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Bei den Derdianen

Simulationsspiel, Übung zum interkulturellen Lernen

Kategorien

Train the Trainer

Zielgruppe

Jugendliche ab etwa 14 Jahren, Erwachsene

Gruppengröße

mindestens 12 Teilnehmer/-innen

Dauer

Etwa 2 Stunden

Ziele

  • Normen einer fremden Kultur entschlüsseln.
  • Sich in eine fremde Kultur einfinden.
  • Die Wirkungen der Begegnung mit einer fremden Kultur analysieren.

Rahmenbedingungen

Zwei Seminarräume

Vorbereitung

Außer Materialbereitstellung keine.

Ablauf

Aus der Gruppe melden sich je nach Gesamtgröße 4-8 Personen, die eine Gruppe  von Ingenieur(inn)en bilden, die den „Derdianen“ (einem Volk in der so genannten „3. Welt“) den Bau von Brücken beibringen soll. Sie erhalten die Spielanleitung für das „Team der internationalen Experten(inn)en“.
 
Bei einer großen Gruppe werden noch 3-4 Beobachter/-innen gesucht, die beide Gruppen beobachten. Der Rest der Gruppe spielt die Derdianen. Sie erhalten die Spielanleitung für „Derdianen“. Auf die Einhaltung der Zeitvorgaben ist genau zu achten!

Material

  • Papier
  • Klebstoff
  • Schere
  • Lineal
  • Bleistift
  • Spielanleitungen (siehe Download)

Auswertung

Nach der Durchführung des Spiels werden im Gesamtplenum die erlebten Gefühle und Erfahrungen ausgewertet.

Leitfragen für die Auswertung:

  • War es schwierig, in die jeweilige Rolle zu finden?
  • Welche Gefühle lösten die einzelnen Rollen aus?
  • Wie ging die Gruppe der Ingenieure/Ingenieurinnen mit dem Zeitdruck um?
  • Wie gelang es den Ingenieure/Ingenieurinnen, die andere Kultur zu entschlüsseln?
  • Lassen sich diese Erfahrungen auf das Zusammenleben mit anderen Kulturen übertragen? Gegebenenfalls mit welchen Konsequenzen?

... und weitere Fragen, die Ihnen besonders wichtig sind.

Varianten

Ein ähnliches Spiel mit dem Titel „Delta trifft Karo“, das speziell für die Vorbereitung von Workcampleiter/-innen entwickelt wurde, ist bei der Bildungs-AG des Service Civil International, kurz SCI (http://www.sci-d.de) erhältlich.

Hintergrund

Bei Schulungen für Betreuer/-innen von internationalen Jugendbegegnungen (im nationalen Rahmen) stellt sich oft das Problem, wie Sie Ihre Kursteilnehmer/-innen – sozusagen mit einer „Trockenschwimmübung“ – dennoch möglichst praxisnah auf das Zusammentreffen mit Menschen aus anderen Kulturen vorbereiten. (Wenn Sie in der glücklichen Lage sind, solche Schulungen mit internationaler Beteiligung durchzuführen, können Sie diesen Inhalt „live“ einbringen ... dennoch ist der hier geschilderte Ansatz auch dafür interessant!).

Im Wesentlichen geht es darum, Stichworte (wie zum Beispiel Enkulturation, Ethnozentrismus, kulturelle Norm usw.) „mit Leben zu füllen“ und den Umgang damit praktisch zu üben.

Dafür bietet sich die Methode des Simulationsspiels an, mit der in der Regel am Beispiel des Aufeinandertreffens von „Phantasie-Kulturen“ Mechanismen eines solchen Prozesses verdeutlicht werden können. Der besondere Effekt liegt unter anderem darin, dass dieses „Aufeinandertreffen“ auch emotional erlebt werden kann.

Zu viel dürfen Sie von dieser Laborsituation der internationalen Begegnung allerdings auch nicht erwarten ... es ist eben doch „nur“ eine Simulation – und die Realität der eigentlichen Begegnung mit Menschen aus realen Kulturen findet nicht statt. Als Kurseinheit in Schulungen jedoch ist ein (gut angeleitetes!) Simulationsspiel allemal geeignet.

Quelle

Müller, Werner (Hrsg.): Praxishandbuch Kinder- und Jugendfreizeiten, Band 2, Kapitel 8.3. Landsberg am Lech 1997. Das Handbuch wird ständig aktualisiert. Der Bezugspreis beinhaltet das ca. 500-seitige Grundwerk inklusive neuester Aktualisierungslieferung im DIN A5-Arbeitsordner. Es kann bei transfer e.V. (E-Mail: service(at)transfer-ev.de) unter der Bestellnummer KJ 058 bestellt werden.