JAPAN

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Blüten vor dem Vulkan Fuji.
Blüten vor dem Vulkan Fuji.Bild: © Craig Hanson / fotolia.com

Der Text gliedert sich in die vier Kapitel: 

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Allgemeine länderkundliche Informationen - Japan

Japanische Flagge.
Japanische Flagge.Bild: © dario / fotolia.com

Hier eine Übersicht relevanter Links, die einen Überblick über Land und Leute geben: 

Länderinformationen des Auswärtigen Amts:
https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/japan-node

Website der Japanischen Botschaft: www.de.emb-japan.go.jp

CIA World Factbook: https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/ja.html

de.wikipedia.org/wiki/Japan 

Grunddaten

Einwohner: 126.045.000 (2017)

Hauptstadt: Tokyo 

andere große Städte: Yokohama, Osaka, Nagoya, Sapporo, Kobe, Kyoto, Fukuoka, Kawasaki, Saitama, Hiroshima 

Amtssprache: Japanisch. Englisch ist Handels- und Verkehrssprache.

Bruttoinlandsprodukt je Einwohner: $ 38.917 (2016)

Altersstruktur (2018, geschätzt):
0 – 4 Jahre: 5 267 000 (männlich: 2 697 000, weiblich: 2 569 000)
5 – 9 Jahre: 5 401 000 (männlich: 2 765 000, weiblich: 2 636 000)
10 – 14 Jahre: 5 857 000 (männlich: 3 000 000, weiblich: 2 857 000)
15 – 19 Jahre: 6 050 000 (männlich: 3 100 000, weiblich: 2 950 000)
20 – 24 Jahre: 6 257 000 (männlich: 3 204 000, weiblich: 3 053 000)
25 – 29 Jahre: 6 998 000 (männlich: 3 566 000, weiblich: 3 432 000) 
30 – 34 Jahre: 7 774 000 (männlich: 3 941 000, weiblich: 3 833 000)
Gesamtanteil der Altergruppe bis 34 Jahre an der Gesamtbevölkerung: 43 604 000
(www.stat.go.jp/english/data/jinsui/tsuki/index.htm)

Lebenserwartung: Frauen: 88,8 Jahre; Männer: 81,9 Jahre (2017)

Bevölkerungszuwachs: - 0,19% (2016). 

Verwaltung: Parlamentarische Demokratie. Zentral verwaltetes Land mit 44 (Land-)Präfekturen (ken), zwei Stadtpräfekturen (fu; Osaka, Kyoto) und den Hauptstadtbereich (to) Tokyo. Diese Einheiten werden traditionell - aber nicht verwaltungsmäßig - in acht Regionen (chiho) zusammengefasst: Hokkaido, Tohoku, Kanto, Chubu, Kinki, Chugoku, Shikoku, Kyushu. An der Verwaltungsspitze der Präfekturen steht jeweils ein direkt gewählter Gouverneur. Die kommunale Ebene bildet die ntere Verwaltungseinheit. Sie besteht aus Kreise (gun), Städte (shi), Stadtteile (ku), kleinere Städte oder Stadtviertel (machi) und Dörfer (mura). 

Staatsoberhaupt: Kaiser (Tenno) Akihito. Regierungschef: Ministerpräsident: Shinzo Abe, Liberaldemokratische Partei (LDP), seit 26. Dezember 2012

Religion: ca. 84% Shintoisten und 71% Buddhisten, 2% Christen, andere 8%. Die Summe übersteigt 100%, da viele Menschen als Shintoisten und Buddhisten oft zwei Religionen angehören. 

Sonstige Daten
- Arbeitslosenquote: 3,2% (2016, geschätzt); Jugendarbeitslosenquote 15-24 Jahre: 10,8 % (2016)
- Internationale Mitgliedschaften: in fast allen internationalen Organisationen; in den Vereinten Nationen; Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofs (IstGH).(Quellen: Auswärtiges Amt, Wikipedia, Statistics Bureau Japan)

Relevante Gesetze

Im Jahr 2009 wurde das nationale Gesetzt Act on Promotion of Development and Support of Children and Young People erlassen, das die Regierung dazu aufforderte, ein Headquarter for Promotion of Development and Support for Children and Young People zu etablieren und ein Grundsatzpapier für Kinder und Jugendliche zu formulieren. Außerdem sollten die Rahmenbedingungen für eine umfassenden Förderung der Maßnahmen für Kinder- und Jugendhilfe geschaffen werden sowie eine Netzwerk zur Unterstützung benachteiligter Kinder und Jugendlicher.

Daraufhin begann das Cabinet Office umgehenden mit der Ausarbeitung eines Grundsatzpapiers für Kinder und Jugendliche und mit Inkrafttreten des Act am 1. April 2010 wurde das Headquarters for Promotion of Development and Support for Children and Young People errichtet (angegliedert an das Cabinet Office, Vorsitz: japanischer Premierminister)

Das Ergebnis ist die im Juli 2010 vom Headquarters formulierte Jugendstrategie Vision for Children and Young People auf Grundlage des Act on Promotion of Development and Support of Children and Young People, die eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Jugend und Jugendarbeit in Japan spielt. Die Schwerpunkte der Jugendstrategie sind:

  • Förderung einer gesunden Entwicklung aller Kinder und Jugendlichen
  • Hilfsmaßnahmen für benachteiligte Kinder und Jugendliche und deren Familien
  • Schaffung eines sozialen Umfelds, um eine funktionsübergreifende Unterstützung der ganzen Gesellschaft zu ermöglichen.

Das Gesetz von 2009 und die Jugendstrategie von 2010 sind ressortübergreifend gültig und haben stets die Zielgruppe Jugend im Blick. Sie wurden mit dem Ziel verabschiedet und erstellt, die verschiedensten Maßnahmen der Ministerien und Akteure zusammenzufassen, besser zu vernetzen und zu koordinieren.

Die Umsetzung ist systematisch bis auf Lokalebene vorgesehen. Präfekturen bzw. Kommunen sind aufgefordert, gemäß der neuen nationalen Vorgaben Kinder- und Jugendpläne aufzustellen und verstärkt koordinierende Strukturen aufzubauen. In der Gestaltung der Angebote sollen Non-Profit-Organisationen (NPOs) noch stärker Aufgaben übernehmen. Es handelt sich bei dieser Jugendstrategie nicht um ein Gesetz, sondern um Empfehlungen und Handlungsstrategien, die möglichst von allen Ministerien umgesetzt werden sollen. 

