FINNLAND

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Helsinki.
Helsinki.Bild: © Nici Heuke / fotolia.com

Der Text gliedert sich in die vier Kapitel: 

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Allgemeine länderkundliche Informationen - Finnland

Relevante Links, die einen Überblick über Land und Leute geben:

Grunddaten

Einwohner: 5 477 354 (Stand 04/2015)

Hauptstadt: Helsinki 
           andere größere Städte: Espoo, Tampere, Vantaa, Turku, Oulu

Amtssprachen: Finnisch, Schwedisch (Minderheitensprache in Teilen Nordfinnlands: Saami

Bruttoinlandsprodukt je Einwohner: 37 351 (2014)

Alterstruktur (Stand 2009)
Altersgruppeabsolute ZahlProzent
0-4 Jahre295 0025,5 %
5-9 Jahre286 8185,4 %
10-14 Jahre309 3425,8 %
15-19 Jahre333 1776,3 %
20-24 Jahre325 4406,1 %
25-29 Jahre340 4166,4 %
30-34 Jahre334 0756,3 %

Ende 2014 waren 16,4 % der Bevölkerung Finnlands unter 15 Jahre alt und 14,4 % 65 Jahre und älter. Wie in anderen europäischen Ländern auch hat sich der Anteil der über 65-Jährigen damit seit den 1950er Jahren mehr als verdoppelt, während der Anteil der unter 15-Jährigen auf das niedrigste Niveau seit 50 Jahren sank.

Bevölkerungszuwachs: 0,5% (2013)

Lebenserwartung: Frauen: 84,1 Jahre; Männer: 78 Jahre (Stand 2013)

Staatsform: Parlamentarische Demokratie mit Elementen einer Präsidialdemokratie 

Verwaltungsstruktur: fünf Provinzen und die Åland-Inseln, die einen autonomen Provinzstatus haben; 415 Gemeinden

Staatsoberhaupt: Präsident der Republik Finnland, Sauli Niinistö (Nationale Koalition), seit 1. März 2012

Regierungschef: Ministerpräsident: Juha Sipilä (seit 19. April 2015)

Religion: Lutheraner 75,3 %; Griechisch-Orthodoxe 1,1%; Andere 1,5% und Konfessionslose 22,1 %; (2013)

Sonstige Daten
- Inflationsrate: 1,0 % (2014) 
- Arbeitslosenquote: 8,8 % (2014), 15-24-Jährige: 20,7 % (2014)

Internationale Mitgliedschaften: Nordischer Rat (1952), Vereinte Nationen und deren Unterorganisationen (1955), OSZE (1973), OECD (1969), Europarat (1989), Ostseerat (1992), Euroarktischer Barentssee-Rat (1993), EU (1995), WTO (1995), Arktischer Rat (1996)

(Quellen:, Weltbank Auswärtiges AmtCIA – The World FactbookEurostatTilastokeskus - Finnisches Amt für StatistikWikipedia, Weltbank)

Kinder- und Jugendpolitik - Grundlagen und Strukturen - Finnland

Hier gibt's Infos zu den Grundlagen und Strukturen der Kinder- und Jugendpolitik in Finnland. Mehr lesen unter

Relevante Gesetze

Ein Mann trägt zwei Paragrafen.
Ein Mann trägt zwei Paragrafen.Bild: geralt / pixabay.com

Jugendarbeitsgesetz (1993)
Dieses Gesetz regelt die Arbeitsbedingungen für Jugendliche unter 18 Jahren. Danach darf ein/-e Jugendliche/-r ab dem Alter von 15 Jahren Vollzeit arbeiten, vorausgesetzt er bzw. sie hat die 9-jährige Gesamtschule abgeschlossen. Ab einem Alter von 14 darf man mit Einverständnis der Eltern und außerhalb der Schulzeiten leichten, stundenweisen Arbeiten nachgehen. Des Weiteren regelt das Gesetz die Arbeitszeit sowie besondere Sicherheits- und Gesundheitsvorgaben für jugendliche Arbeitnehmer/-innen.

Das finnische Recht kennt kein mit dem deutschen Jugendschutzgesetz vergleichbares Gesetz. Auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen bezogene Bestimmungen finden sich stattdessen in mehreren Gesetzen wieder. Die wichtigsten diesbezüglichen Gesetze neben dem oben genannten und dem Kinderhilfegesetz (siehe unten) sind:

  • das Alkoholgesetz,
  • das Gesetz über Maßnahmen zur Reduzierung des Rauchens,
  • die Verordnung über alkoholische Getränke und hochprozentigen Alkohol,
  • die Verordnung über Beherbergungsbetriebe und Gaststätten. 

Gesetz über die Jugendarbeit (2006) 
Das erste finnische Gesetz über die Jugendarbeit verabschiedete das Parlament 1972. Seitdem wurde es etwa alle zehn Jahre erneuert (1986, 1995, 2006). Das neueste Gesetz trat am 1. März 2006 in Kraft. In ihm werden die Ziele und Werte der Jugendarbeit und Jugendpolitik präzisiert. Darüber hinaus wird der Begriff der Jugendarbeit erweitert: Jugendarbeit umfasst nun nicht mehr allein die Förderung der aktiven Bürgerschaft und der sozialen Integration junger Menschen bis 29 Jahre, sondern auch die Förderung ihres Aufwachsens und ihrer Unabhängigkeit sowie den Dialog zwischen den Generationen. 

Als Leitlinien für die Umsetzung des Gesetzes werden folgende Punkte festgelegt: Gemeinschaftlichkeit und soziale Verantwortung, Gleichheit und Gleichberechtigung, multikulturelle Gesellschaft und Internationalität, gesunde Lebensführung sowie Respekt gegenüber der Umwelt und dem Leben. 

Das Gesetz sieht des Weiteren die Einführung eines Programms zur Entwicklung der Jugendpolitik vor, das alle vier Jahre aufgelegt werden soll. Es soll überregionale jugendpolitische Ziele sowie Umrisse für die jugendpolitische Programmarbeit der Provinzen und Kommunen enthalten (siehe zum aktuellen Programm das Kapitel „Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte“).

Auch die Jugendarbeit und -politik der Kommunen wird in dem neuen Gesetz präziser als bisher festgelegt und als zweckgerichtete Basisdienstleistung definiert, über deren Umsetzung die Kommunen selbstständig entscheiden. Darüber hinaus betont das Gesetz die Bedeutung der regionalen und berufsübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den Kommunen.

Ein besonderer Fokus des neuen Jugendgesetzes liegt auf der Jugendpartizipation. Es legt fest, dass Jugendliche das Recht haben, an Verhandlungen über Fragen im Zusammenhang mit lokaler und regionaler Jugendarbeit und -politik teilzunehmen und dass sie bei sie betreffenden Angelegenheiten zu beteiligen sind. Dies stellt eine neue Herausforderung für die Kommunen dar, wird aber als ein wichtiger Bestandteil der Demokratieerziehung von Kindern und Jugendlichen gesehen.

Ergänzt wird das Jugendgesetz durch eine Regierungsverordnung. Sie enthält unter anderem die wichtigsten Erlasse über die Erstellung und Umsetzung des Entwicklungsprogramms für die Jugendarbeit, über die Zuwendungssysteme für Jugendorganisationen und die Bewilligung von Betriebs- und Investitionsbeihilfen für staatliche Jugendzentren. 

Kinderhilfegesetz (2008) 
Dieses Gesetz ersetzt das Kinderhilfegesetz von 1983, das nur einen Rahmen für die staatliche Kinderhilfe vorgab. Nach dem Gesetz gilt jede Person unter 18 Jahren als Kind und hat Anspruch auch ein sicheres und stimulierendes Umfeld und eine harmonische Entwicklung. Hierbei gab es im Vergleich zum alten Gesetz keine Veränderungen. Des Weiteren bestimmt das Gesetz sehr präzise die staatlichen Träger der Kinderhilfe als Verantwortliche für den Kindesschutz und regelt recht detailliert deren Aufgaben, Finanzierung etc. Darüber hinaus werden mit dem Gesetz neue staatliche Verpflichtungen sowie neue Methoden und Praktiken in die Kinderhilfearbeit eingeführt und die Bedeutung der Zusammenarbeit der verschiedenen kommunalen Behörden betont.

Als wichtiger Schwerpunkt der Kinderhilfe neben dem Kindesschutz und Kindeswohl wird die Partizipation von Kindern und Jugendlichen hervorgehoben. In einem ganzen Kapitel und mehreren neuen Abschnitten werden die Anhörungs- und Einflussrechte von Kindern bei sie betreffenden Verfahren definiert. Des Weiteren werden die Sozialarbeiter/-innen verpflichtet, immer direkt mit dem Kind zusammenzuarbeiten, um dessen Ansichten und Interessen angemessen vertreten zu können. Die Verpflichtung zur Beteiligung von Kindern im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe ist nicht neu, sondern war bereits Bestandteil des Gesetzes von 1983. Mit dem neuen Gesetz erhält sie aber verstärkte Bedeutung.

Das neue Kinderhilfegesetz legt darüber hinaus fest, dass die Gemeinden lokale Dienste für alle bedürftigen Kinder und deren Familien sicherzustellen haben. Dies bezieht sich beispielsweise auf finanzielle Unterstützung, Unterkünfte, Freizeitaktivitäten oder Beratungsangebote. So sind die Gemeinden verpflichtet, einen detaillierten Plan aufzustellen, in dem festgelegt ist, wie sie ihre Leistungen im Bereich der Kinderhilfe und des Kinderschutzes organisieren, überwachen und weiterentwickeln wollen. Diese Pläne müssen alle vier Jahre überarbeitet werden.

Weitere rechtliche Regelungen (Auswahl)

  • Alle Eltern haben ein Anrecht auf Tagesbetreuung für Kinder unter drei Jahren. Sie können ihr Kind entweder in eine Kindertagesstätte der Gemeinde geben oder das Kind zu Hause betreuen. In letzterem Fall erhalten sie dann ein Kinderpflegegeld. Seit 1996 verfügen auch alle Eltern von Kindern, die älter als drei Jahre sind und noch nicht zur Schule gehen, über ein Recht auf eine Tagesbetreuung durch die Gemeinde. 
  • Jede werdende Mutter, die in Finnland gemeldet ist und deren Schwangerschaft mindestens 154 Tage andauert, hat Anrecht auf einen einmaligen Zuschuss vom Staat. Sie kann zwischen einer Einmalzahlung oder einem Mutterschaftspaket mit Artikeln zur Kinderpflege wählen. 
  • Gesetz über Kindergeld von 1992: Kindergeld wird für jedes Kind unter 17 Jahren gezahlt. Die Höhe des Kindergelds hängt von der Zahl der Kinder ab und soll etwa die Hälfte der Kosten, die durch das Kind entstehen, abdecken. Alleinerziehende erhalten pro Kind einen höheren Satz. 
  • 2004 trat das Gesetz über die Verwendung des Ertrags aus der Geldlotterie und Lotto- und Totospielen in Kraft. Die Mittel für Jugendarbeit sind dadurch um 37% gestiegen.
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Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

Kindes- und Jugendbegriff 

  • Kind (nach dem Kinderwohlfahrtsgesetz): 0-17 Jahre 
  • junge Person (nach dem Kinderwohlfahrtsgesetz): 18-20 Jahre 
  • junge Person (nach dem Jugendarbeitsgesetz): 0-29 Jahre 

Schulpflicht

  • Beginn der Schulpflicht: 7 Jahre 
  • Ende der Schulpflicht: 16 Jahre 

Mündigkeit

  • Strafmündigkeit: 15 Jahre 
  • Volljährigkeit: 18 Jahre 

Arbeit

  • Erlaubnis zur leichten, stundenweisen Beschäftigungen mit Einverständnis der Eltern: 14 Jahre 
  • Erlaubnis zur Vollzeitbeschäftigung (unter der Voraussetzung, dass keine Schulpflicht mehr besteht): 15 Jahre  

Recht zum Erwerb des Führerscheins

  • Motorboote: 15 Jahre 
  • leichte Motorräder: 16 Jahre 
  • schwere Motorräder, PKW und LKW: 18 Jahre  

Weiteres

  • Recht, eine Organisation zu gründen und in einer Organisation abzustimmen: 15 Jahre 
  • Kauf von Tabakwaren: 18 Jahre 
  • Kauf und Konsum von leichten alkoholischen Getränken (Bier, Wein etc.): 18 Jahre 
  • passives und aktives Wahlrecht: 18 Jahre 
  • Recht, über den eigenen Besitz zu verfügen und Verträge und andere rechtskräftige Vereinbarungen zu unterzeichnen: 18 Jahre 
  • Recht zu heiraten: 18 Jahre 
  • Kauf von hochprozentigen alkoholischen Getränken: 20 Jahre 

In Finnland gilt die allgemeine Wehrpflicht. Jeder männliche finnische Bürger wird mit 18 Jahren einberufen. Männer von den Ålandinseln sind vom Wehrdienst befreit. Die Dauer des Dienstes an der Waffe variiert zwischen einem halben und einem ganzen Jahr. Alternativen aus religiösen oder ethischen Beweggründen heraus sind der Wehrdienst ohne Waffe und der Zivildienst. Letzterer dauert dreizehn Monate, wird aber nur von sehr wenigen jungen Männern gewählt. Frauen unterliegen nicht der Wehrpflicht, können aber freiwillig zum Militär gehen.

