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Memory

Übung zu Sprachanimation und Spracherwerb

Kategorien

Kommunikation & Sprache

Zielgruppe

Für binationale Gruppen.

Gruppengröße

Ab 8 Personen. Gearbeitet wird in binationalen Kleingruppen à 4 bis 8 Personen.

Dauer

Je nach Variante 15-30 Minuten.

Ziele

Sprachanimation und Spracherwerb

Rahmenbedingungen

Gruppenraum in ausreichender Größe.

Vorbereitung

Die Memory-Karten müssen vorab in ausreichender Anzahl vorbereitet werden.

Ablauf

Memory ist ein Kartenspiel, bei dem durch Aufdecken zwei zusammengehörige Karten gefunden werden sollen, zum Beispiel ein Bild und das dazugehörige Wort. Die Lernziele bestimmen sich aus dem ausgewählten Inhalt der Karten.

Vor Beginn des eigentlichen Spiels sollte die Gruppe Gelegenheit und Zeit haben, sich die Karten anzusehen und die passenden Karten offen zuzuordnen. Dann werden die Karten gemischt und mit der Bild- bzw. Textseite (mit Ausdrücken in beiden Sprachen) nach unten zu einem Quadrat oder Rechteck ausgelegt.

Gespielt wird in binationalen Vierer- bis Achtergruppen, dementsprechend sollte der/die Spielleiter/-in die notwendige Anzahl von Kartensets bereitstellen.

Der Reihe nach dreht jede/-r Mitspieler/-in zwei beliebige Karten um. Passt die aufgedeckte zum Beispiel Wortkarte zu der aufgedeckten Bildkarte, so bekommt er/sie dieses Paar und darf noch einmal zwei Karten umdrehen. Passen die beiden Karten nicht zusammen, so dreht er/sie sie wieder um und der/die nächste Spieler/-in ist dran. Gewonnen hat derjenige/diejenige, der/die die meisten Paare hat.

Material

  • Der Gruppenstärke angepasste Anzahl von Kartensets
  • Eventuell Notizheft

Zur Herstellung von Memory-Spielen
Die Memory-Karten können aus festem Papier oder besser aus Karton sein. Die aufgedeckten Karten müssen für alle Mitspieler/-innen gut erkennbar sein. Deshalb bei großen Gruppen ein großes Format für die Karten wählen (8 x 8 cm). Die beiden Typen von Karten (zum Beispiel Wort- und Bildkarten) müssen auch von der Rückseite als unterschiedlich erkennbar sein. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die Bildkarten bestehen aus rotem Karton und die Wortkarten aus grünem; Bild- und Wortkarten tragen auf der Rückseite unterschiedliche Symbole.

Eine deutsch-polnische Version eines zweisprachigen Memory-Spiels finden Sie unten als Download (Herausgeber: Deutsch-Polnisches Jugendwerk).

Auswertung

Keine, es sei denn im Rahmen einer Gesamtauswertung.

Varianten

Dieses Spiel lässt sich mit vielen Inhalten füllen. In Frage kommen alle grammatikalischen und inhaltlichen Abhängigkeiten oder Entsprechungen:

  • Bild und Wort
  • Zahl und Wort
  • Uhrzeit (Zahl und Wort)
  • Zahl und Zahl (8+4, =12)
  • Gegensätze (Wort und Wort)
  • Zusammengehöriges (Bild oder Wort, "Messer, Gabel")
  • Artikel und Nomen

Hintergrund

In vielen internationalen Jugendbegegnungen kennen die Teilnehmer/-innen die Partnersprache nicht oder nur wenig, so dass die Verständigung schwierig ist, will man sich nicht von vornherein auf Englisch oder Deutsch beschränken. Es stärkt aber das Gruppenklima und das Selbstgefühl, wenigstens einige Worte oder Sätze in der Partnersprache äußern zu können bzw. es schafft einen anderen Zugang zur Sprache, Gelerntes ohne „Leistungsdruck“ anwenden zu können. Daher wird die so genannte „Sprachanimation“ eingesetzt, um Hemmungen zu nehmen, für die fremde Sprache zu sensibilisieren und den Spracherwerb zu fördern.

Quelle

Sprachanimation in deutsch-französischen Jugendbegegnungen. Redaktion und Übersetzung: Fabienne Bailly, Bettina Offermann in Zusammenarbeit mit Isabelle Damay, Ullrich Nalbach und dem Referat "Interkulturelle Ausbildung" des Deutsch-Französischen Jugendwerks. DFJW 2000.

Weitere Übungen und Informationen finden Sie unter http://www.dfjw.org/paed/langue/aniling.html.