Eine ausführliche Darstellung der Jugendstrategie Vision for Children and Young People finden Sie auch auf dija.de unter Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Gesetze des Ministeriums für Bildung, die auch Elemente außerschulischer Bildung umfassen: 

Das Grundgesetz zur Bildung (Fundamental Law of Education) wurde erstmals in der Verfassung von 1947 (Artikel 26) verankert. Es garantiert das Recht auf eine für Jungen und Mädchen gleiche und freie grundlegende Bildung.

2006 verabschiedete die japanische Regierung zum ersten Mal eine Änderung und eine überarbeitete Version des grundlegenden Gesetzes über Bildung (Basic Act on Education, 2006).

Gleich zwei Jahre später (2008) präsentierte die Regierung eine erneute Überarbeitung des Bildungsgesetzes (Basic Plan for the Promotion of Education, 2008), in dem nun auch außerschulische Elemente an Bedeutung gewinnen, wie z.B. erlebenispädagogische Tage in NIYE Bildungsstätten und Pläne zur Umsetzung der Maßnahmen genannt werden.

Die Bereiche der außerschulischen Jugendbildung, Erwachsenenbildung und community education wurden als soziale Bildung zusammengefasst und 1949 in das Gesetz zur sozialen Bildung (Social Education Law) aufgenommen. Es ist seitdem mehrmals verändert und ergänzt worden. Das Gesetz soll die Zuständigkeiten für einzelne Maßnahmen der Sozialen Bildung regeln. Die Überarbeitung von 1959 schrieb die Einrichtung von Jugendhäusern vor und benannte so die Jugend zum ersten Mal als eigenständige Gruppe.
(Weitere Informationen unter “Social Education” System in Japan.)

Relevante Gesetze des Ministeriums für Arbeit und Wohlfahrt:

Die Neufassung des Kinderwohlfahrtsgesetzes trat am 1. April 1998 in Kraft. Kernstück des reformierten Gesetzes ist die Flexibilisierung der Kindertagesstätten. Das bedeutet für Eltern, dass sie nun selbst eine Tagesstätte mit einem freien Platz suchen können und nicht mehr an ein bestimmtes Einzugsgebiet gebunden sind. 

1999 wurde das Gesetz gegen Kinderprostitution und Kinderpornografie verabschiedet. Damit kann der freiwillige sexuelle Kontakt minderjähriger Mädchen mit älteren Männern, der bis dato nicht als Vergewaltigung galt, strafrechtlich verfolgt werden, sobald die Mädchen dafür Geschenke oder Geld nehmen.

2000 erließ die japanische Regierung das Präventionsgesetz zur Kindesmisshandlung. Auf dessen Basis wurden nachfolgend so genannte Präventionsbüros Kindesmisshandlung eingerichtet.

2000 und 2001 wurden die Gesetze über das Rauchverbot für Minderjährige und über das Alkoholverbot für Minderjährige jeweils ergänzt. Hier wurde jeweil das Strafmaß für Gesetzesverstöße erhöht. Außerdem wurde die Bestrafung sowohl des Geschäftseigentümers als auch des Verkäufers bei Verstößen gegen die Abgabe von Zigaretten an Minderjährige neu aufgenommen. Unter anderem wurde auch die Überprüfung des Alters gesetzlich verankert. 

2001 trat auch das Gesetz zur Förderung des Lesevermögens bei Kindern in Kraft. Im Zuge dessen wurde der 23. April zum Kinderlesetag erklärt.

Im Juni 2003 wurde das Gesetz zur Kontrolle von Internet Dating Sites verabschiedet, nachdem bekannt wurde, dass junge Mädchen im Zusammenhang mit dem Besuchen von Dating-Websites Opfer krimineller Machenschaften wurden. 

2003 trat auch das überarbeitete Wohlfahrtsgesetz für Alleinerziehende in Kraft. Hier geht es um die Unterstützung Alleinerziehender bei der Kindererziehung sowie bei der Karriereförderung.

Die japanische Regierung hat das Potenzial von Non-Profit-Organisationen (NPO) im sozialen Bereich und beim Aufbau einer "harmonischen Gesellschaft" erkannt (Begriff bezieht sich auf Politikbereich cohesive society, der gesellschaftliche Zukunftsfragen wie alternde Gesellschaft, gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen inklusive internationalem Jugendaustausch, Verkehrssicherheit etc. bündelt) und hat somit ein großes Interesse an der Weiterentwicklung des NPO-Sektors. Das entspricht dem New Public Common-Konzept der Regierung, das eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen staatlichen Akteuren und NPOs bei der Implementierung von sozialen Aktivitäten vorsieht. Seit Inkrafttreten des ersten Gesetzes zur Förderung gemeinnütziger Organisationen (Act to Promote Specified Nonprofit Activities, 1998) sind weitere Schritte unternommen worden, um die Rahmenbedingungen für NPO-Aktivitäten zu verbessern und die Gründung von NPOs zu erleichtern. So ergeben sich für sie guten Chancen, sich im Rahmen der Umsetzung eine gute Position in der Jugendarbeitsstruktur zu schaffen.

Internationale in Japan gültige Gesetze sind: 

  • UN-Kinderrechtskonvention 
  • Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) über das Verbot von Kinderarbeit.

 Kinderrechte in Japan: http://www.crin.org/en/library/publications/japan-child-rights-under-japanese-law

Link
http://wiki.crin.org/mediawiki/index.php?title=Japan - Wiki zu Kinderrechten in Japan

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Altersbezogene gesetzliche Bestimmungen

In Japan erlangt man mit 20 Jahren die Volljährigkeit, davor ist von Minderjährigen die Rede (miseinensha). Im Arbeitsstandardgesetz wird anders definiert: bis 15 Jahren wird von Kind gesprochen (Jido). Bis zu diesem Alter ist eine Beschäftigung verboten und soweit reicht die Schulpflicht. Der Begriff Jugendlicher (nenshosha) wird für Menschen zwischen 15 und 18 Jahren verwendet. Über 18-Jährige werden als Erwachsene (seijin) bezeichnet. 

Die dem Büro des Premierministers unterstellte Staatsministerin für Jugendfragen ist für die Angelegenheiten der bis 25-Jährigen zuständig. Bei der LDP (Liberal-Demokratische Partei) beispielsweise wird die Parteijugend bis zum 35. Lebensjahr gerechnet. Einige Untersuchungen über Leben und Einstellung der Großstadtjugend in Tokyo setzen die Spanne auf 15 bis 29 Jahre fest.
(Quelle: Lemaire, Bernard: JugendleiterInnen in Japan und Deutschland, Frankfurt/M. u. a. 1996.)

