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Spielsalon der Begegnung oder „Interkulturelles Mau Mau“

Spielerischer Einstieg in das interkulturelle Lernen (Auseinandersetzung mit den Themen Werte, Normen und Kulturunterschiede)

Kategorien

Konflikte & ihre Bearbeitung

Zielgruppe

Kinder, Jugendliche und Erwachsene

Gruppengröße

24 Spieler/-innen plus Beobachter/-innen

Dauer

Ca. 90 Minuten

Ziele

  • Den Mitspieler(inne)n einen spielerischen Einstieg in das Thema interkulturelle Begegnungen ermögliche.
  • Verständnis für interkulturelle Erfahrung (in mononationalen Gruppen) wecken.
  • Simulation der Dynamik von Gruppenprozessen in fremden Situationen.
  • Den persönlichen Umgang mit Irritationen bewusst machen, um Handlungsstrategien entwickeln zu können.

Rahmenbedingungen

Ein ausreichend großer Raum, in dem Tische und Stühle mit genügend Abstand in „Sitzgruppen“ aufgestellt werden können.

Vorbereitung

Die Spielregeln müssen in ausreichender Zahl kopiert werden.

Ablauf

Der Spielablauf findet in vier Phasen statt:

  • Einführung
  • Spielphase
  • Auswertung
  • Transfer

Vorweg: Der Titel und die Einführung des Spiels dürfen nichts über die Regeln, Tücken und den Sinn verraten, weil das die Spieler/-innen zu Vorsicht und Grübeln verleitet statt zu leidenschaftlichem Einsatz.

Einführung
Der/die Moderator/-in des Spiels liest die Einleitung vor (siehe Download)

Vorsicht: Falls Teilnehmer/-innen fragen, ob denn an allen Tischen die gleichen Regeln gelten, müssen wir notgedrungen lügen: „Ja, es gelten überall die gleichen Regeln, es geht um das Reisen und die Begegnung, das Treffen von immer wieder neuen Leuten....“

Spielphase
Zunächst werden Vierergruppen und Paare gebildet. Dies kann z.B. durch die Verteilung von verschiedenfarbigen Zetteln erfolgen (pro Spielendem ein Zettel, eine Farbe pro Tisch – also jeweils 4 Zettel der gleichen Farbe). Kennzeichnet man jeweils zwei Zettel der gleichen Farbe mit denselben Symbolen, finden sich so gleichzeitig die Paare, die während des Spiels zusammenbleiben. Nachdem die Regeln verteilt wurden, haben die Spieler/-innen ca. 10 Minuten Zeit, diese einzuüben. Danach werden die Regeln eingesammelt, und ab jetzt darf niemand mehr reden.

Was die TN nicht wissen, ist dass an jedem Tisch andere Regeln gelten. (siehe Download)

Das Spiel beginnt. Jedes gewonnene Spiel zählt einen Punkt. Sobald eine/-r gewonnen hat, geht der Punkt an das Siegerpaar.

Nach ca. 5 Minuten Spielzeit fragt der/die Moderator/-in nach dem Punktestand. Die Siegerpaare der einzelnen Tische ziehen nun jeweils einen Tisch weiter. Dieser Vorgang wird weitere dreimal wiederholt.

In den Spielphasen nach dem jeweiligen Wechsel werden mit großer Wahrscheinlichkeit Konflikte um die Regeln auftreten.

Vorsicht: Falls sich eine Gruppe nicht entscheiden kann, wer das Siegerteam ist, muss die Spielleitung recht schnell und vielleicht willkürlich und rigoros entscheiden. Denn an dieser Stelle können wir lange öffentliche Debatten über Regeln nicht gebrauchen.

Nach ca. 25 Minuten ist die Spielphase beendet. Dies wird von dem/der Moderator/-in verkündet (siehe Download).

Material

  • Trennwände (zum Abtrennen der Spieltische)
  • 6 Skat-Kartenspiele (eines pro Tisch)
  • Kopien der verschiedenen Regeln (siehe Download)
  • Stifte und Zettel (zum Aufschreiben des Punkte­stands)

Auswertung

Die Auswertung des Spielsalons erfolgt durch folgende Fragen, die den Teilnehmenden im anschließenden Plenum gestellt werden:

  • Was war ätzend?
  • Was war klasse?
  • Was waren eure Reflexe auf verschiedene Situationen?
  • Was waren ab dem 2. oder 3. Durchgang eure Strategien, euer überlegtes Handeln, um zu irgendeinem sinnvollen Ergebnis zu kommen?

Die Antworten der Teilneher/-innen werden in Stichworten auf Karten notiert und an die vorbereiteten Stellwände unter die jeweilige Fragestellung gepinnt. Es ist sinnvoll, die Auswertung mit zwei Personen anzuleiten. So kann sich eine auf die Moderation konzentrieren und die zweite die Aussagen der Teilnehmenden aufnehmen.

Transfer
Anhand der Erfahrungen und Handlungsstrategien kann eine konkrete Übertragung auf die „Tücken“ internationaler Begegnungen erfolgen:

  • Was kann in internationalen Begegnungen ähnlich ablaufen?
  • Welche von den genannten Erfahrungen, Reflexen, Strategien lassen sich auch finden, wenn Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen zum ersten Mal aufeinander treffen?
  • Welche Strategien nützen der Verständigung und Begegnung?
  • Was kann ich als Leiter/-in tun, um meinen Teilnehmer/-innen einen aktiven und reflektierten Umgang mit solchen Erfahrungen zu vermitteln und ihnen produktive Strategien zu ermöglichen?
  • Wie passen die ersten Reflexe zu den Zielen einer internationalen Begegnung?

Varianten

Die Spielregeln können abgewandelt werden.

Hintergrund

Spielerischer Einstieg in das interkulturelle Lernen (Auseinandersetzung mit den Themen Werte, Normen und Kulturunterschiede)

Quelle

transfer e.V. (Hrsg.): Reader zu dem trägerübergreifenden Grundkurs für Leiter/innen der internationalen Jugendbegegnung. Köln 2000.

Müller, Werner (Hrsg.): Praxishandbuch Kinder- und Jugendfreizeiten, Band 2, Kapitel 8.1.1. Landsberg am Lech 1997.