Links
www.protection-of-minors.eu/de/FI_overview.php - Informationen zum Kinder- und Jugendschutz in Europa der BAG Kinder- und Jugendschutz
http://wiki.crin.org/mediawiki/index.php?title=Finland - Wiki zu Kinderrechten in Finnland

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Finanzierung

Euro-Geldscheine.
Euro-Geldscheine.Bild: © Tatjana Balzer / fotolia.com

Staatliche nationale Förderung

Das Budget des Ministeriums für die Jugendarbeit beläuft sich auf jährlich rund 39 Millionen Euro, was etwa 0,1 % des Staatshaushaltes entspricht. Ingesamt werden rund 15 % des Staatshaushaltes für Kinder und Jugendliche aufgewendet.

Der größte Posten im Etat des Ministeriums ist die finanzielle Unterstützung überregionaler Jugendorganisationen. Das Ministerium gewährt jährliche Zuschüsse, die bis zu 85% von deren Betriebkosten abdecken können, im Durchschnitt aber bei 30% liegen. 2006 standen für die Förderung der Arbeit der rund 100 Jugendorganisationen 11,6 Millionen Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: 2001 lag die Summe bei 256 000 Euro. Im Prinzip hat eine Jugendorganisation Anrecht auf staatliche Förderung, wenn sie auf nationaler Ebene arbeitet, mindestens 1000 Mitglieder hat und mindestens zwei Drittel ihrer Mitglieder unter 29 Jahre alt sind.

Dem Ministerium stehen verschiedene Töpfe zur Förderung von Projekten zur Verfügung. In den letzten Jahren wurden diese vor allem für Projekte ausgegeben, die die Bekämpfung der Ausgrenzung von Jugendlichen und die Entwicklung von Abenteuerpädagogik zum Ziel hatten, zum Teil auch für internationale Projekte. Diese Art der Projektförderung gewinnt als Mittel der Jugendpolitik mehr und mehr an Bedeutung. Auch Organisationen, die keine regelmäßigen Gelder erhalten, können auf diese Weise Projekte finanzieren. Außerdem vergibt dasMinisterium regelmäßige Preise, unter anderem auch im Kinder- und Jugendbereich. 

Auf der Einnahmenseite speist sich der Etat des Ministeriums aus zwei Quellen: Im finnischen Lotteriegesetz ist festgelegt, dass 9 % der Gewinnerträge in die Jugendarbeit fließen müssen. Weiteres Geld kommt aus dem allgemeinen Etat für die Jugendwerkstätten und die Sucht- und Drogenpräventionsarbeit.

Finanzierung der Jugendarbeit auf lokaler Ebene

Die Mittel der Kommunen für die Jugendarbeit belaufen sich auf rund 150 Millionen Euro, das heißt auf 0,6 % ihres Gesamtetats. Ingesamt werden 35-45 % des Haushaltes der Kommunen für Kinder und Jugendliche aufgewendet. Finanziert wird dies hauptsächlich aus den Erträgen der Kommunalsteuer, aber auch durch zielgerichtete staatliche Zuwendungen. Diese betragen rund 16 Millionen Euro, also rund 11 % der Ausgaben der Kommunen für Jugendarbeit.

Quelle: Finnisches Unterrichtsministerium: Jugendarbeit und Jugendpolitik, Grundinformation Jugend, Helsinki 2007

Private und sonstige Finanzierungsquellen

Wie in Deutschland auch können Jugendorganisationen und Jugendgruppen in Finnland durch Eigeninitiative Geld einwerben oder sich bei Stiftungen und Unternehmen um Sponsoring bemühen. So sponsern beispielsweise große finnische Presseverlage Tageszeitungen für Jugendeinrichtungen.

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Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Präsidentenpalast in Helsinki.
Präsidentenpalast in Helsinki.Bild: anneileino / pixabay.com

Die Verantwortung für den Bereich Jugendarbeit und -politik obliegt dem Ministerium für Bildung und Kultur (Opetus-ja kulttuuriministeriö, www.minedu.fi/OPM/?lang=en), das für Bildung, Forschung, Kultur, Jugend und Sport zuständig ist. Die Ministerin heißt Ms. Sanni Grahn-Laasonen.

Innerhalb des Ministeriums ist die Unterabteilung für Jugendpolitik (Youth Policy Division), die in der Abteilung für Kultur, Sport und Jugendpolitik angesiedelt ist, für Jugendfragen verantwortlich. Die Tätigkeit dieser Unterabteilung umfasst: 
• Jugendarbeit und Jugendaktivitäten, 
• die Koordinierung der Jugendpolitik, 
• die Verbesserung der Lebensbedingungen junger Menschen, 
• die Vorbeugung von Rassismus und Förderung der Beziehungen zwischen den Ethnien.

Neben dem Ministerium für Bildung und Kultur spielt auch das Ministerium für Soziales und Gesundheit (www.stm.fi) eine Rolle in der Jugendarbeit, zum Beispiel im Bereich der Kinderhilfe oder der gesundheitlichen Aufklärung. Auch das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft (www.tem.fi/?l=en) trägt seinen Teil zur Jugendpolitik bei – unter anderem bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Nach dem Gesetz über die Jugendarbeit müssen zudem das Büro des Premierministers und die anderen Ministerien sektorübergreifende Entwicklungsmaßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Jugendlichen umsetzen. Auf nationaler Ebene werden diese Maßnahmen vom Ministerium für Bildung und Kultur koordiniert, auf regionaler Ebene von den Provinzbehörden und auf lokaler Ebene von den Kommunen.

Schaubild zu den Strukturen der Jugendarbeit in Finnland - Quelle: Finnisches Unterrichtsministerium: Jugendarbeit und Jugendpolitik, Grundinformation Jugend, Helsinki 2007
Schaubild zu den Strukturen der Jugendarbeit in Finnland - Quelle: Finnisches Unterrichtsministerium: Jugendarbeit und Jugendpolitik, Grundinformation Jugend, Helsinki 2007
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Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Die Jugendarbeit wird in Finnland in drei Bereiche unterschieden: 
• die gesellschaftlichen Tätigkeiten von Jugendlichen selbst, 
• die unterschiedlichen Verbesserungsmaßnahmen für die Jugendarbeit und 
• die Dienstleistungen, die diese beiden Bereiche miteinander verbinden. 

Langfristiges Ziel der finnischen Regierung ist es, die Jugendarbeit neben der Schulpolitik zu einem zweiten Standbein zur Förderung der aktiven Bürgerschaft Jugendlicher zu entwickeln. Hierbei lässt sich die Regierung von dem Grundsatz leiten, dass Jugend nicht in Problemkategorien gesehen werden darf, sondern die zentrale Zukunft und Kraftreserve des Landes ist, die es in jeder Hinsicht zu fördern gilt. 

Im Dezember 2011 hat die finnische Regierung das Programm für die Kinder- und Jugendpolitik 2012-2015 verabschiedet. In diesem werden die Ziele, Schwerpunkte und Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen definiert. Dieses Programm ist der Nachfolger und die Weiterentwicklung des Programms für die Kinder- und Jugendpolitik von 2007-2011, welches das erste sektorübergreifende Regierungsprogramm in dem Themenfeld seit 1979 war. Nach dem Gesetz über die Jugendarbeit von 2006 muss das Programm für die Kinder- und Jugendpolitik alle vier Jahre erneuert werden. Es steht in enger Verbindung mit weiteren Regierungsprogrammen zum Beispiel im Bereich Gesundheit oder Beschäftigung.

In dem Regierungsprogramm wurden unter anderem folgende kinder- und jugendpolitischen Schwerpunkte und Ziele festgelegt: 

  • Die Bürgerkompetenz der Kinder und Jugendlichen soll gefördert und der Gemeinschaftssinn gestärkt werden,
  • Alle Kinder und Jugendlichen haben die gleichen Chancen an kulturellen, sportlichen und anderen freizeitlichen Aktivitäten teilzunehmen,
  • Jugendliche finden Arbeit und die Jugendarbeitslosigkeit sinkt,
  • Diskriminierende und rassistische Bewegungen werden unterbunden,
  • Jungen und Mädchen haben die gleichen Rechte und Möglichkeiten,
  • Jugendliche haben die Möglichkeit, unabhängig zu leben,
  • Ungeachtet ihrer Herkunft haben alle Kinder und Jugendlichen Zugang zu guter Bildung,
  • Ein gesunder Lebensstil von Kindern und Jugendlichen wird durch vorbeugende Maßnahmen gefördert,
  • Alle Angelegenheiten, die Kinder, Jugendliche und Familien betreffen, werden kompetent und in enger und guter Zusammenarbeit aller Beteiligten verwaltet. 

Das gesamte Programm für die Jahre 2012-2015 kann in englischer Sprache unter www.minedu.fi/export/sites/default/OPM/Julkaisut/2012/liitteet/OKM8.pdf?lang=en abgerufen werden.

Das vorherige Programm für die Jahre 2007-2011 finden Sie hier unter www.minedu.fi/export/sites/default/OPM/Julkaisut/2008/liitteet/opm21.pdf?lang=en.
Auf der Grundlage des Programms für die Kinder- und Jugendpolitik 2007-2011 wurden weitere Programme für bestimmte Zielsetzungen ausgearbeitet, unter anderem das Programm für das Wohlergehen von Kindern, Jugendlichen und Familien (www.minedu.fi/lapset_nuoret_perheet/Osa-alueet/Lapset/?lang=en). Dieses hat folgende Schwerpunkte:  

  •  eine kinderorientierte Gesellschaft 
  •  Wohlergehen von Familien 
  •  Vorbeugung von sozialer Ausgrenzung 

"Avartti – Die jungen Leute tun’s!"(http://avartti.fi) ist ein zielorientiertes und langfristig angelegtes Aktivierungsprogramm im Bereich der vorbeugenden Jugendarbeit, das in Finnland seit 1999 umgesetzt wird. Das Programm wird in unterschiedlichen Formen und unter verschiedenen Namen in mehr als 100 Ländern angeboten. Avartti richtet sich an junge Leute zwischen 14 und 25 Jahren. Auf drei Ebenen (Bronze, Silber, Gold) können die Jugendlichen im Rahmen von künsterlischen, sportlichen und dienstleistungsorientierten Aktivitäten sowie "Abenteueraufgaben" für sechs bzw. zwölf Monate aktiv werden. Das Programm soll die Ausdauer und aktive Bürgerschaft von Jugendlichen fördern, ohne Konkurrenzsituationen zu schaffen. Begleitet werden die Jugendlichen dabei unter anderem von Fachkräften der Jugendarbeit, Lehrer(inne)n, Eltern sowie Haupt- und Ehrenamtlichen aus dem Sportbereich. Mittlerweile hat sich Avartti zu einer anspruchsvollen Methode der Jugendarbeit entwickelt, die sowohl von Organisationen als auch von Kommunen, Kirchengemeinden und Schulen bei ihrer Erziehungsarbeit als Arbeitsmittel genutzt wird.

2005 verabschiedete die finnische Regierung den Aktionsplan "A Finland Fit for Children", über den die UN-Kinderrechtskonvention in Finnland umgesetzt wird. Dabei wurden folgende Ziele festgelegt: 

  • Kinder erhalten zuhause Liebe und Fürsorge,
  • Kinder haben sichere und lang anhaltende Beziehungen und eine Umgebung, die ein Gefühl von Sicherheit vermittelt,
  • Kinder haben Zugang zu allen grundlegenden und speziellen Serviceeinrichtungen, die sie benötigen, sowie ein gesichertes Auskommen,
  • Kinder genießen steigende Partizipationsmöglichkeiten im Alltag,
  • Kinderrechte sind weithin bekannt. 

Um diese Ziele zu erreichen wurden verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, so beispielsweise die Kinderechte im Lehrplan zu verankern und die Zahl von Kinderparlamenten auszuweiten. Darüber hinaus wurde das Amt einer bzw. eines Ombudsfrau/-man für Kinder eingerichtet. 