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Finanzierung

Japanischer Geldschein, 5000 Yen.
Japanischer Geldschein, 5000 Yen.Bild: Jasmin777 / pixabay.com

Staatliche nationale Förderung

Die Ausgaben für die Jugend des Ministeriums für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) sichern den größten Teil der Jugendarbeit und schließen die Unterhaltung der Schulen mit ein. Daneben fördern die einzelnen Ministerien ihre spezifischen Programme der Jugendhilfe beziehungsweise der Jugendsozialarbeit. 

Die öffentliche Finanzierung spielt in Japan eine untergeordnete Rolle. Es gibt keine Dauer- oder Maßnahmenförderung mit Rechtsanspruch. Die Förderung ergibt sich in der Regel aus Einzelentscheidungen. Das gesamte Budget macht demzufolge nur einen geringen Teil der Gesamthaushaltssumme aus.

MEXT ist im Jugendbereich für die öffentlichen Organisationen finanziell zuständig, für die freien Träger gibt es über das MEXT projektbezogene finanzielle Zuschüsse. In diesem Bereich werden Projekte gefördert, die unter staatliche Pflichtaufgaben fallen, insgesamt gab es hier im Jahr 2012 ein Budget von 350 000 000 Yen, wobei 100 000 000 Yen darunter projektbezogene Gelder sind, auf die auch freie Träger Zugriff haben.

Im Rahmen der Vision für Kinder und Jugendliche wurde ein neuer Finanztopf namens "Kindertraum-Fond" in Höhe von 2.300.000 Yen eingerichtet, bei der freie Träger auch eigene Projekte beantragen können. Zur Förderung der gesunden Entfaltung von Kindern werden besondere und neue Maßnahmen und Angebote im Bereich Erlebnispädagogik und Bücher Leseaktionen unter anderem von freien Trägern finanziell unterstützt. (Quelle: NIYE)

Weitere Einrichtungen und Projekte werden u.a. durch Mittel des Ministeriums Gesundheit, Arbeit und Wohlfahrt (MHLW) finanziert.

Private und sonstige Finanzierungsquellen

Die Jugendverbände und sonstige Jugendorganisationen und mit dem Thema Jugend befasste Stellen finanzieren sich aus Mitgliedsbeiträgen, aus dem Erlös von Veranstaltungen und aus Spenden beziehungsweise aus der Unterstützung von Firmen und Geschäftsleuten.

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Relevante Ministerien und ihre Zuständigkeiten

Die oberste Zuständigkeit für die Entwicklung der Jugend liegt bei einer dem Büro des Premierministers angegliederten Leitstelle für Jugendentwicklung (Headquarters for Promotion of Development and Support for Children and Young People). Sie ist an das japanische Cabinet Office angegliedert und den Vorsitz hat der japanische Premierminister. Mitglieder sind unter anderem das Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie, das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales, die Oberste Polizeibehörde und das Justizministerium. Diese Leitstelle stellt den engen Kontakt zwischen den auf administrativer Ebene für die Entwicklung der Jugend zuständigen Behörden sicher und strebt nach der Förderung umfassender und effektiver Maßnahmen für junge Leute.
Sie hatte die Aufgabe, die Jugendstrategie Vision zu formulieren und überwacht nun das darin enthaltene Ziel, Regionalräte in den Präfekturen bzw. Kommunen einzurichten. Ihr stehen jedoch keine finanziellen Mittel zur Verfügung und sie hat keine Weisungsbefugnis.

Das Ministerium für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) ist für den gesamten Schul-, Hochschul- und außerschulischen Bildungsbereich zuständig. Diese Aktivitäten werden in Japan unter dem Begriff social education zusammengefasst. Innerhalb des Ministeriums gibt es eine Abteilung für Sport und Jugend (Sports and Youth Bureau), die vor allem für die Formulierung und Ausgestaltung einer Politik für die gesunde Entwicklung der Jugend verantwortlich ist. Außerdem unterstehen dem Ministerium folgende Einrichtungen mit nachfolgenden Aufgabenbereichen:

  • Erziehungsberatungsstellen: Untersuchungen und Forschungen zur Erziehung, Schulung von Lehrpersonal, Erziehungsberatung,
  • Telefonische Erziehungsberatung für Familien: Beratung für problembelastete Familien,
  • Kindererziehungs-Hotline: Beratung für Eltern mit Erziehungsproblemen,
  • Kinder-Hotline: Beratung für Kinder und Jugendliche mit familiären Problemen,
  • National Olympics Memorial Youth Center der National Institution for Youth Education: Informationen und Koordination von Feriencamps, Jugendfreizeiten, Programmpartner deutsch-japanischer Jugendaustauschprogramme.

Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales übernimmt Aufgaben, die man in Deutschland als Maßnahmen der Jugendsozialarbeit bezeichnen würde. Der gesamte Bereich der Sozial-, Kinder- und Behindertenfürsorge fällt in die Zuständigkeit des Ministeriums ebenso wie die berufliche Förderung der jugendlichen Arbeitnehmer und die Arbeitsplatzvermittlung. 

  • Staatliches Zentrum für Psyche und Nerven: klinische und psychische Behandlung,
  • Zentren für psychische Gesundheit und Wohlfahrt: Erkenntnisse über psychische Erkrankungen sammeln, untersuchen und entsprechende Beratungen anbieten,
  • Heime für arbeitende Jugendliche: Beratung arbeitender Jugendlicher insbesondere zu Freizeitangeboten,
  • Kinderberatungsstellen: Beratung und psychologisch-medizinische Begutachtung von Jugendlichen aus Problemfamilien, Einweisung in Jugendheime, Koordination lokaler Jugendhilfeeinrichtungen,
  • Hilfestellen für Familien mit Kindern: Aufnahme und Pflege der von den Kinderberatungsstellen zugewiesenen Kinder und Jugendlichen, Vernetzung der lokalen Jugendhilfeeinrichtungen,
  • Sprechzimmer für Familien mit Kindern: Beratung von Kindern und Jugendlichen und deren Familien, Hausbesuche.

