaktereigen­schaften den einzelnen Personen zugeordnet werden. Wenn zum Beispiel ein/-e Mitspieler/-in von einigen anderen Mitspieler(inne)n als faul angesehen wird, sollte er/sie nicht die Charakter­eigenschaft „faul“ erhalten. Das Ziel des Spiels ist nicht, persönliche Meinungen einzelner Gruppenmitglieder über andere Gruppenmitglieder an die Öffentlichkeit zu bringen, da dieses Spiel nicht den richtigen Rahmen bietet, um Gruppendifferenzen auszutragen.

Achtung: Das Spiel kann sehr emotionsgeladen sein!!!

Quelle

Kumpf, S., Durstewitz, C.: Servicepaket Klischees; Stereotypen; Vorurteile. Zweiter Teil des Readers zum Modellseminar „Du deutsch“. Koblenz 1997. (Teil 1: Servicepaket Geschichte von P. Heinze, M. Gundelach, H. Kästner. Erfurt; Teil 3: Servicepaket Identität von Y. Mallmann, S. Schilz. Koblenz)