Die Jugendakademie (www.nuortenakatemia.fi), eine Kooperation großer Jugend- und Sportverbände in Finnland, hat ein Studienbuch für Freizeitaktivitäten entwickelt, in dem junge Leute ab einem Alter von 13 Jahren ihre freiwilligen Aktivitäten verzeichnen (lassen) können. Ziel ist die Förderung der Anerkennung von freiwilligem Engagement. Es bezeugt die Initiative eines jungen Menschen, seine langjährigen Verpflichtungen, seine Führungsqualitäten etc. und kann unter Umständen Anerkennung bei der Bewerbung um einen Studien- oder Ausbildungsplatz finden oder sogar als Ersatz für bestimmte Studieninhalte gelten. Mittlerweile wurde das Studienbuch über 13 000 Mal verteilt.

Weitere Aktionsprogramme gibt es im Kultur- und Sportbereich. Eine Beschreibung ist in den entsprechenden Unterkapiteln im Kapitel Kinder- und Jugendhilfe in der Praxis zu finden.

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Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Auf nationaler Ebene
Als Sachverständigenorgane stehen dem Ministerium für Bildung und Kultur der staatliche Beirat für Jugendfragen sowie der Bewertungs- und Zuwendungsausschuss zur Seite (www.minedu.fi/OPM/Nuoriso/nuorisoasiain_neuvottelukunta/?lang=en).

Die Mitglieder/-innen des staatlichen Beirats für Jugendfragen (Nuorisoasiain neuvottelukunta - Nuora) werden für vier Jahre vom Staatsrat berufen. Vorgeschlagen werden sie von überregionalen Jugendorganisationen sowie von Organisationen und Vereinigungen, die in der Jugendarbeit aktiv sind. Zentrale Aufgabe des Beirates für Jugendfragen ist es, das jährliche jugendpolitische Entwicklungsprogramms mit vorzubereiten und dessen Umsetzung zu verfolgen und zu überwachen. Des Weiteren ist es Aufgabe des Beirats, die Standpunkte Jugendlicher in die Beschlussfassungen von Regierung und Parlament einzubringen. Er fungiert als Sachverständiger bei der Behandlung von Fragen der Jugendarbeit und -politik sowie der Lebensbedingungen von Jugendlichen. Die Sachkenntnis des Beirates wird in erster Linie von den verschiedenen Parlamentsausschüssen und den Ministerien genutzt. Der Beirat verfasst darüber hinaus Stellungnahmen zu allgemeinen Diskussionen. 

Eine weitere wichtige Tätigkeit des Beirats ist die Publikation von Daten über die Lebensbedingungen und Einstellungen von Jugendlichen. Die wichtigsten Publikationen sind das jährliche Jugendbarometer, in dem die Werte und Einstellungen von Jugendlichen abgefragt werden, sowie die Jahresbücher, die die Lebensbedingungen Jugendlicher beschreiben. Außerdem veröffentlicht der Beirat Untersuchungen zu den politischen Einstellungen und den Wahlaktivitäten Jugendlicher und unterhält eine Internetdatenbank zu den Lebensbedingungen von Jugendlichen.

Der Beirat arbeitet in enger Kooperation mit anderen Akteuren der Jugendarbeit wie zum Beispiel Jugendorganisationen, Jugendforschungsinstituten, Vertreter(inne)n der kirchlichen Jugendarbeit sowie den Ministerien zusammen. 

Der Bewertungs- und Zuwendungsausschuss unterbreitet dem Ministerium für Bildung ud Kultur jedes Jahr einen Vorschlag für die Verteilung der staatlichen Fördermittel auf die nationalen Jugendorganisationen. Darüber hinaus bewertet er das Förderungssystem und unterstützt dessen Weiterentwicklung. Die Mitglieder/-innen des Ausschusses werden von den nationalen Jugendorganisationen nominiert.

 

Jugendforschung wird in Finnland hauptsächlich von den Universitäten und der finnischen Jugendforschungsgesellschaft (Nuorisotutkimusseura, www.nuorisotutkimusseura.fi/en) betrieben. Die Hauptaufgabe der Jugendforschungsgesellschaft ist es, die interdisziplinäre Jugendforschung in Finnland zu fördern und entsprechende Forschungsergebnisse zusammenzustellen und zu verbreiten. Die Gesellschaft fördert nationale und internationale Kooperation zwischen Forscher(inne)n, Universitäten, Verwaltung und Parteien. Durch das 1999 gegründete Jugendforschungsnetzwerk führt die Jugendforschungsgesellschaft eigene Studien durch und fördert die Forschung anderer. Schwerpunkt der Forschungsvorhaben sind dabei Jugendliche im Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt, die Jugend- und Ausbildungskultur sowie die Werte junger Menschen in Finnland.

Im Rahmen der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention wurde in Finnland 2005 das Amt einer bzw. eines Ombudsfrau/-mann für Kinder eingerichtet (www.lapsiasia.fi/en/frontpage). Erste Ombudsfrau wurde Maria Kaisa Aula, aktuell ist Tuomas Kurttila Ombudsmann für Kinder. In Kooperation mit staatlichen Stellen, Organisationen, Forschungseinrichtungen und Interessengruppen setzt sie sich für die Rechte und Interessen von Kindern ein.

Auf regionaler Ebene
Finnland setzt sich aus den fünf Provinzen Südfinnland, Westfinnland, Ostfinnland, Oulu und Lappland (plus die autonome Provinz Åland) zusammen. Im Provinzialverwaltungsgesetz wird vorgeschrieben, dass jede Provinzialverwaltung über eine Jugendabteilung verfügen muss. Dieses ist meistens Teil der Bildungs- und Kulturabteilung.

Die Jugendarbeit der Provinzen wird vom Ministerium für Bildung und Kultur gesteuert, was in der Praxis bedeutet, dass Ministerium und Provinzialverwaltung dreijährige Zielvereinbarungen verabschieden, die jährlich überprüft werden. Auf diesen Zielvereinbarungen basieren die finanziellen Mittel, die das Ministerium für Bildung und Kultur für die regionale Ebene zur Verfügung stellt. 

In den Zielvereinbarungen sind unter anderem folgenden Aufgaben festgelegt:

  • Gewährung regionaler Entwicklungsbeihilfen für die Jugendarbeit,
  • Bewertung der Basisdienstleistungen der kommunalen Jugendarbeit,
  • Schulungen zu aktuellen Entwicklungen der Jugendarbeit,
  • Organisation von regionalen Verhandlungstagungen für die Jugendarbeit,
  • regionale Beobachtung, Bewertung und Entwicklung der Entwicklungs- und Lebensbedingungen Jugendlicher,
  • regionale internationale Zusammenarbeit der Jugendarbeit,
  • Unterstützung der Jugendwerkstätten,
  • Unterstützung der Nachmittagsbetreuung von Schüler(inne)n,
  • sonstige vom Ministerium für Bildung und Kultur zugewiesene Aufgaben. 

2006 hat das Ministerium den Provinzen für ihre Jugendarbeit Mittel in Höhe von 450 000 Euro bewilligt.

Auf kommunaler Ebene
In Finnland gibt es 415 Kommunen. Ihre Aktivitäten bilden die Basis für die staatliche Jugendarbeit. Derzeit haben nur 12 Kommunen einen separaten Jugendausschuss, in den meisten anderen ist der Jugendbereich mit dem Sport-, Kultur- oder Bildungssektor kombiniert. Insgesamt sind in der kommunalen Jugendarbeit rund 3400 Jugendmitarbeiter/-innen beschäftigt.

Neben der Förderung von Jugendorganisationen und Freizeitaktivitäten von Jugendlichen besteht ein vorrangiges Ziel der lokalen Jugendarbeit darin, die Lebensbedingungen der Jugendlichen zu verbessern. Aufgaben der kommunalen Jugendarbeit sind unter anderem

Rote Holzhäuser am Fluss in Porvoo.
Rote Holzhäuser am Fluss in Porvoo.Bild: LUM3N 7 pixabay.com
  • die Förderung der aktiven Staatsbürgerschaft von Jugendlichen,
  • die pädagogische Anleitung von Jugendlichen, 
  • die sportliche, kulturelle, internationale und multikulturelle Jugendtätigkeit,
  • die Umwelterziehung Jugendlicher,
  • der Unterhalt von Jugendräumen und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten,
  • die Bereitstellung von Informations- und Beratungsdienstleistungen für Jugendliche,
  • die Arbeit mit jugendlichen Migrant(inn)en,
  • die Unterstützung von Jugendvereinen und Jugendgruppen,
  • der Unterhalt von Werkstätten für arbeitslose Jugendliche,
  • Sucht- und Drogenprävention,
  • die Organisation der Nachmittagsbetreuung für Schüler/-innen.
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Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Der nationale Jugendrat Finnlands ist die Finnische Jugendkooperation Allianssi (Suomen Nuorisoyhteistyö Allianssi, www.alli.fi/etusivu). Allianssi wurde 1992 gegründet, hatte aber mehrere Vorläuferorganisationen. Heute sind unter ihrem Dach mehr als 100 Mitgliedsorganisationen vereint - bildungs- und freizeitorientierte Organisationen genauso wie politische Jugendorganisationen, Pfadfinder und kirchliche Gruppen. Darüber hinaus gibt es mehrere persönliche Mitglieder.

Neben ihrer Funktion als Vertretung der Interessen von Jugendlichen und Jugendorganisationen gegenüber Regierung, Parlament, Verwaltung und Öffentlichkeit fungiert Allianssi als Serviceeinrichtung für Jugendarbeiter/-innen, bietet aber auch direkte Angebote für junge Leute. So sammelt und vermittelt Allianssi Informationen, die die Jugend betreffen, und ist Träger einer Bibliothek für Jugendpolitik (die einzige dieser Art im nordischen Raum) sowie des Internetangebots Jugendinfohaus (www.nuorisotiedonkirjasto.fi/english/) für Fachkräfte der Jugendarbeit und junge Leute (Kurzinfo auf Englisch). Außerdem fördert Allianssi das Konzept der Jugendinformation, repräsentiert die Informationszentren im Bereich der internationalen Zusammenarbeit und bietet Dienstleistungen für lokale Zentren an. Darüber hinaus gibt Allianssi neben zahlreichen Informationsbroschüren die Zeitschrift Nuorisotyö (Jugendarbeit) heraus, fördert den Jugendtourismus und -austausch, vermittelt Au-pair-Stellen, Workcamps, Freiwilligenstellen etc. und organisiert Studienreisen ins Ausland.

In Deutschland kooperiert Allianssi mit dem Deutschen Bundesjugendring (www.dbjr.de), dem Deutschen Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit (www.d-n-k.org) sowie mit IJAB – Fachstelle für internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland (www.ijab.de). Auf europäischer Ebene ist Allianssi ein aktives Mitglied des Europäischen Jugendforums (www.youthforum.org) und vertritt Finnlands in der European Youth Information and Counselling Agency (ERYICA, http://eryica.org). Darüber hinaus kooperiert Allianssi eng mit den nationalen Jugendräten der Region, zum Beispiel im Rahmen des Nordischen Rates sowie der Ostsee- und der Barentssee-Kooperation.

Lokale Jugendräte
Mit Blick auf eine weiterhin zu stärkende Jugend sind in mittlerweile 200 Gemeinden lokale Jugendräte (auch als Jugendforen oder Jugendparlamente bezeichnet) eingerichtet worden. Sie dienen als Kanäle für die Beteiligung von Jugendlichen an lokalen Entscheidungsprozessen und setzen sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in ihrer Gemeinde ein. Die Jugendräte variieren bezüglich ihrer Organisation und Zusammensetzung ihrer Mitglieder. Ihre Arbeit wird von Allianssi unterstützt.

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Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich - Finnland

Hier gibt's Infos zu den Aktionsfeldern im Kinder- und Jugendbereich in Finnland. Mehr lesen unter 

Bildung und Beschäftigung

Bildung
Beschäftigung

Bildung

Informationen zum Bildungssystem in Finnland unter www.bildung-weltweit.de und in der Europäischen Enzyklopädie zu nationalen Bildungssystemen (EURYPEDIA, https://webgate.ec.europa.eu/fpfis/mwikis/eurydice/index.php/Finland:Overview).

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Beschäftigung

Obwohl Finnland wiederholt als Sieger aus der Pisa-Studie hervorging, ist Jugendarbeitslosigkeit ein ernsthaftes Problem. Im März 2014 lag die saisonbereinigte Jugendarbeitslosenquote (Altersgruppe der unter 25-Jährigen) bei 20,5% (Quelle: www.dnet.at). In Finnland war die Jugendarbeitslosigkeit früher besonders hoch. Nach der Jahrtausendwende hat sich die Jugendbeschäftigungssituation deutlich verbessert und auch die Langzeitarbeitslosigkeit unter Jugendlichen ging zurück. Von Jobsuchenden werden zunehmend mehr Flexibilität und Mobilität erwartet sowie Computer- und Sprachkenntnisse und Teamfähigkeit. Die meisten frischgebackenen Akademikerinnen und Akademiker müssen wie in anderen europäischen Ländern auch ihre berufliche Karriere in Projekten oder anderen befristeten Stellen beginnen, was vielfach zu finanziellen Engpässen führt.