Weitere Ministerien und Einrichtungen, die Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe übernehmen, sind:

  • Oberste Polizeibehörde
    - Polizeipräsidien, Polizeizentralen, Jugendhilfezentren
    - Auftrag: Jugendliche polizeilich registrieren, im Verhalten anleiten, jugendliche Opfer schützen, Verstöße gegen das Kinderwohlfahrtsgesetz kontrollieren, Jugendliche beraten. 
  • Justizministerium
    - Jugendklassifikationsanstalten: Untersuchung vom Familiengericht zugewiesener Jugendlicher zum Zwecke der Klassifizierung/Weiterleitung,
    - Bewährungsaufsichtstellen: Bewährungsaufsicht, Kriminalitätsprävention, Koordination und Anpassung des sozialen Umfeldes der Jugendlichen, Schnell- und Noteinsätze, Beratung,
    - Büros der Menschenrechtsberatung: Beratung, Weiterleitung an zuständige Stellen, Zugangshilfen zur Rechtsberatung. 
  • Außenministerium
    - Jugendaustauschprogramme auf Basis von Kulturabkommen,
    - Global Youth Exchange (GYE) Program,
    - South Asian Youth Invitation Program,
    - Japan Exchange and Teaching (JET) Programme,
    - andere. 
  • Ausschuss für Bildung und Erziehung

 (Quellen: Jugendhilfe in Japan aus deutscher Sicht. Beitrag von Manuel Metzler. In: neue politik 4/2004; Website des Außenministeriums MOFA)

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Kinder- und jugendpolitische Schwerpunkte und Aktionsprogramme

Sechs japanische Kinder in Schuluniform.
Sechs japanische Kinder in Schuluniform.Bild: mariamichelle / pixabay.com

Im Jahr 2010 wurde die Jugendstrategie Vision for Children and Young People formuliert, die eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Jugend und Jugendarbeit in Japan spielt.

Die Umsetzung ist systematisch bis auf Lokalebene vorgesehen. Präfekturen bzw. Kommunen sind aufgefordert, gemäß der neuen nationalen Vorgaben Kinder- und Jugendpläne aufzustellen und verstärkt koordinierende Strukturen aufzubauen. In der Gestaltung der Angebote sollen Non-Profit-Organisationen (NPOs) noch stärker Aufgaben übernehmen. Es handelt sich bei dieser Jugendstrategie nicht um ein Gesetz, sondern um Empfehlungen und Handlungsstrategien, die möglichst von allen Ministerien umgesetzt werden sollen. 

Die Vision für Kinder und Jugendliche wurde mit dem Ziel formuliert, die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu fördern und eine Gesellschaft zu gestalten, in der jeder einzelne eingegliedert werden kann.

Weiterhin wurde darin die Grundrichtung der Maßnahmen für die Kinder- und Jugendhilfe festgelegt:

1. Förderung einer gesunden Entwicklung aller Kinder und Jugendlichen

  • Förderung zur Persönlichkeitsgestaltung
    (Lebenskompetenzen fördern; vielfältige Angebote an Aktivitätsmöglichkeiten, wie Naturerlebnisse, Erleben von Kunst und traditioneller Kultur; Stärkung der Lernfähigkeit; Sicherstellen der grundsätzlichen Lernfähigkeit, Qualitätssicherung vom Unterricht in der Senior High School; Sicherstellung der hochqualitativen Bildung in Hochschulen und Universitäten; Erweiterung der finanziellen Förderung: Kindergeld, Abschaffung des Schulgelldes in der Senior High School)

  • Förderung zur Mitgestaltung der Gesellschaft und gesellschaftliche Partizipation
    (gesellschaftliche Gestaltungsfähigkeit und Teilhabe fördern; Förderung der "Citizenship"-Bildung; Ort der Meinungsäußerung für Kinder und Jugendliche sicherstellen; ehrenamtliches Engagement; Teilnahme an internationalen Austauschprogrammen)

  • Gewährleistung von Gesundheit und Sicherheit
    (Beratungsmöglichkeiten über pubertätsspezifische Probleme anbieten wie Rauchen oder Geschlechtskrankheiten; Gesundheitsförderung in der Schule verstärken; Einsatz von Schulsozialarbeitern)

  • Förderung zur beruflichen Integration junger Menschen
    (Erwerben von Kompetenzen und Willen zur beruflichen Integration: Karriere- und Berufsbildung systematisch vorantreiben; Intensivierung der beruflichen Integration für Oberschüler und Studenten)

2. Hilfsmaßnahmen für benachteiligte Kinder und Jugendliche und deren Familien

  • Unterstützung für NEETs, Hikikomoris, schulabsente Kinder und Jugendliche
    (Einrichten der Regionalräte für Kinder- und Jugendhilfe vorantreiben (Aufbau von Netzwerken auf lokaler Ebene); Fort- und Weiterbildung von Multiplikatoren der Kinder- und Jugendarbeit; Durchführung der Programme von lokalen Jugendhilfestationen "support station")

  • Fördermaßnahmen für behinderte Kinder und Jugendliche
    (Unterstützung der schulischen Erziehung und Bildung sowie der beruflichen Integration; Hilfe für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen)

  • Hilfe für delinquente Kinder und Jugendliche
    (Präventive Maßnahmen gegen Delinquenz, erweiterte Beratungsmöglichkeiten in Fragen von Delinquenz; Drogenprävention bei Kindern und Jugendlichen; Möglichkeiten der Rehabilitationsprogramme in der Jugenderziehungsanstalt erweitern; Besserungsprogramm für die unter Bewährungs- und Führungsaufsicht stehenden Jugendlichen erweitern.)

  • Maßnahmen gegen Kinderarmut
    (Kindergeld, Abschaffung des Schulgeldes in der Senior High School, Stipendien verstärken; Unterstützung für Alleinerziehende; Prävention der Verkettung von Armut; präzise Beurteilung der gegenwärtigen Lage der betroffenen Kinder)

  • Schaffung eines "Aufenthaltsort" für benachteiligte, schutzbedürftige Kinder und Jugendliche, z.B. eine Wohngruppe

  • Unterstützung betreuungsbedürftiger Kinder und Jugendlicher wie ausländische Kinder und Jugendliche
    (Erziehungs- und Bildungsmöglichkeiten erweitern; berufliche Integration für langfristig aufenthaltsberechtigte ausländische Jugendliche; Hilfe für Menschen mit Geschlechtsidentitätsstörung; Unterstützung für Eltern im Teenageralter; Unterstützung von unehelichen Kindern)

  • Präventions- und Schutzmaßnahmen
    (Maßnahmen zur Verhinderung von Kindesmisshandlung; Konzept "Pflegeeltern" erweitern; Verbot von Kinderprostitution und Kinderporno; Beratung und Hilfe für Opfer von Straftaten; Prävention von Mobbing und Selbstmord; Schadenprävention durch Bewusstseinsförderung (Medienkompetenz, Informationsethik usw.))

3. Schaffung eines sozialen Umfeldes, um eine funktionsübergreifende Unterstützung der ganzen Gesellschaft zu ermöglichen

  • Wiederaufbau von Wechselbeziehungen zwischen Familie, Schulen und dem sozialen Umfeld
    (Elternarbeit "offene Familie": MultiplikatorInnen in Fragen familiärer Erziehung fort- und weiterbilden; Beratungsmöglichkeiten erweitern; Schaffung einer "offenen Schule" durch Einbindung externer Institutionen; Einrichten von lokalen Unterstützungszentralen für Schulen und Community school fördern; Einbindung von  Schulberatern und Schulsozialarbeitern; "Pläne für Kinder nach der Schule" fördern; Kriminalprävention durch Stadtgestaltung)

  • Förderung durch unterschiedliche Träger für Kinder- und Jugendhilfe vorantreiben
    (Beratungsmöglichkeiten erweitern: Institutionalisierung von zentralen Beratungsstellen, Einsatz von Ombudspersonen; Förderung durch freie Träger vorantreiben: Bürgerinitiativen fördern; Aktivitäten mit der Idee von New Public unterstützen (=die durch das Kabinett initiierte Idee und daraus entstehende Phänomene in der Gesellschaft, in der die Bürger oder NPOs als Anbieter von öffentlichen Dienstleistungen fungieren)

  • Verstärkung der Funktion von beteiligten Organen
    (Förderung von haupt- und ehrentamtlichen Mitarbeiter(inne)n der Jugendarbeit im sozialen Nahraum; Fachkräfte, Multiplikator(inn)en und Jugendleiter/-innen der Jugendarbeit fort- und weiterbilden; Peer Counseling popularisieren)

  • Abschaffung eines kinder- und jugendgefährdenden Umfeldes
    (Leistungsverbesserung und Popularisierung von Content-Filtern; illegale Informationen im Internet überwachen; Maßnahmen gegen Delikte durch Computerspiele oder Mobiltelefone)

  • Neubetrachtung des Leitbildes einer durch Erwachsene geführten Gesellschaft

Quelle: "Die Vision für Kinder und Jugendliche", Juli 2010.

Einmal jährlich erscheint das so genannte Weißbuch Jugend (White Paper on Youth (2013) - Informationen auf Englisch, Ausgabe 2012: White Paper on Youth 2012), das vom Büro des Premierministers (Management and Coordination Agency) herausgegeben wird. Das Weißbuch Jugend berichtet über die aktuelle Lage von Jugendlichen in Japan und relevante Maßnahmen, so dass die Öffentlichkeit ein Verständnis für die nationale Jugendpolitik und Verwaltung erhalten kann. Es wird seit 1956 herausgegeben.

Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales hat am 17. Januar 2005 beschlossen, den New New-Angel-Plan (Neuer Neuer-Engel-Plan) umzusetzen, ein Fünf-Jahres-Programm zur Bekämpfung der sinkenden Geburtenrate, das die Regierung vom Haushaltsjahr 2005 an umsetzen wird. Die Umsetzung dieses Plans ist ein zentrales Ziel der Kinder- und Jugendpolitik in Japan. Bei den speziellen Umsetzungsleitlinien hat der Plan die folgenden vier Hauptthemen ausgewiesen: 

  1. Förderung der Eigenständigkeit von Jugendlichen und Erziehung von physisch und psychisch starken Kindern, 
  2. Unterstützung der Menschen bei der Vereinbarkeit von Arbeit und Kindererziehung und Überprüfung ihrer Arbeitszeitpläne, 
  3. Förderung des Bewusstseins und des Verständnisses für die Bedeutung des menschlichen Lebens und der Rolle der Familie, und 
  4. Neue Formen gegenseitiger Unterstützung und Solidarität im Zusammenhang mit der Kindererziehung. 

Was die zahlenmäßigen Ziele im Plan anbelangt, so wird die durchschnittlich von Männern für Hausarbeit und Kindererziehung pro Tag aufgewendete Zeit von derzeit 48 Minuten auf etwa zwei Stunden erhöht, was in etwa mit den Zeiten anderer Industrieländer vergleichbar ist. Um dieses Ziel zu erreichen, wird der Prozentsatz der Männer in den Dreißigern mit langen Arbeitszeiten - wöchentlich 60 Stunden oder mehr - auf die Hälfte der aktuellen Zahl von 23% reduziert. Außerdem wird der Prozentsatz der Kindererziehungsurlaub in Anspruch nehmenden Männer von derzeit 0,3% auf 10% und die Zahl der Frauen im Erziehungsurlaub von 40% auf 80% erhöht.

Die Zahl der in Tagesbetreuungseinrichtungen aufgenommenen Kinder wird vom in diesem Haushaltsjahr angestrebten Ziel von 2,03 Millionen auf 2,15 Millionen erhöht.

Der vorhergehende New-Angel-Plan mit seinem Schwergewicht auf der Unterstützung der Kinderbetreuung ist 2004 ausgelaufen. Der New New-Angel-Plan hat sich hin zu einer Politik verlagert, bei der ein größeres Schwergewicht auf der Arbeit von Kommunen und der Privatwirtschaft liegt, und nennt selbst für Unternehmensprogramme spezielle zahlenmäßige Ziele. Das Ziel besteht darin, die Quote der Inanspruchnahme des bezahlten Jahresurlaubs durch Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft auf mindestens um 50% anzuheben (die Quote lag im Haushaltsjahr 2003 bei 47%), den Prozentsatz der Unternehmen, die Erziehungsurlaubsysteme in ihrer Beschäftigungsvorschriften einbeziehen, auf 100% zu erhöhen (der Anteil lag im Haushaltsjahr 2002 bei 61%).

Um außerdem Schüler/-innen von Mittelschulen und Höheren Schulen zu ermutigen, Kinderbetreuung als eine erfreuliche und unterhaltsame Erfahrung zu betrachten, wird der Plan für solche Jugendliche Möglichkeiten anbieten, in Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen mit Babys und Kleinkindern in Kontakt zu kommen. Es werden auch neue Ideen wie die Einrichtung von Stützpunkten zur Unterstützung/Hilfe bei der kommunalen Kinderbetreuung einbezogen.

Der New New-Angel-Plan ist Ausdruck des im Ministerium bestehenden Krisenbewusstseins, nachdem man festgestellt hat, dass dem Rückgang der Kinderzahlen nicht einfach durch Umsetzung von Plänen aus der Vergangenheit ein Ende gesetzt werden kann. Jetzt wird die Gesellschaft insgesamt aufgefordert, umfangreichere Maßnahmen zu ergreifen.

Weitere Aktionspläne der japanischen Regierung:

  • Aktionsplan zu Schaffung von Spielplätzen für Kinder, der Familien, Gemeinschaften, Schulen landesweit dazu auffordert, zusammenzuarbeiten, um sichere Aktionsräume für Kinder zu schaffen sowohl in der Schule als auch im außerschulischen Rahmen, 
  • Nationaler Aktionsplan zur emotionalen Bildung von Kindern, das sich an Jugendverbände landesweit richtet und die Schaffung eines sozialen Umfeldes anstrebt, das sich förderlich auf die emotionale Entwicklung junger Menschen auswirkt.