Die meisten Arbeitsämter in den Großstädten haben eine Abteilung, die sich speziell an junge Leute richtet, die auf der Suche nach einem Ausbildungs- oder einem Arbeitsplatz sind. Kommunen sind zur Planung und Errichtung von sektorübergreifenden Youth Guidance and Service Networks verpflichtet, um Koordinierungsmechanismen zu schaffen. Diese Netzwerke setzen sich zusammen aus Vertretern der Bereiche Bildung, Sozial- und Gesundheitswesen, Verwaltung, Arbeitsmarkt, Polizei und arbeiten ebenfalls mit Trägern der Kinder- und Jugendhilfe zusammen.  

Zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit hat man seit den Neunzigerjahren die berufliche Ausbildung verstärkt, mehr Lehrstellen geschaffen und so genannte Jugendwerkstätten (Nuorten työpajat) eingerichtet. Diese bieten Ausbildung, Arbeit und andere Aktivitäten für arbeitslose Jugendliche über einen Zeitraum von sechs Monaten an. Inzwischen gibt es Jugendwerkstätten in der Hälfte der finnischen Kommunen, also in rund 200 Gemeinden. Arbeitsschwerpunkte der Werkstätten sind:

  • Unterstützung der berufliche Ausbildung,
  • Ermunterung junger Menschen zur Gründung einer eigenen Firma,
  • Einrichtung von Werkstätten bei Berufsschulinstitutionen,
  • Förderung von Aktivitäten zur Ausbildung von Meister(inne)n,
  • Entwicklung von Jugendwerkstätten im Rahmen von Jugendaktivitäten,
  • Vorbeugung von Ausgrenzung. 

2005 nahmen 7050 unter 29-jährige junge Leute an Programmen in diesen Werkstätten teil. 66% von ihnen erhielten nach der Werkstattperiode einen Arbeits- oder einen Ausbildungsplatz oder beteiligten sich an sonstigen Maßnahmen. Arbeitslosenunterstützung gibt es nur für Jugendliche, die genügend Engagement nachweisen können. 

Im Laufe der letzten zehn Jahre haben sich die Jugendwerkstätten erheblich weiterentwickelt. Ihre Tätigkeit zählt laut Regierungsprogramm zum festen Bestandteil der Dienstleistungen des öffentlichen Sektors für Jugendliche. 2011 nahmen schon über 13000 junge Menschen daran teil, von denen 75% erfolgreich in Arbeit, Ausbildung oder andere Aktivitäten weitervermittelt werden konnten. Die Jugendwerkstätten werden vom Arbeitsministerium, vom Unterrichtsministerium, von den Gemeinden und aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert.

Seit der Jahrtausendwende hat sich auch die Einstellung jungen Finn(inn)en zu Arbeitslosigkeit und sozialer Sicherheit drastisch geändert. Arbeitslosigkeit wird von vielen nicht länger als Makel betrachtet. Nur ein Fünftel der 15- bis 24-Jährigen ist der Ansicht, dass man sich deshalb schämen müsse. Immer weniger Jugendliche denken auch, dass Arbeitslosigkeit auf persönliche Fehler zurückzuführen ist und dass soziale Sicherungssysteme Leute passiv werden lassen.

Zu Jahresbeginn 2013 setzte Finnland die sogenannte "Jugendgarantie" um, deren Einführung Ende 2012 von der Europäischen Kommission im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit beschlossen wurde. Die Jugendgarantie garantiert allen Jugendlichen unter 25 Jahren und Hochschulabsolvent(inn)en unter 20 Jahren innerhalb von drei Monaten nach Anmeldung ihrer Arbeitslosigkeit einen Arbeitsplatz, ein Praktikum oder eine Aus- bzw. Weiterbildung. Die Einführung der Jugendgarantie hat die Jugendarbeitslosigkeit in Finnland nachweislich verringert und verhindert durch das direkte Einschreiten zudem Nachfolgeeffekte der Jugendarbeitslosigkeit. 

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Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit
Sport

Gesundheit

Der Beirat für Jugendangelegenheiten, ein beim Unterrichtsministerium angesiedeltes Expert(inn)engremium, publiziert seit 1994 regelmäßig ein Jugendbarometer, das über die Einstellungen, Werte und Erwartungen von jungen Leuten in Finnland Auskunft gibt. Die Befragungen aus den Jahren 2006 und 2007 zeigen, dass Jugendliche in Finnland sehr zufrieden mit ihrem Leben sind. Dazu gehören Familie und Kinder ebenso wie eine erstklassige Ausbildung und ein fester Job. Im Vergleich zu den letzten Jahren ist das Vertrauen junger Finn(inn)en in die politischen Institutionen und die finnische Demokratie gewachsen. Die Mehrheit ist überzeugt, dass die Regierung im Allgemeinen die richtigen Entscheidungen trifft und drei von vier Befragten glauben, dass das demokratische System ausreichend Möglichkeiten für Einflussmöglichkeiten gewährt. Zwei Drittel der 15- bis 29-Jährigen sind der Meinung, dass Jugendliche die Politik vor allem auf lokaler Ebene beeinflussen können.

Quellen:

  • Tilastokeskus - (Finnisches Amt für Statistik): www.stat.fi
  • Nuora: Jugendbarometer (Nuorisobarometri) 2006 und 2007 (Download)
  • Uusitalo, Tuula (2007)Suicides in Finland among children and young people (Download)

Drogen
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern beginnen finnische Jugendliche recht früh mit dem Rauchen und Trinken. Bei einer Umfrage aus dem Jahr 2007 gaben 5% der 14- bis 15-jährigen Mädchen und 3% der Jungen dieser Altersgruppe an, mindestens einmal pro Woche Alkohol zu konsumieren. Bei den 16- bis 17-Jährigen waren es jeweils 13%. Seit 2000 ist in der Altersgruppe der 14- bis 18-Jährigen allerdings ein leichter Abwärtstrend im Rauchen und Trinken zu verzeichnen, ausgenommen davon sind jedoch die 18-jährigen Mädchen.

Wie viele andere Länder auch gab es in Finnland zwei große "Drogenwellen": eine in den 1960ern und eine in den 1990ern. Der Anteil derjenigen, die mit Drogen experimentierten, erreichte Ende der 1990er den Höhepunkt. Diese Entwicklung ging mit der Technowelle einher und war vor allem ein Jugendphänomen. Zwischen 1995 und 1999 hat sich der Drogenkonsum fast verdoppelt. Im Vergleich dazu ist die Generation, die Ende der 1980er geboren wurde, weniger an Drogen interessiert. Trotzdem ist der Konsum von Drogen heute noch stärker verbreitet als zu Beginn der 1990er.

Das am häufigsten konsumierte Rauschmittel nach Alkohol und Medikamenten ist Cannabis. Bei einer Untersuchung im Jahr 2006 bestätigten 19% der 15- bis 24-Jährigen, schon einmal Cannabis konsumiert zu haben. Damit sank der Cannabiskonsum dieser Altersgruppe zwischen 2002 und 2006 um sechs Prozentpunkte. Gleichzeitig stieg der Konsum bei den 25- bis 34-Jährigen um diesen Prozentsatz an. Daraus lässt sich schließen, dass Cannabis etwas an seiner Bedeutung für die aktuelle Jugendkultur verloren hat, wohingegen die Generation, die zur Jahrtausendwende mit Drogen experimentierte, ihren Konsum weiter fortsetzt – und dies mit steigendem Trend. 

In Bezug auf härtere Drogen zeigen Untersuchungen, dass 25% 15- bis 34-Jährigen Finn(inn)en jemanden kennen, der im Jahr zuvor illegale Drogen konsumierte. 10% waren illegale Drogen angeboten worden. Des Weiteren wurden Amphetamine, Ecstasy und Opiate konsumiert. Der Kokainkonsum ist in Finnland ein relativ kleines Problem. Grundsätzlich ist aber feststellbar, dass der Anteil von Jugendlichen, die Kontakt mit illegalen Drogen haben oder diese konsumieren, abnimmt. 

Bei der Drogen- und Suchtvorbeugung für Jugendliche handelt es sich in der Regel um eine Primärprävention. Die Aufklärungsarbeit erfolgt zum einen an den Schulen im Fach Gesundheitsaufklärung, in dem das Thema Drogenmissbrauch einen Schwerpunkt bildet. Zum anderen ist die außerschulische Jugendarbeit – gefördert vom Unterrichtsministerium - in dem Feld aktiv, wobei Individualbehandlungen und Therapien dem Sozial- und Gesundheitssektor überlassen werden. In der Praxis ist die Abgrenzung jedoch nicht so eindeutig. Die Arbeitsteilung überschneidet sich zum Beispiel bei der Sonderjugendarbeit und in den Jugendwerkstätten für arbeitslose Jugendliche.

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Sport

Skifahrer
SkifahrerBild: © Helix2012 / fotolia.com

Sport ist die beliebteste Freizeitbeschäftigung junger Finninnen und Finnen: Etwa 84% der 3- bis 18-Jährigen geben Sport als Hobby an, rund 50% von ihnen treiben mindestens viermal wöchentlich Sport. Mehr als einer von drei Jugendlichen nimmt an Aktivitäten teil, die von einem Sportklub angeboten werden. Der Rest betreibt alleine oder mit Freunden Sport.

Etwa 30% der finnischen Kinder haben ausreichend Bewegung, 10% sind physisch inaktiv. 40% der Kinder und Jugendlichen sind in Sportvereinen engagiert. Insgesamt nutzen jährlich rund 350 000 junge Finn(inn)en die Angebote der Sportverbände. Die beliebtesten Sportarten von Jungen sind Fußball und Salibandy, ein Mannschaftsspiel, das eine Verwandtschaft mit Hockey aufweist und in Deutschland unter dem Begriff Unihockey bekannt ist. Mädchen bevorzugen Schwimmen und mit Musik verbundene Sportarten wie zum Beispiel Tanzen.

Der Sport basiert in Finnland größtenteils auf Ehrenamtlichkeit. Insgesamt 500 000 Ehrenamtliche sind in diesem Bereich aktiv – davon viele in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Die Gemeinden unterhalten zahlreiche Sporteinrichtungen, sind aber nicht verpflichtet, außerschulische sportliche Aktivitäten für Kinder anzubieten. Deshalb spielen die lokalen Sportklubs eine zunehmend aktivere Rolle im außerschulischen Sport für Kinder.

Auf nationaler Ebene ist das Unterrichtsministerium für den Sport verantwortlich. Es entwickelt und koordiniert die Sportpolitik und fördert sportliche Aktivitäten, den Bau von Sportstätten, die Sportwissenschaft, internationale Sportkooperationen, gesundheitsfördernde Sportarten und anderes mehr im Bereich Sport. 

Der Jugendsport nimmt dabei einen hohen Stellenwert ein. Von 2004 bis 2007 setzte Finnland ein Regierungsprogramm zur Förderung des Kinder- und Jugendsports um. Dieses umfasste zahlreiche Maßnahmen, um junge Finn(inn)en zu täglichen sportlichen Aktivitäten zu ermutigen. Ziel war es, die physische Aktivität von jungen Menschen zu erhöhen. So unterstützte das Programm unter anderem Sportklubs, die sportliche Aktivitäten für Schülerinnen und Schüler entwickelten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf bisher inaktiven Kindern und Teenagern lag. 

Anfang 2008 hat ein vom Unterrichtsministerium beauftragtes Komitee einen Entwurf für ein nationales Sportprogramm vorlegt. Darin empfiehlt es unter anderem 

  • die Förderung des Kinder- und Jugendsports,
  • die Förderung der körperlichen Betätigung in Tagesbetreuungseinrichtungen und in der Schule,
  • die Gewährleistung guter Rahmenbedingungen für die Organisationen und Verbände, die Angebote im Sportbereich bereitstellen,
  • die bessere Nutzung der Jugendkultur im Sport. 

Der größte Dachverband von Sportverbänden ist der Finnische Sportverband (Suomen Liikunta ja Urheiluwww.sport.fi). Dieser fungiert sowohl als eine Serviceeinrichtung für seine 125 Mitgliedsorganisationen als auch als soziale Bewegung, die sich für die Förderung des finnischen Sports einsetzt.

Für junge Leute, die eine Karriere im Wettkampfsport anstreben, gibt es Schulen, die sich auf Sport spezialisiert haben. Sportliche junge Männer können sich auch für den Militärdienst in der Sportschule der Verteidigungskräfte bewerben.