 (Quelle: www.mext.go.jp/english/news/2007/03/07022214.htm, Zugriff 14.3.07) 

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Kinder- und jugendpolitische Einrichtungen und ihre Kompetenzen

Das National Institution for Youth Education (NIYE) ist in erster Linie eine nationale Bildungseinrichtung. Seit 2006 ist sie der Zusammenschluss der bis dahin einzeln agierenden Einrichtungen National Olympics Memorial Youth Center (Gründung 1965), National Youth Houses (Gründung 1959) und National Children’s Center (Gründung 1975). Seine Ziele sind vor allem die Förderung der außerschulischen Jugendbildung sowie die Förderung des gesunden Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen. Daraus erwächst die gemeinschaftliche Aufgabe: "Verselbständigung der Kinder und Jugendlichen durch erlebnispädagogische Angebote." Zu den zahlreichen Aktivitäten zählen vor allem die Organisation von Trainingskursen für Jugendliche, Jugendleiter und Ausbildungskräften von Jugendlichen, die Vernetzung und Kooperation mit anderen Jugendbildungseinrichtungen, die Erstellung von Studien und Untersuchungen zur Jugendbildung sowie die Förderung durch den Kindertraumfonds.

Auf lokaler Ebene wurde damit begonnen, ein Ombudsman-System für Kinder einzurichten. Dem System gehören derzeit vier lokale Behörden (die Stadt Kawasaki, die Stadt Kawanishi/Hyogo, die Stadt Ginam im Bezirk Hashima/Präfektur Gifu, die Präfektur von Saitama) an.

Im Rahmen der Umsetzung der von Japan 1994 ratifizierten UN-Kinderrechtskonvention wurden auf lokaler Ebene Verfügungen zur Umsetzung der Rechte von Kindern verabschiedet. Derzeit gibt es fünf lokale Behörden, die diese umsetzen. Dazu gehören: die Stadt Kawasaki, die Stadt Naie im Bezirk Sorachi auf der Insel Hokkaido, die Stadt Kosugi im Bezirk Imizu/Präfektur Toyama, die Stadt Tajimi/Präfektur Gifu und die Präfektur Kochi. Die Stadt Kawasaki war die erste Stadt in Japan, die eine Verfügung zur Umsetzung der Rechte von Kindern auf lokaler Ebene verabschiedete.

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Nationale und regionale Kinder- und Jugendräte

Der National Council of Youth Organizations in Japan (NCYOJ) (chuseiren) ist der zentrale Dachverband der japanischen Jugendverbände. Er wurde 1951 gegründet und umfasst 23 Vollmitglieder und 13 assoziierte Mitglieder. Darunter fallen auch Organisationen, die sich der Jugendthematik widmen, aber keine konkrete Jugendgruppenarbeit organisieren. Die insgesamte Mitgliederzahl beläuft sich auf etwa 15 Millionen Jugendliche, zirka ein Drittel aller Jugendlichen. 

Die National Assembly for Youth Development (NAYD) wurde 1966 unter Initiative des Büros des Premierministers und von freiwilligen Organisationen gegründet, gehört aber offiziell zu den Nichtregierungsorganisationen. Der NAYD gehören 126 nationale Jugendorganisationen an und zirka 100 Einzelpersonen aus akademischen, Finanz- oder Wirtschaftsbereichen, die die Arbeit der NAYD unterstützen.

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Jugendarbeit

Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich - Japan

Hier gibt's Infos zu Aktionsfeldern im Kinder- und Jugendbereich in Japan. Mehr lesen unter 

Bildung und Beschäftigung

Bildung 
Beschäftigung

Bildung

Japanische Schriftzeichen auf Holz.
Japanische Schriftzeichen auf Holz.Bild: Monaharris / pixabay.com

Bildung findet in Japan in erster Linie im schulischen Kontext statt und ist charakterisiert durch einen ganzheitlichen Bildungsansatz. Non-formale Bildung bzw. (außerschulische) Jugendbildung ist strukturell an Schule gebunden bzw. durch die erlebnispädagogischen Programmangebote in den Bildungsstätten der National Institution for Youth Education (NIYE) stark institutionalisiert.

Die japanischen Schulen stellen hohe Anforderungen an die Schüler/-innen und das Lernen wird in der japanischen Gesellschaft sehr hoch geschätzt. In Japan gibt es seit vielen Jahren nur Ganztagsschulen. Die Klassen werden dem Prinzip der Gemeinschaft entsprechend nicht nach Leistungsfähigkeit getrennt und umfassen bis zu 40 Schüler/-innen. Im Anschluss an den regulären Unterricht finden in der Verantwortung der Schule außerunterrichtliche Aktivitäten statt, die täglich zwei bis drei Stunden in Anspruch nehmen. So kann der Arbeitsalltag eines Schülers / einer Schülerin bis zum Abend dauern. Soziales Lernen und freiwilliges Engagement finden in Japan vor allem im schulischen Kontext statt. Der Schullalltag hat daher einen weitaus größeren Einfluss auf das Leben junger Menschen als in Deutschland.

Das japanische Schulsystem ist am amerikanischen Vorbild ausgerichtet. Die normale Schullaufbahn dauert zwölf Jahre: sechs Jahre Elementarschule, drei Jahre Mittelschule (Junior High School) und noch mal drei Jahre Oberschule (Senior High School). Obwohl der größte Teil des Jahrgangs mitgenommen wird (fast 98 % eines Jahrgangs absolvieren diesen Weg) überragen die Schulleistungen japanischer Schüler/-innen andere im internationalen Vergleich.
In der Zusammenfassung der PISA-Ergebnisse 2009 heißt es: „In Kanada, Finnland, Japan und Korea sowie den Partnervolkswirtschaften Hongkong (China) und Shanghai (China) liegen die Ergebnisse weit über dem OECD-Durchschnitt, und die Schülerinnen und Schüler schneiden in der Regel unabhängig von ihrem Hintergrund oder der besuchten Schule gut ab.“ (Quelle: http://www.oecd.org/berlin/46580802.pdf)

Der größte Teil der Schulabsolvent(inn)en besucht im Anschluss an die Schule eine Universität, eine Fachhochschule oder eine Kurzuniversität.

Weitere Informationen zum Bildungssystem in Japan finden Sie unter www.bildung-weltweit.de

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Beschäftigung

Japan zeichnet sich durch eine vergleichsweise sehr niedrige Jugendarbeitslosigkeitsquote und eine hohe Beschäftigungsquote aus. Dennoch zeigen sich die Folgen der Wirtschaftskrise auf den Arbeitsmarkt. Während die Gesamtarbeitslosenquote in den 1970er und 1980er Jahren bei maximal 2,5 % lag, rangiert sie mittlerweile bei rund 5 %, wobei junge Menschen immer stärker betroffen sind (7,9% im Jahr 2012).
Aktuell sieht sich Japan mit seinem rasch voranschreitenden demographischen Wandel einer neuen Herausforderung gegenüber. Japans Bevölkerung altert und schrumpft; insbesondere schrumpft die Erwerbsbevölkerung.

Die japanische Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Bislang galt eine Beschäftigung in der Stammbelegschaft eines Unternehmens als der anzustrebende Normalfall. Eine solche Einstellung erfolgte lebenslang, i. d. R. bis zu Rente - zumindest für Männer. Das immer noch propagierte Ideal der lebenslangen Bindung an ein Unternehmen ist für viele nicht mehr realistisch. Inzwischen sinkt der Anteil der lebenslang sicher Beschäftigten, befristete und atypische Beschäftigungsverhältnissen nehmen zu und die Jugendarbeitslosigkeit steigt.

Eine Folgeerscheinung am japanischen Arbeitsmarkt sind die sogenannten Freeter. (Der Begriff setzt sich zusammen aus dem englischen "free" und dem deutschen "Arbeiter") Das soziale Phänomen Freeter entstand zunächst aus dem Bestreben junger Menschen nach mehr Freiheit. Sie vertraten bis in die 1990er Jahre einen neuen Lebensstil, der auch Privatleben und Freizeit neben der Arbeit ermöglichte. Aus dieser Motivation heraus wählten sie bewusst atypische Arbeitsverhältnisse. Zunehmend wurden prekäre Beschäftigungsformen aber zu einem sozialen Problem. Freeter zu sein ist für viele kein selbst gewählter Weg mehr, sondern eine negative Folge der Veränderungen am Arbeitsmarkt. Hinzu kommt, dass Freeter im öffentlichen Ansehen inzwischen ein negatives Image haben und als Gefährdung für die japanischen Wirtschaft und soziale Sicherheit angesehen werden.
Besonders betroffen von atypischen Beschäftigungsverhältnissen sind Frauen (während jeder fünfte Mann in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis steht, trifft es für jede zweite Frau zu), ältere Arbeitnehmer/-innen und junge Berufseinsteiger/-innen. Im Jahr 2012 gab es 1.800,000 Freeters in der Altersgruppe der der 15 bis 34jährigen, was 6.6% in dieser Altersgruppe entspricht.

Als NEETs (Not in Employment, Education or Training) gelten in Japan junge Menschen, die sich weder im Bildungssystem befinden, noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen, an keiner Maßnahme der beruflichen Eingliederung teilnehmen, nicht im Haushalt tätig sind und auch nicht als arbeitssuchend gelten. In Japan werden – anders als in anderen Ländern der OECD – NEETs in der Statistik der Arbeitslosen nicht erfasst, da sie nicht als aktiv arbeitssuchend registriert sind. In der öffentlichen Wahrnehmung erfahren NEETs eine starke Ablehnung. Die Anzahl der NEETs im Alter zwischen 15 und 35 Jahren liegt bei 630, 000 (im Jahr 2012), was 2,3% in dieser Altersgruppe entspricht. 

Als Hikikomori (Rückzügler) bezeichnet man in Japan (junge) Menschen, die sich aus Überforderung und/oder aus Scham aus der Gesellschaft zurückziehen, isoliert leben und Außenkontakte vermeiden. Verständlicherweise ist es äußerst schwer, diese Menschen zu erreichen und zu erfassen. Bei den Hikikomori handelt es sich nur zum Teil um ein Jugendproblem, das Durchschnittsalter dieser Menschen liegt bei 30 Jahren. Die überwiegende Zahl (80%) der Betroffenen ist männlich. Das Phänomen ist in Japan nicht neu, dennoch spricht vieles dafür, dass die sich verschlechternden Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu einer Zunahme geführt haben.
Im Jahr 2012 lag die geschätzte Zahl der Hikikomori bei 696,000.

Sobald junge Menschen von der Hauptlaufbahn abrutschten, ist der Wiedereinstieg in die Gesellschaft sehr schwierig. Sowohl Forschung als auch Politik und Unternehmen haben sich dieser Fragestellungen angenommen. Dies belegen die Weißbücher der Regierung, in denen die Probleme offen angesprochen werden. Verschiedene Projekte und flexible Maßnahmen als Alternative zu bzw. im Anschluss an die Schule versuchen diese jungen Menschen aufzufangen, damit sie wieder den Weg in die Gesellschaft finden.

Eine Maßnahme der japanischen Regierung sind die Boot Camps, in denen jungen Leuten innerhalb von drei Monaten Grundlagen der Selbstdisziplin, Ethik und Arbeitsetikette vermittelt werden.  Außerdem sollen sie Unterstützung bei der Suche nach Arbeit erhalten.
(Quelle: Young, disinclined to work? ‘Camp’ awaits. IN: The Japan Times vom 10.9.2004)

Hilfen für NEETs und Hikikomori bieten u. a. die derzeit 116 regionalen Beratungsstellen mit dem Titel Support stations. Die vom Ministerium für Gesundheit, Wohlfahrt und Arbeit initiierten Support Stations werden von freien  Trägern, NPOs und Verbänden im Auftrag der öffentlichen Seite betrieben. Die Support Stations sind die ersten Anlaufstellen für junge Menschen (15 bis 34 Jahre) und deren Familien, wenn sie den Schritt in die Erwachsenenwelt bzw. Arbeitswelt nicht schaffen. 9 von 10 jungen Menschen, die die Support Station aufsuchen, sind männlich. Als offene, diskrete und niedrigschwellige Anlaufstelle außerhalb von Schule bieten sie eine sehr individuelle und bedarfsgerechte Begleitung an. Statt standardisierter Maßnahmen werden maßgeschneiderte Angebote gemacht, je nachdem, was ein (junger) Menschen braucht und leisten kann. Die pädagogische Betreuung zielt darauf, Potenziale aufzudecken, die eine schrittweise Rückkehr in die Gesellschaft ermöglichen.