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Partizipation und Citizenship

Politische Bildung
Freiwilliges Engagement

Politische Bildung

Politische Bildung (Yhteiskuntaoppi) ist Bestandteil des Unterrichts in finnischen Schulen und wird fächerübergreifend gelehrt. Seit 2005 beziehungsweise 2006 wird es zudem als eigenständiges Fach in der finnischen Sekundarstufe unterrichtet. Das finnische Schulsystem legt den Schwerpunkt auf die aktive Partizipation und die Entwicklung von Werten und Einstellungen, die mit einer aktiven Bürgerschaft einhergehen. Letzteres spiegelt sich auch in den Maßnahmen der Regierung zur Förderung der aktiven Bürgerschaft Kinder und Jugendlicher wider.

Von den 1980ern bis Ende der 1990er Jahre verzeichnete Finnland einen starken Rückgang bei der Wahlbeteiligung der 18- bis 30-Jährigen. Die Wahlbeteiligung von Jugendlichen lag 10 bis 15 Prozentpunkte unter der der Gesamtbevölkerung. Eine Wende gab es bei den Parlamentswahlen 2003, als die Beteiligung junger Erwachsener erstmals wieder anstieg – um einen Prozentpunkt auf 54%.

Um die Wahlbeteiligung zu erhöhen, wurden in den vergangenen Jahren viele Anstrengungen unternommen, die politische Partizipation junger Menschen anzuregen. Eine Folge war die Einführung des eigenständigen Unterrichtsfachs "Politische Bildung". Des Weiteren wurde ein Jugendpartizipationsprojekt aufgelegt, das Teil des Regierungsprogramms zur bürgerschaftlichen Partizipation 2003-2007 war. Ziel des Projektes war es, Maßnahmen zur Förderung der aktiven Teilhabe junger Menschen an der Zivilgesellschaft zu entwickeln.

Heute verpflichtet das Gesetz über die Jugendarbeit die Gemeinden, Partizipationsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zu schaffen. Auch bei den aktuellen kinder- und jugendpolitischen Schwerpunkten der Regierung spielt das Thema eine wichtige Rolle (siehe Kapitel Kinder- und Jugendpolitik - Grundlagen und Strukturen).

Wichtige Akteure im Bereich der politischen Bildung sind zudem die Jugendverbände und weitere Nichtregierungsorganisationen. Beispielhaft werden hier die (partei-)politischen Jugend- und Studierendenverbände in Finnland genannt:

Link:
Reader zur "Jugendbeteiligung vor Ort" mit internationalen Praxisbeispielen aus der Schweiz, Finnland, den Niederlanden, Großbritannien und Frankreich. IJAB Bonn, 2012. Download hier.

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Freiwilliges Engagement

Informationen zum Thema "Freiwilliges Engagement (Voluntary Activities)" erhalten Sie im European Knowledge Centre for Youth Policy unter http://youth-partnership-eu.coe.int/youth-partnership/ekcyp/By_country/Finland.html

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Kultur und Kreativität

Die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen fällt in den Verantwortungsbereich des Unterrichtsministeriums. Dieses fördert die kulturelle Bildungsmaßnahmen, die die Anregung der Kreativität von Kindern und Jugendlichen zum Ziel haben, sowie künstlerische und kulturelle Angebote, die sich an Kinder und Jugendliche richten.

Das Gesetz über eine elementare kulturelle Bildung von 1992 verpflichtet die Gemeinden, außerschulische kulturelle Bildung anzubieten. Dafür erhalten sie und private Institutionen staatliche Mittel, von denen in der Praxis der größte Teil an Musikschulen fließt. Daneben haben in den 1990er Jahren Kultur- und Kunstinstitutionen wie die nationale Kunstgalerie und die Nationaloper begonnen, ihre eigenen Programme für die kulturelle Bildung zu entwickeln.

Für die Weiterentwicklung der kulturellen Bildung wurde in den Jahren 2003 bis 2007 ein spezielles Programm aufgelegt. Die darin enthaltenen Maßnahmen und Strategien richten sich an die lokalen Behörden sowie an Kulturorganisationen und -institutionen.

Die Fördermittel für die kulturelle Bildung werden auf Vorschlag des staatlichen Kunstrats (Taiteen Keskustoimikunta) verteilt. Unterstützt werden beispielsweise

  • Kinder- und Jugendtheater, 
  • Kunstschulen für Kinder und Jugendliche, 
  • das musische Zentrum der Kinder und Jugend sowie 
  • die dem Ministerrat der nordischen Länder untergeordnete Arbeitsgruppe für Kinderkultur.

Zahlreiche zentrale Kulturveranstaltungen, Musiklager, Schulkonzerte, Kinderkulturvorhaben der Minderheiten, Kinder- und Jugendbuchanschaffungen der kommunalen Bibliotheken sowie Kinderfilmproduktionen wurden in der Vergangenheit ebenfalls gefördert. An Bibliotheken und Museen herrscht in Finnland kein Mangel. Das gleiche gilt für Musik-, Heim- und Volkshochschulen. 

Stadtbibliothek von Oulu
Stadtbibliothek von OuluBild: 12019 / pixaxaby.com

Ein besonderer Fokus lag in den letzten Jahren auf der Förderung von Kinderfilmen und der Medienpädagogik. So wurden zahlreiche Kinderfilme produziert, die ein großes Publikum fanden, und die Medienpädagogik wurde in die Lehrpläne der Schulen integriert.

Gewürdigt wird die kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche durch Auszeichnungen. So vergibt das Ministerium jährlich den Children's Day Prize an Organisationen, die sich durch die Förderung der kulturellen Freizeitgestaltung und Bildung von Kindern ausgezeichnet haben, und den staatlichen Kunstpreis in Kinderkultur.

Unter dem Titel Junge Kultur (Nuori Kulttuuri, http://nuorikulttuuri.fi) nehmen jährlich Zehntausende junger Finn(inn)en an regionalen und lokalen Veranstaltungen sowie zwei nationalen Veranstaltungen im Frühjahr und Herbst teil. Ziel ist es, die künstlerischen Aktivitäten junger Amateure und Amateurinnen zu würdigen, den jungen Künstler(inne)n Feedback zu ihren künstlerischen Arbeiten und damit verbunden auch neue Anreiz für ihre weitere Arbeit zu geben.

Taikalamppu (Aladdins Wunderlampe, www.taikalamppu.fi/index.php/fi/inenglish) ist ein landesweites Netzwerk von regionalen Kinder- und Jugendkulturzentren. Das Netzwerk entwickelt Kunst- und Kulturangebote für Kinder und Jugendliche in den unterschiedlichen Regionen Finnlands und fördert den Aufbau kultureller Angebote an Orten, an denen sie noch nicht vorhanden sind.

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Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Saamenfamilie in Tracht gekleidet - Foto: IJAB

Das Thema Einwanderung und migrationspolitische Fragen haben in der finnischen Öffentlichkeit und Politik erst seit den 1990er Jahren zunehmend an Relevanz gewonnen. Denn Finnland ist eher ein klassisches Auswanderungsland und blieb bis Mitte der 1980er Jahre von Zuwanderungsprozessen praktisch unberührt. Erst seit 1989 ist ein stetiger Anstieg der Zahl von Migrant(inn)en zu beobachten. Gründe hierfür waren vor allem der Zusammenbruch des sowjetischen Systems, der Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft und der Beitritt zu internationalen Abkommen wie der Genfer Flüchtlingskonvention.

2007 lebten insgesamt 132 632 Ausländer/-innen permanent in Finnland. Das entspricht 2,5% der Bevölkerung, ein Anteil der im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten sehr gering ist. Die größte Gruppe der Ausländer/-innen sind russische Zuwanderer (26 205), die zweitgrößte Gruppe Esten (19 965).

Der rasche und stetige Anstieg des Ausländeranteils seit den 1990er Jahren führte zu zahlreichen Reformen in der finnischen Migrations- und Integrationspolitik. So wurde 1999 das nationale Integrationsgesetz verabschiedet, das die Integration von Ausländer(inne)n in den finnischen Arbeitsmarkt und die finnische Gesellschaft unter Aufrechterhaltung der eigenen Sprache und Kultur fördern soll. Das Gesetz legt fest, dass Asylbewerber/-innen und alle Ausländer/-innen, die Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe empfangen, verpflichtet sind, an Integrationsmaßnahmen, wie Sprachkursen, Umschulungen, Berufstraining oder Kursen über die finnische Gesellschaft und Kultur teilzunehmen. Ein besonderer Schwerpunkt des Gesetzes liegt auf bildungspolitischen Maßnahmen für ausländische Kinder und Jugendliche. Allerdings hat sich gezeigt, dass zum Teil zu wenig finanzielle Mittel zum Umsetzung des Gesetzes veranschlagt wurden.

Gemäß dem Jugendbarometer 2005 ist die allgemeine Einstellung finnischer Jugendlicher zu Migrant(inn)en und Multikulturalismus positiv. Doch trotz dieser positiven Meinung sprach sich nur eine/r von drei Jugendlichen für eine verstärkte Einwanderung aus, eine/r von vier Befragten unterstellte den Ausländer(inne)n gar, nach Finnland zu kommen, um vom Geld der finnischen Steuerzahler/-innen zu profitieren. Die Umfrage zeigte auch, dass nur wenige konkrete Kontakte zwischen finnischen Jugendlichen und Jugendlichen mit Migrationshintergrund bestehen. Etwa die Hälfte der Befragten hatte keine Freunde mit Migrationshintergrund und nur ein Drittel nahm an Aktivitäten teil, an denen auch Jugendliche mit Migrationshintergrund beteiligt waren.

Trotzdem gelten die meisten Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund als recht gut in die finnische Gesellschaft integriert. Dies wird vor allem auf das finnische Schulsystem zurückgeführt, bei dem alle Schüler/-innen bis zum 9. Schuljahr die gleiche Schulform besuchen. Darüber hinaus gibt es im Bereich der außerschulischen Jugendarbeit zahlreiche Angebote, die sich explizit an Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund wenden. Dabei versucht man, die Jugendlichen insbesondere über attraktive Freizeitangebote und interessante Projekte zu erreichen. Mädchen mit Migrationshintergrund bilden eine besondere Zielgruppe, da sie in der Regel stärkeren Benachteiligungen ausgesetzt sind.

Die Integration von Kindern und Jugendlichen, die einen Migrationshintergrund haben bzw. einer der finnischen Minderheiten entstammen, ist auch einer der Kernpunkte des Regierungsprogramms für die Kinder- und Jugendpolitik 2007-2011. In Bezug auf diese spezifische Zielgruppe sind in dem Programm unter anderem folgende Maßnahmen vorgesehen:

  • Förderung von Gleichberechtigung und Nicht-Diskriminierung durch die Stärkung positiver Einstellungen junger Menschen gegenüber Multikulturalismus und verschiedenen Minderheiten, zum Beispiel durch die finanzielle Unterstützung entsprechender Projekte von Nichtregierungsorganisationen und Gemeinden,
  • verstärkte Einbeziehung von Themen wie Gleichberechtigung und Genderfragen in die Ausbildung von Lehrer(inne)n und Jugendarbeiter(inne)n,
  • staatliche Förderung von Jugendorganisationen, die Minderheitenkulturen bzw. Jugendliche mit Migrationshintergrund repräsentieren. Deren Aufbau wird von der Finnischen Jugendkooperation Allianssi unterstützt. Nichtregierungsorganisationen werden ermutigt, Strukturen aufzubauen, über die Jugendliche mit Migrationshintergrund motiviert werden, an Aktivitäten teilzunehmen,
  • Jugendliche mit Migrationshintergrund werden ermutigt, ihre Ausbildung nach der Gesamtschule fortzusetzen. 

Es gibt zahlreiche Organisationen, die sich für die Integration von Migrant(inn)en einsetzen. Neben den Kirchen und Glaubensgemeinschaften sind dies zahlreiche Kultur- und Freundschaftsverbände sowie beispielsweise das Finnische Rote Kreuz (Suomen Punainen Risti, www.redcross.fi/en_GB).
FiMu - Suomen monikulttuurinen liikuntaliitto (www.fimu.org) ist eine Migrantenselbstorganisation im Bereich Sport.

Link
www.e-politik.de/wissenswerte/migration/ - WissensWerte – Infografiken 'Migration'

Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder

Rentierschaukelpferd im Schnee - Foto: IJAB

Die staatliche Kinder- und Jugendhilfe wird in Finnland dezentral von den Gemeinden bereit gestellt. Die lokalen Behörden sind dafür verantwortlich, entsprechende soziale Dienste und Unterstützung anzubieten. Daneben gibt es zahlreiche nicht-staatliche Träger, die sich in der sozialen Kinder- und Jugendarbeit engagieren.

Wie die anderen skandinavischen Länder gilt Finnland als weltweit führend im Bereich der Familienpolitik. Viel Geld fließt in die finanzielle Unterstützung von Familien und in Kinderbetreuungseinrichtungen. Nachdem eine tiefe wirtschaftliche Rezession in den frühen 1990er Jahren zu Einschnitten in der Familien-, Kinder- und Jugendhilfe führte, hat man sich in den letzten Jahren bemüht, die Entwicklung wieder umzukehren und stellte sehr viel mehr Geld für die Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung. Aber auch verschiedene Regierungsprogramme, die speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet sind, und ein neues Kinderhilfegesetz, das im Januar 2008 in Kraft trat, spiegeln die wachsende Bedeutung des Bereichs wider (siehe dazu auch das Kapitel Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit). 

Obwohl die Vorteile einer direkten Zusammenarbeit mit Kindern bekannt sind, stellt es für die finnischen Gemeinden eine große Herausforderung dar, die Beteiligung und Einbeziehung von Kindern in die Planung und Umsetzung der Kinder- und Jugendhilfe sicherzustellen. Lange Zeit gab es die Tendenz, kinderbezogene Probleme als Familienprobleme einzustufen, so dass die Maßnahmen in der Regel auf die Eltern oder die Familie als Ganzes angelegt waren. Auch wenn diese Herangehensweise sich langsam ändert, variiert die Art, wie Einrichtungen mit Kindern zusammenarbeiten bzw. nicht zusammenarbeiten recht stark. Dementsprechend variieren auch das Niveau und die Qualität der angebotenen Dienste in der Kinder- und Jugendhilfe von Gemeinde zu Gemeinde und von Region zu Region. Das neue Kinderhilfegesetz soll deshalb für mehr Gleichheit sorgen und lokalen und regionalen Behörden helfen, ihre Dienste zu standardisieren.

Parallel zur wirtschaftlichen Rezession schnellte auch die Jugendarbeitslosigkeit in den 1990er extrem in die Höhe. 1998 lag die Arbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen bei 23,5% im Vergleich zu 11,4% Arbeitslosigkeit bei der Gesamtbevölkerung. Bis 2003 sank die Jugendarbeitslosigkeitsrate der 15- bis 24-Jährigen auf 21,8%. Heute liegt sie bei vergleichsweise niedrigen 15%, bleibt aber weiterhin eines der zentralen Probleme der Jugendarbeit.

Werkraum im Jugendzentrum in Tampere. Foto: IJAB

Als Gegenmaßnahmen baute man die bereits seit den 1980er Jahren existierenden so genannten Jugendwerkstätten (Nuorten työpajat, www.tpy.fi/in_english) aus. Sie kombinieren die Ziele und Instrumente der Jugendarbeit und der Arbeitsämter und sind mittlerweile in 200 Kommunen zu finden. Auch wenn sich das Konzept der Jugendwerkstätten über die Jahre weiterentwickelte, so ist ihre Hauptaufgabe doch immer noch, Jugendliche in den Bereichen Berufsfindung und Bewerbung zu beraten und Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten. Mittlerweile arbeiten die von Kommunen oder freien Trägern getragenen Jugendwerkstätten auch mit dem Bildungssystem und den Sozialämtern zusammen und ihre Zielgruppe ist erweitert worden. Neben Schulabrecher(inne)n, jungen Arbeitslosen und benachteiligten Jugendlichen richten sie sich an alle Personen zwischen 13 und 60 Jahre, die Beratung zur Arbeitssuche sowie zur Aus- und Weiterbildung benötigen.

Neben den staatlichen Einrichtungen gibt es zahlreiche Verbände und Organisationen, die in dem Bereich der Jugendsozialarbeit und Kinderhilfe tätig sind. Hier finden Sie eine kleine Auswahl:

Finnland ist Mitglied des European Network of Ombudsmen for Children (ENOC). In diesem Netzwerk sind unabhängige Büros für Kinder in europäischen Ländern zusammengeschlossen, die sich für die Verwirklichung der UN-Kinderrechtskonvention einsetzen. Sie unterstützen eine gemeinsame Lobbyarbeit für die Kinderrechte, tauschen Informationen und politische Strategien aus und werben für die Entwicklung effektiver unabhängiger Kinderbüros. - Informationen zum finnischen Büro unter www.lapsiasia.fi

Quellen: 

  • Finnisches Unterrichtsministerium: Jugendarbeit und Jugendpolitik, Grundinformation Jugend. Helsinki 2007
  • Hätälä, Jaana: Youth workshops in Finland. 
  • Sinko, Päivi: The New Child Welfare Act in Finland. Zum Download.
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Zentrale Einrichtungen und Organisationen

Handstand im Schnee.
Handstand im Schnee.Bild: © Julian Weber / fotolia.com

Auf Regierungsebene liegt die Verantwortung für die internationale Jugendarbeit beim finnischen Unterrichtsministerium (www.minedu.fi/OPM/?lang=en).

Das Centre for International Mobility (Kansainvälisen henkilövaihdon keskus - CIMO, www.cimo.fi) ist als nachgeordnete Fachorganisation des Unterrichtsministeriums für die Förderung der interkulturellen Verständigung in den Bereichen Bildung und Fortbildung zuständig. So koordiniert es das EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION, vergibt Stipendien für Auslandsaufenthalte sowie an ausländische Studierende, führt Austauschprogramme durch, fördert die Internationalisierung des Bildungs- und Fortbildungsbereichs durch Programme und Aktivitäten (Marketing, Kommunikation) und ist Träger des Informationsdienstes Eurodesk.

Die Finnische Jugendkooperation Allianssi (www.alli.fi/english) repräsentiert die finnischen Jugendorganisationen unter anderem im Europäischen Jugendforum (www.youthforum.org), in den Jugendstrukturen des Europarats (www.coe.int/t/dg4/youth/default_en.asp), im Nordischen Jugendkomitee (www.norden.org/en), in der Europäischen Jugendinformations- und Beratungsagentur (http://eryica.org) und in der World Assembly of Youth (www.way.org.my). Allianssis Interesse ist es, die Rolle der außerschulischen Bildung hervorzuheben und die Stärkung der Interessen Jugendlicher auf europäischer Ebene zu fördern. Unabhängig von Allianssi haben die Jugendorganisationen einen eigenen Zugang zu internationalen Kooperationen durch ihre internationalen Vereinigungen.

Das Unterrichtsministerium, CIMO, Allianssi, die Provinzregierungen sowie lokale Verantwortliche und Organisationen, die auf internationaler Ebene aktiv sind, treffen sich regelmäßig, um internationale Fragen zu diskutieren.

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Zusammenarbeit mit Deutschland

Deutschland und Finnland arbeiten im Jugendbereich seit Jahrzehnten eng zusammen. Ein Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit (Download als PDF) wurde im November 1978 verabschiedet und trat im April 1979 in Kraft.

Für 2008 und 2009 haben das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das finnische Unterrichtsministerium die Durchführung eines deutsch-finnischen Kooperationsprojekts vereinbart. Um die Demokratie in Europa zu stärken und Jugendliche an demokratischen Prozessen zu beteiligen, tauschten sich Entscheidungsträger/-innen, Forscher/-innen, Fachkräfte der Jugendarbeit und Jugendliche bei verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen über Formen und Wege der Jugendpartizipation in Deutschland und Finnland aus. Begleitet wurde das Projekt durch das Weblog "VERSTÄRKER – Jugendpolitik auf deutsch und auf finnisch" (http://verstaerker.pressenetzwerk.de) des Pressenetzwerks für Jugendthemen. Seinen Abschuss fand das Projekt auf einer Konferenz im Februar 2010, bei der die Ergebnisse der Zusammenarbeit vorgestellt wurden. Rund 70 Teilnehmer/-innen aus Deutschland und Finnland, sowie Gäste aus Belgien, Estland, Ungarn und der Ukraine beteiligten sich. Es wurde über Jugendpartizipation und deren Messbarkeit diskutiert, die Fachsprache von Politiker(inne)n kritisiert und die Gemeinsamkeiten und Gegensätze von Deutschland und Finnland herausgestellt. In einem Punkt herrschte Einigkeit: Die Meinung junger Leute muss ernst genommen, angehört und respektiert werden.

Das Netz des nicht-staatlichen Kultur- und Jugendaustauschs zwischen Deutschland und Finnland ist sehr dicht. Neben zahlreichen Besuchen und Direktkontakten zwischen Künstler(inne)n und Wissenschaftler(inne)n beider Staaten setzen mehr als 30 finnisch-deutsche Vereine in Finnland sowie die rund 80 Gruppen der Deutsch-Finnischen Gesellschaft in Deutschland vielfältige kulturelle Austauschprogramme um. Die Deutsch-Finnische Gesellschaft (www.deutsch-finnische-gesellschaft.de/aktivitaten/jugendarbeit) ist die drittgrößte bilaterale Vereinigung ihrer Art in Deutschland. Hinzukommen die rund 80 Städte- und Kommunalpartnerschaften, die sich unter anderem für den Schüler- und Jugendaustausch einsetzen. Darüber hinaus organisieren deutsche und finnische Jugendverbände bi- oder multilaterale Jugendbegegnungen. Als Beispiel seien hier nur der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern (www.jugend.inmv.de/ljr/index.php) und dessen Mitgliedsorganisationen genannt, die sehr enge Kontakte nach Finnland unterhalten.

Deutschland bleibt für finnische Studierende beliebter Studienstandort, denn Deutsch ist bei jungen Finn(inn)en nach den Pflichtsprachen Schwedisch und Englisch nach wie vor die am häufigsten gewählte Fremdsprache. Im Studienjahr 2006/2007 studierten 757 Finn(inn)en in Deutschland, 593 davon über das europäische Austauschprogramm ERASMUS. Umgekehrt verbrachten 1172 Studierende aus Deutschland ein ERASMUS-Jahr in Finnland (Quelle: CIMO).

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Zusammenarbeit mit anderen Ländern

Auf Regierungsebene ist internationale Jugendkooperation ein Bestandteil der kulturellen Kooperation. Jugendfragen werden in allen bilateralen Vereinbarungen berücksichtigt. Engere bilaterale Kooperationen im Jugendbereich unterhält Finnland derzeit zum Beispiel zu China, Deutschland, Estland, Israel, Italien, Mexiko, Palästina, Russland, Spanien und Südkorea. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt dabei auf dem Fachkräfteaustausch. Ziel ist es, unter anderem die eigene Jugendarbeit durch den Austausch von Expert(inn)en und guter Praktiken (best practices) zu fördern. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Unterrichtsminsteriums unter www.minedu.fi.

Ein Schwerpunkt der multilateralen Kooperation ist die Zusammenarbeit mit den skandinavischen Ländern sowie Russland, Estland und weiteren Ländern der Ostsee- und Barentsseeregion. 

Im Rahmen der Nordischen Zusammenarbeit ist das Unterrichtsministerium Finnlands im Nordischen Jugendkooperationskomitee (Nordic Youth Co-operation Committee) des Nordischen Ministerrats (Nordic Council of Ministers) vertreten. Das Gremium arbeitet als Beratungs- und Koordinierungsorgan im Bereich der nordischen und internationalen Kinder- und Jugendpolitik. Dem Komitee gehören sowohl Staaten als auch Jugendverbände an. Es fördert die nordische Zusammengehörigkeit der Jugend und Vorhaben, die dazu beitragen, die Zusammenarbeit zu verstärken. Weitere Informationen unter www.norden.org.

Straßenschild mit Hauptstädten
Straßenschild mit HauptstädtenBild: larahcv / pixabay.com

Des Weiteren ist Finnland in der Jugendzusammenarbeit der Ostseeanrainerstaaten aktiv. Der zuständige Ministerrat wird von einer Arbeitsgruppe unterstützt. Umgesetzt werden die vereinbarten Maßnahmen seit 1999 mit Hilfe des Ostseesekretariats für Jugendangelegenheiten (Baltic Sea Secretariat for Youth Affairs, http://bssya.org/http://bssya.org), das beim Landesjugendring Schleswig-Holstein in Kiel angesiedelt ist. Das Sekretariat dient als Informations- und Koordinierungsstelle für alle Formen der Zusammenarbeit zwischen jugendpolitischen Strukturen der Jugendarbeit und zwischen Jugendprojekten in der Ostseeregion.

Seit 1994 hat Allianssi als Dachverband der finnischen Jugendorganisationen im Ostsee-Jugendforum (Baltic Youth Forum) gemeinsam mit nationalen bzw. regionalen Jugendvertretungen aus den anderen skandinavischen Ländern, dem Baltikum, Russland, Polen und Deutschland mitgearbeitet. Ziel der Kooperation war die Vertretung der Jugendorganisationen gegenüber den Strukturen der Jugendzusammenarbeit in der Ostseeregion. Zudem wurden gemeinsame Projekte durchgeführt. Aufgrund geänderter Interessenlagen wurde die Arbeit im Ostsee-Jugendforum 2007 vorerst eingestellt. Derzeit wird überlegt, eine neue Form der Zusammenarbeit aufzubauen. 

Ähnlich wie im Ostseeraum gibt es auch eine Jugendzusammenarbeit der Barentsseeregion. Auch hier engagiert sich das finnische Unterrichtsministerium und ist in der zuständigen Arbeitsgruppe vertreten. 2001 wurde ein Aktionsplan für die Jugendkooperation verabschiedet, dessen Umsetzung vom Jugendsekretariat der Barentsseekooperation (Barents Youth Cooperation Office, www.barentsyouth.org) unterstützt wird. Das Sekretariat ist in Murmansk (Russland) angesiedelt.

Verschiedene Jugendorganisationen und Jugendgruppen in der Barentsseeregion (die Barentssee grenzt an den Norden Russlands, Finnlands, Schwedens und Norwegens) haben in den letzten Jahren ein Netzwerk aufgebaut, um die Kooperation in der Region auch auf der Ebene der Jugendstrukturen zu fördern. Der Name des Netzwerks ist Barents Regional Youth Forum (Regionales Jugendforum der Barentssee). Seit 2004 gibt es darüber hinaus den Regionalen Jugendrat der Barentssee (Barents Regional Youth Council). Er besteht aus je einer bzw. einem Jugendvertreter/-in pro Region und einer bzw. einem Repräsentantin bzw. Repräsentanten der indigenen Völker und vertritt die Interessen von Jugendlichen der Region gegenüber den staatlichen Strukturen. – Weitere Informationen zum Regionalen Jugendrat der Barentssee finden sich unter www.barentsyouth.org/the-barents-regional-youth-council.375116-71762.html.

Im Europarat, insbesondere im europäischen Lenkungsausschuss für die Jugend, bemüht sich Finnland, die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Jugendforschung und deren Nutzung voranzutreiben. Seit 1995 ist Finnland Mitglied der Europäischen Union, wo es versucht, auf horizontale Aspekte der Jugendpolitik aufmerksam zu machen und die Wichtigkeit der Koordination in der Jugendpolitik zu betonen.

Finnland wirkt beim European Knowledge Centre for Youth Policy (EKCYP, http://youth-partnership-eu.coe.int/youth-partnership/ekcyp/index) mit, einer Online-Wissensplattform von Europarat und Europäischer Kommission zur Jugend in Europa. Die fünf großen Themenbereiche, zu denen Informationen gesammelt und verbreitet werden, sind: ABC der Jugendpolitik, besseres Verständnis der Jugend, Information, Partizipation und Aktivitäten von Freiwilligen.

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Mobilität

Reisen innerhalb Finnlands sind bei finnischen Familien relativ häufig. In den Sommermonaten werden die Sommer- und Ferienhäuser an den Seen stark frequentiert, in den Wintermonaten boomt der Tourismus in Lappland, wo Ski und Snowboard gefahren werden kann.

Junge Finn(inn)en reisen viel. Jährlich nehmen Tausende an Mobilitätsprogrammen teil - zum Jugendaustausch, Studium oder Arbeiten. Zum Auslandsstudium gehen junge Finninnen und Finnen am liebsten nach Estland, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, die USA und Schweden. Dabei sind es vor allem junge Frauen, die im Ausland studieren.

Das Unterrichtsministerium fördert die Mobilität der Jugendlichen unter anderem durch das Centre for International Mobility (CIMO, www.cimo.fi/frontpage), das zu Auslandsaufenthalten berät, Stipendien vergibt und als Nationalagentur für das EU-Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION fungiert. Regierungsbezirke und Gemeinden verfügen darüber hinaus über eigene Austauschprogramme.

Finnland ist Mitglied in der European Youth Card Association (EYCA). Informationen zu Vergünstigungen mit der Europäischen Jugendkarte EURO26 (und jede Menge weiterer Informationen zu kulturellen Veranstaltungen, Reiseangeboten, ...) gibt es unter www.euro26.fi.

Weitere Informationen zu Finnland für junge Leute auf dem Europäischen Jugendportal: http://europa.eu/youth/FI_en

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Jugend in der Welt

Informationen zum Thema "Jugend in der Welt (Youth in the World)" erhalten Sie im European Knowledge Centre for Youth Policy.

Weiterführendes - Finnland

Weiterführendes bietet Dokumente, Lesetipps und nützliche Adressen in Finnland und Deutschland. Mehr lesen unter

Literatur- und Linktipps

Alte Bücher
Alte BücherBild: © adistock / fotolia.com

Allgemein

  • Rasso Knoller: Finnland. Ein Länderportrait. Bonn, 2012. Bestellbar bei der Bundeszentrale für politische Bildung unter www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/55694/finnland
  • FINNLAND HÖREN (Finnland-Hörbuch auf CD). Silberfuchs-Verlag, 2012.
  • Schatz, Roman: Der König von Helsinki. Oder wie ich der berühmteste Deutsche Finnlands wurde. Frankfurt/Main, 2008.
  • Tuomi-Nikula, Outi: "Wenig Worte machen", in: Kulturaustausch. Zeitschrift für internationale Perspektiven, Heft 1/2008, S. 36-38.
  • Bohn, Ingrid: Finnland: Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Regenburg, 2005.
  • Gawrich, Andrea: "Finnland –Musterknabe in der EU?", in: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage der Wochenzeitung Das Parlament, Heft 47/2004, S. 16-21. Download 
  • Hamos, Ildiko/Sohlo, Ilari: KulturSchock Finnland. Bielefeld, 2005.
  • Hillevi Low: Kauderwelsch. Finnisch Wort für Wort. Bielefeld, 2005. 
  • Niemi, Mikael: Populärmusik aus Vittula. München, 2002. 
  • Hösch, Edgar; Kalela, Jorma; Beyer-Thoma, Hermann (Herausgeber): Deutschland und Finnland im 20. Jahrhundert. Wiesbaden, 1999. 
  • Niemi, Osmo: Kalevala. Das Nationalepos der Finnen. Rostock, 1998.
  • Haar, Claus: Gebrauchsanweisung für Finnland. München, 1994.
  • Rausmaa, Pirkko-Liisa: Finnische Volksmärchen. München, 1993.

Kinder und Jugend

  • Deutscher Bundesjugendring: "Jugendpolitische Zusammenarbeit mit Finnland", in: Schriftenreihe 47 "Internationale Jugendpolitik", Berlin 2008, S. 17-25.
  • Sarjala, Jukka; Häkli, Esko (Herausgeber): Jenseits von PISA: Finnlands Schulsystem und seine neuesten Entwicklungen. Berlin, 2008.
  • Finnish Ministry of Education (Opetusministeriö): Youth Work and Youth Policy, Fact Sheets 2007Download
  • Karpela, Tanja: "Youth Policy in Finland – The Government’s proposal for a Youth Act", in: Forum 21 - Europäische Zeitschrift für Jugendpolitik, Heft 5-6/2006, S. 52-56. Download

Links

  • Who is who in Finnish Youth Work?” - Online-Informationen über die finnische Jugendarbeit von der Finnischen Jugendkooperation Allianssi: Link

  • Auf nach Finnland! Tipps, Hinweise, Links und Ansprechpartner/-innen, die helfen können, einen Auslandsaufenthalt in Finnland zu realisieren, gibt es unter www.rausvonzuhaus.de/finnland.

  • Ein Online-Diskussionsforum, auf dem sich in Finnland lebende Deutschsprachige über ihre Erfahrungen sowie Tipps und Tricks zum Leben in Finnland austauschen, findet sich unter www.saksalaiset.fi/forum. Finnland-Neulinge erfahren hier Manches über finnische Eigenheiten – von der Verkehrskultur bis hin zum Eislochangeln in der Halle.

  • Einen Informationsüberblick zur Situation von Jugendlichen sowie zur Jugendarbeit und Jugendpolitik in Finnland bietet das European Knowledge Centre for Youth Policy (unter country information): www.coe.int/de/web/portal/finland.
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Botschaften, Konsulate, Vertretungen

Botschaft von Finnland
Rauchstraße 1, 10787 Berlin
Fon: 030 5050-30, Fax: 030 5050-3333
E-Mail: info.berlin[at]formin.fi, Internet: www.finnland.de

 

Generalkonsulat
Esplanade 41, 20354 Hamburg
Fon: 040 3508070, Fax: 040 3480116
E-Mail: info.hamburg[at]formin.fi

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
Krogiuksentie 4, 00340 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 45858-0, Fax: +358 9 45858-258
E-Mail: info[at]deutschland.fi, Internet: www.helsinki.diplo.de

Ministerien und andere staatliche Einrichtungen

Unterrichtsministerium (Opetusministeriö)
Department for Cultural, Sport and Youth Policy
Youth Policy Division
P.O. Box 29, 00023 Government
FINNLAND
Fon: +358 9 1607-7347, Fax: +358 9 1607-7132
E-Mail: kaija.hallikainen[at]minedu.fi, Internet: www.minedu.fi

 

Ministerium für Arbeit und Wirtschaft (Työ- ja elinkeinoministeriön yhteystiedot)
P.O. Box 32, 00023 Government
FINNLAND
Fon: +358 29 506-0000, Fax: +358 9 1606-2160
E-Mail: kirjaamo[at]tem.fi, Internet: www.tem.fi

Ministerium für Soziales und Gesundheit (Sosiaali- ja Terveysministeriö)
P.O. Box 33, 00023 Government
FINNLAND
Fon: +358 9 160-01, Fax: +358 9 160-74126
E-Mail: kirjaamo.stm[at]stm.fi, Internet: www.stm.fi

Centre for International Mobility (CIMO, Kansainvälisen henkilövaihdon keskus)
P.O. Box 343, 00531 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 207 868-500, Fax: +358 207 868-601
Internet: www.cimo.fi

Finnische Jugendforschungsgesellschaft (Nuorisotutkimusseura)
Asemapäällikönkatu 1, 00520 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 20 755-0, Fax: +358 20 755-2627
E-Mail: toimisto[at]youthresearch.fi, Internet: www.nuorisotutkimusseura.fi

Finnische Ombudsfrau für Kinder (Lapsiasiavaltuutettu)
P.O. Box 41, 40101 JYVÄSKYLA
FINNLAND
Fon: +358 9 16073985, Fax: +358 14 3374248 
E-Mail: lapsiasiavaltuutettu[at]stm.fi, Internet: www.lapsiasia.fi

Staatlicher Beirat für Jugendfragen (Nuorisoasiain neuvottelukunta)
P.O. Box 29, 00023 Government
FINNLAND
Fon: +358 9 16077-351, Fax: +358 9 16077-132
E-Mail: nuora[at]minedu.fi, Internet: www.minedu.fi

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Kulturelle Mittlereinrichtungen

Deutsch-Finnische Gesellschaft e.V.
Fellbacher Straße 52, 70736 Fellbach
Fon: 0711 5181-165, Fax: 0711 5181-750
Internet: www.deutsch-finnische-gesellschaft.de

 

Goethe-Institut
Mannerheimintie 20 A, 00100 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 68035521, Fax: +358 9 604377
E-Mail: info[at]helsinki.goethe.org, Internet: www.goethe.de/finnland

Finnland-Institut in Deutschland für Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft gGmbH
Georgenstr. 24, 10117 Berlin
Fon: 030 52002-6010, Fax: 030 52002-6029
E-Mail: info[at]finstitut.de, Internet: www.finnland-institut.de

Finnische Zentrale für Tourismus
PO Box 625 (Töölönkatu 11), 00101 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 29 5058-000
E-Mail: mek[at]visitfinland.com, Internet: www.visitfinland.com

Jean Sibelius Gesellschaft Deutschland e.V.
Amalienstraße 42, 80799 München
Fon: 089 28890770, Fax: 089 28890770
E-Mail: klaus.seidel[at]sibelius-gesellschaft.de, Internet: www.sibelius-gesellschaft.de

Verband finnisch-deutscher Vereine (Suomi-Saksa Yhdistysten Liitto)
Pohjoinen Makasiinikatu 7, 00130 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 6227-0200, Fax: +358 9 6227-0277
E-Mail: info[at]ssyl.fi, Internet: www.ssyl.fi

Zentrum der finnischen kirchlichen Arbeit e.V.
Kirchenamt der EKD, Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover
Fon: 0511 2796-600, Fax: 0511 2796-602
E-Mail: info[at]zfka.de, Internet: www.rengas.de

Einrichtungen und Träger der politischen und kulturellen Jugendbildung sowie der Jugendsozialarbeit

FiMu - Finnischer Multikultureller Sportverband (Suomen Monikulttuurinen Liikuntaliitto)
Kivensilmänkuja 2, 00920 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 50 5511196
Internet: www.fimu.org

 

Finnisches Rotes Kreuz (Suomen Punainen Risti
Tehtaankatu 1 A, 00140 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 1293-1, Fax: +358 9 1293-321
Internet: www.redcross.fi

Gewerkschaft für Jugendarbeiter in der Kirche (Kirkon nuorisotyöntekijät)
Seksmanninpolku 3, 60200 SEINÄJOKI
FINNLAND
Fon: +358 50 3392894
E-Mail: alusa[at]netikka.fi, Internet: www.knt.fi 

Hakunila International Organization (Hakunilan kansainväli-nen yhdistys
Kannuskuja 2A, 01200 VANTAA
FINNLAND
Fon/Fax: +358 9 272-2775
E-Mail: hakunilan[at]kolumbus.fi, Internet: www.hakunila.org

Invalidiliitto - The Finnish Association of People with Physical Disabilities
Mannerheimintie 107 (käynti Nauvontie 8), 00280 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 613191, Fax: +358 9 1461443
E-Mail: fpd[at]invalidiliitto.fi, Internet: www.invalidiliitto.fi

Junge Kultur (Koordinierungsstelle) (Nuori Kulttuuri)
c/o Allianssi
Asemapäällikönkatu 1, 00520 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 20 755-2608, Fax: +358 20 755-2627
E-Mail: panu.maenpaa[at]alli.fi, Internet: http://nuorikulttuuri.fi

Kuulonhuoltoliitto (Finnischer Verband der Schwerhörigen)
Ilkantie 4, 00400 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 5803-830, Fax: +358 9 5803-331
E-Mail: info[at]kuulonhuoltoliitto.fi, Internet: www.kuulonhuoltoliitto.fi 

Mannerheim Bund für Kinderhilfe (Mannerheimin Lastensuojeluliitto)
P.O. Box 141, 00530 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 75 32451
E-Mail: mll[at]mll.fi, Internet: www.mll.fi

Nationaler Jugendwerkstätten-Verband (Valtakunnallinen työpajayhdistys)
Asemapäällikönkatu 1, 00520 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 20 755-2686, Fax: +358 20 755-2692
E-Mail: tyopajayhdistys[at]tpy.fi, Internet: www.tpy.fi

Save the Children Finland (Pelastakkaa Lapset – Rädda Barnen)
Koskelantie 3, 00610 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 4135-5400, Fax: +358 9 4135-5444
E-Mail: info[at]pelastakaalapset.fi, Internet: www.pelastakaalapset.fi

Staatlicher Kunstrat (Taiteen Keskustoimikunta)
PO Box 293 (Maneesikatu 7), 00171 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 1607-7921
E-Mail: tktinfo[at]minedu.fi

Zentralverband der Kinderhilfe (Lastensuojelun keskusliitto)
Armfeltintie 1, 00150 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 3296-011, Fax: +358 9 3296-0299
E-Mail: toimisto[at]lskl.fi, Internet: www.lskl.fi

Übersicht der finnischen Jugendzentren: www.snk.fi/en/youth+centres/

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Jugend- und Sportverbände, Freiwilligenorganisationen (Auswahl)

Allianssi - Finnische Jugendkooperation (Suomen Nuorisoyhteistyö Allianssi)
Asemapäällikönkatu 1, 00520 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 20 755-2614, Fax: +358 20 755-2628
E-Mail: info[at]alli.fi, Internet: www.alli.fi

 

Avartti
P.O. Box 36, 40701 JUVÄSKYLA
FINNLAND
Fon: +358 40 9004887
E-Mail: office[at]avartti.fi, Internet: www.avartti.fi 

Bündnis Grüner Jugendlicher und Studierender (Vihreiden Nuorten ja Opiskelijoiden liitto)
Fredrikinkatu 33 A, 00120 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 5860-4112, Fax: +358 9 693-3799
E-Mail: nuoret[at]vihrealiitto.fi, Internet: www.vino.fi

Christlicher Verein Junger Frauen Finnland (Nuorten Naisten Kristillina Yhdistys - YWCA
Pohjoinen Rautatiekatu 23 B, 00100 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 4342-290, Fax: +358 9 4342-2920
E-Mail: nnky[at]ywca.fi, Internet: www.ywca.fi

Christlicher Verein Junger Menschen Finnland (Nuorten Miesten Kristillinen Yhdistys - YMCA
P.O. Box 337, 00171 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 135-5797, Fax: +358 9 135-2756 
E-Mail: suomen.nmky@kolumbus.fi, Internet: www.ymca.fi 

Evangelisch-Lutherischer Jugendverband (Nuorten Keskus - Lutherska ungdomscentret i Finland)
Liisankatu 27 A 5, 00170 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 622-9670, Fax: +358 9 135-7124
E-Mail: toimisto[at]nuortenkeskus.fi, Internet: www.nuortenkeskus.fi

Finnische Falkenbewegung (Nuorten Kotkain Keskusliitto)
Sturenkatu 27 B, 00510 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 77457-60, Fax: +358 9 77457-645 
E-Mail: toimisto[at]nuoretkotkat.fi, Internet: www.nuoretkotkat.fi 

Jugendverband der Zentrumspartei (Suomen Keskustanuoret)
Apollonkatu 11 A, 00100 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 75144-250, Fax: +358 9 75144-255
E-Mail: info[at]keskustanuoret.fi, Internet: www.keskustanuoret.fi/finnish-center-youth

Finnischer Christlicher Studierendenverband (Suomen Kristillinen Ylioppilasliitto - SKY
Siltasaarenkatu 11 C 47, 00530 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 719-286, Fax: +358 9 719-633
E-Mail: paasihteeri[at]sky-fks.fi, Internet: www.sky-fks.fi

Finnischer Jugendverband (Suomen Nuorisoseurojen Liitto)
Vernissakatu 8 A, 01300 VANTAA
FINNLAND
Fon: +358 9 5840-610, Fax: +358 9 5840-6200 
E-Mail: info[at]nuorisoseurat.fi, Internet: www.nuorisoseurat.fi

Finnischer Naturverband (Luonto-Liitto)
Annankatu 26 A, 00100 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 68444-20, Fax: +358 9 68444-222 
E-Mail: info[at]luontoliitto.fi, Internet: www.luontoliitto.fi

Finnischer Sportverband (Valo, Finnish Sports Confederation)
Radiokatu 20, 7th floor, 00240 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 3481-21, Fax: +358 9 3481-2602
Internet: www.sport.fi

Jugend der Finnischen Christdemokraten (Suomen Kristillisdemokraattiset (KD) Nuoret)
Karjalankatu 2 C, 00520 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 3488-2229, Fax: +358 9 3488-2228
E-Mail: nuoret[at]kristillisdemokraatit.fi, Internet: www.kdnuoret.fi 

Jugendakademie (Nuorten Akatemia)
Asemapäällikönkatu 1, 00520 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 20 7552-670, Fax: +358 20 7552-681
E-Mail: toimisto[at]nuortenakatemia.fi, Internet: www.nuortenakatemia.fi 

Jugendbündnis der Koalitionspartei (Kokoomuksen Nuorten Liitto)
Pohjoinen Rautatiekatu 21 B 5. krs., 00100 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 20 748-8488, Fax: +358 9 694-3702
E-Mail: info[at]kokoomusnuoret.fi, Internet: www.kokoomusnuoret.fi 

Linke Jugend Finnlands (Vasemmistonuoret)
Viherniemenkatu 5 A, 00530 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 7747-4260, Fax: +358 9 7747-4270
E-Mail: toimisto[at]vasemmistonuoret.fi, Internet: www.vasemmistonuoret.fi

Pfadfinder/-innen Finnlands (Suomen Partiolaiset – Finlands Scouter)
Kylänvanhimmantie 29, 00640 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 2533-1100, Fax: +358 9 2533-1160 
E-Mail: info[at]sp.partio.fi, Internet: www.partio.fi

Sozialdemokratische Jugend Finnlands (Sosialidemokraattiset Nuoret
Saariniemenkatu 6, 00530 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 7745-130, Fax: +358 9 712-752
E-Mail: toimistosihteeri[at]demarinuoret.fi, Internet: www.demarinuoret.fi 

Sozialdemokratische Studierende in Finnland SONK (Sosialidemokraattiset Opiskelijat)
Saariniemenkatu 6, 00530 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 (0)9 / 4789-8261, Fax: +358 (0)9 / 712-752
E-Mail: sonk[at]sonk.fi, Internet: http://sonk.fi

Studentenunion der Zentrumspartei (Keskustan Opiskelijaliitto)
Apollonkatu 11 A, 00100 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 7514-4330, Fax: +358 9 7514-4230
E-Mail: paasihteeri[at]keskustaopiskelijat.fi, Internet: www.keskustaopiskelijat.fi 

Studierendenorganisation der Koalitionspartei (Kokoomuksen Opiskelijaliitto Tuhatkunta
Pohjoinen Rautatiekatu 21 B, 00100 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 20 748-8449, Fax: +358 20 748-8506
Internet: http://kokoomusopiskelijat.fi

Verband Finnischer Demokratischer Pioniere (Suomen Demokratian Pioneerien liitto)
Viherniemenkatu 5 A, 00530 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 774742-80, Fax: +358 9 774742-90
E-Mail: sdpl[at]sdpl.fi, Internet: www.sdpl.fi 

Verband Finnischer Jugendchöre (Nuorten Kuoroliitto)
Fredrikinkatu 51-53 B, 00100 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 4136-1138, Fax: +358 9 4136-1122 
E-Mail: nuorten.kuoroliitto@sulasol.fi
Internet: www.sulasol.fi/nukl

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Jugendinformationszentren

Kompassi (Jugendinformationszentrum Helsinki)
Lasipalatsi, Mannerheimintie 22-24, 00100 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 3108-0080, Fax: +358 9 3108-0085
E-Mail: kompassi@lasipalatsi.fi, Internet: www.kompassi.info/

 

Mediakasvatusseura (Mediaeducation.fi)
Pohjoisranta 6, 00170 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 50 594-2275
E-Mail: mediakasvatus[at]mediakasvatus.fi, Internet: www.mediaeducation.fi

Jugendinfozentrum Rovaniemi (Nuti)
Pohjolankatu 6, 96100 ROVANIEMI
FINNLAND
Fon: +358 16 32230-69, Fax: +358 16 32230-76 
E-Mail: nuti[at]rovaniemi.fi, Internet: nuti.rovaniemi.fi

Jugendinformations- und -beratungszentrum Turku (Nuorten tieto- ja neuvontapiste Nuorten Turku)
Aurakatu 16 (katutaso), 20100 TURKU
FINNLAND
Fon: +358 2 2623126, Fax: +358 2 2623136
nuortenturku[at]turku.fi, Internet: www.nuortenturku.fi

Jugendinfozentrum Espoo (yESBOx Omena)
P.O. Box 3381, 02070 ESPOO
FINNLAND
Fon: +358 9 816-23620, Fax: +358 9 816-57689 
E-Mail: yesbox.omena@espoo.fi
Internet: www.espoo.fi/en-US/Culture_and_sport/Youth/Information_and_advice

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Jugendunterkünfte

Finnish Youth Hostel Association
Yrjönkatu 38 b 15, 2. krs, 00100 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 9 5657150?
E-Mail: info[at]hihostels.fi, Internet: http://www.hihostels.fi

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Einrichtungen und Organisationen der internationalen Jugendarbeit

Allianssi - Finnische Jugendkooperation (Suomen Nuorisoyhteistyö Allianssi)
Asemapäällikönkatu 1, 00520 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 20 755-2614, Fax: +358 20 755-2628
E-Mail: info@alli.fi, Internet: www.alli.fi

Centre for International Mobility (CIMO, Kansainvälisen henkilövaihdon keskus)
P.O. Box 343, 00531 HELSINKI
FINNLAND
Fon: +358 207 868-500, Fax: +358 207 868-601
Internet: www.cimo.fi/frontpage

IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Godesberger Allee 142-148
53175 Bonn
Tel.: +49 (0)228 / 9506-0
Fax: +49 (0)228 / 9506-199
E-Mail: info@ijab.de, Internet: www.ijab.de 

Norwegian Barents Secretariat – Youth Department (Norwegisches Barentssee-Sekretariat - Jugendabteilung)
P.O. Box 276
N-9915 Kirkenes
Tel.: +47 (0)78 / 9770-50
Fax: +47 (0)78 / 9770-55
E-Mail: laila@barents.no
Internet: www.barentsyouth.org 

Ostseesekretariat für Jugendangelegenheiten (Baltic Sea Secretariat for Youth Affairs)
c/o Landesjugendring Schleswig-Holstein
Holtenauer Straße 99
24105 Kiel 
Tel.: +49 (0)431 / 80098-47
Fax: +49 (0)431 / 80098-41 
E-Mail: info@balticsea-youth.org
Internet: bssya.org

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Impressum
ImpressumBild: geralt / pixabay.com

Impressum - Finnland

Die Länderinfos zu FINNLAND wurden zusammengestellt von: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.

Letzte Aktualisierung: November 2017

Kontakt: dija@ijab.de