Der Übergang von der Schule in den Beruf ist im japanischen Verständnis nicht nur ein Übergang in die Arbeitswelt sondern auch ein Übergang in die Gesellschaft. Das wird durch den Ausdruck „SHAKAIJIN NI NARU“ deutlich. „Mitglied der Gesellschaft werden“ beinhaltet sowohl, dass junge Menschen Erwachsene werden und auf eigenen Beinen stehen als auch dass Schulabgänger/-innen und Absolvent(inn)en eine Arbeit beginnen und Arbeitskraft für die Gemeinschaft werden. Die Gesellschaft bemüht sich, möglichst allen diesen Übergang problemlos zu ermöglichen. Dennoch verlaufen die Übergänge von Schule in den Beruf in Japan nicht mehr so reibungslos wie das früher der Fall war.

Die Schulen haben eine wichtige Funktion beim Zugang zur Arbeitswelt. Sie haben gute Kontakte zu Unternehmen und arbeiten eng mit öffentlichen Arbeitsvermittlungen zusammen. Zudem wird in den Schulen das Konzept von Career Education umgesetzt, das auf die Lebenswegplanung und die Vorbereitung auf die Arbeitswelt abzielt. Im Vordergrund steht dabei, den Kontakt von jungen Menschen mit der Erwachsenenwelt zu fördern und so möglichst allen Schüler(inne)n einen sanften Übergang in die Gesellschaft zu ermöglichen. Die japanische Vorbereitung auf die Arbeitswelt zielt - anders als die deutsche Berufsorientierung - nicht auf die Berufswahl, sondern auf die Karriereplanung. Pädagogisches Ziel der Career Education ist es, Jugendliche charakterlich darauf vorzubereiten, sich  möglichst ein Leben lang auf einen Arbeitgeber/ eine Arbeitgeberin einzulassen, in die jeweilige Unternehmenskultur einzugliedern und sich mit dem Unternehmen zu identifizieren.    

In Japan übernimmt Training on the Job die Funktion einer regulären beruflichen Bildung. Ein Berufsbegriff, verbunden mit einem spezifischen Kompetenzprofil, ist in Japan anders als in  Deutschland weithin unbekannt. Der Einstieg in die Erwerbstätigkeit erfolgt über die  Anwerbung von Absolvent(inn)en an der jeweiligen Schule oder Universität durch die Unternehmen.
Die Ausbildung liegt in Japan ganz in den Händen der jeweiligen Firma. Das jeweilige Training on the Job ist an den Bedürfnissen des Unternehmens ausgerichtet. Es handelt sich vor allem um situatives Lernen von den erfahrenen Expert(inn)en. Die Bindekraft dieses Verfahrens an das entsprechende Unternehmen ist außerordentlich hoch.

Um den Übergang von der Schule zum Arbeitsplatz zu verbessern, propagierte Japan im Jahr 2003 einen Aktionsplan, der als ein zentrales Element vorsah, ein Duales System nach deutschem Vorbild“ einzuführen. Gemeint war die Verbindung von schulischem Lernen mit praktischer Erfahrung in Betrieben. Das Angebot der neu entstandenen Berufsbildungszentren umfasst sowohl Ausbildung als auch Weiterbildung und wendet sich an unterschiedliche Adressatengruppen, deren Altersspanne von Jugendlichen bis zum Alter von sechzig Jahren reicht. Inhaltlich umfassen alle Kurse die drei Bereiche Theorie, Praxis und Benehmen. Fast 83 % der Kursteilnehmenden finden nach dem Abschluss eine Stelle, weitere 10 % innerhalb des nächsten Jahres.

Quellen:

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Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit
Sport

Nigiri-Sushi
Nigiri-SushiBild: rawpixel / pixabay.com

Ernährung

Auch wenn Japan im internationalen Vergleich eines der „gesündesten“ Länder mit der höchsten Lebenserwartung ist, sind ernährungsbedingte gesundheitliche Probleme wie Diabetes und Übergewicht auch in Japan derzeit auf dem Vormarsch.

Im Jahr 2005 hat die japanische Regierung ein Rahmengesetz zur Ernährungserziehung Shokuiku erlassen, als Antwort auf besorgniserregende Ernährungsgewohnheiten, gehäufte Lebensmittelskandale und einen vermuteten Verlust der traditionellen Esskultur. Ausgearbeitet wurde es vom Cabinet Office (Naikakufu) in Zusammenarbeit mit dem Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT), dem Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries (MAFF) und dem Ministry of Health, Labour and Welfare (MHLW). Das Gesetz definiert Shokuiku als “den Erwerb von Wissen über Lebensmittel und Ernährung und die Fähigkeit durch vielfältige Erfahrungen in Bezug auf Nahrung eine angemessen Auswahl an Lebensmittel zu treffen, um Menschen in ihrer Fähigkeit einer gesunden Ernährung zu schulen“. (Quelle: Broschüre des Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries: What is "Shokuiku (Food education)"?).
2008 folgte das School Health and Safety Act und eine Überarbeitung des School Lunch Program Act.

Als besorgniserregende Essgewohnheit wird das zunehmend häufige Auslassen des Frühstücks empfunden. 30% aller Männer in ihren 20ern gehen morgens ohne Frühstück aus dem Haus und eins von zehn Grundschulkindern frühstückt nicht.
Im Jahre 2009 veröffentlichte das Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei (MAFF) im Rahmen einer Kampagne ein Video, in dem die Pop-Sängerin Aya Matsuura sich Zeit für ein gesundes und ausgewogenes Frühstück nimmt, anstatt in der morgendlichen Eile, darauf zu verzichten.
Auch konnte festgestellt werden, dass Kinder immer später zu Bett gehen. Daher führt das National Institution for Youth Education (NIYE), größter halb-öffentlicher Träger der Jugendarbeit, die Kampagne: „Early to bed,Early to rise, Don’t forget your breakfast National Campaign”. Eine andere Kampagnen des NIYE ist "Taiken no kaze o okosou (Let’s create a wind of experience)", die Kindern, die z. T. unter seelischem Stress leiden, die Möglichkeit gibt, durch Naturerlebnisse in Gruppen frischen Wind in deren Leben zu bringen. Des Weiteren hat das NIYE Angebote im Bereich Umweltschutz und Umweltbildung und im Bereich Naturerlebnis und Outdoor-Erfahrungen.

Das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology (MEXT) fördert die Ernährungserziehung an Schulen (School Health Education) durch Ernährungslehrer ebenso wie die Gesundheitserziehung die sich auf Themen wie Rauchen, Alkohol, Drogen, Sexualität und Allergien bezieht.

Weitere Informationen:

Drogen 

Detaillierte Aussagen zum quantitativen Drogenkonsum japanischer Jugendlicher lassen sich nur schwer treffen. Im Jahr 2008 wurden 2.758 Verstöße Jugendlicher im Zusammenhang mit Drogenmissbrauch aufgeführt und 1.730 Fälle in Bezug auf Cannabiskonsum. 

Insgesamt scheint das Problem des Drogenmissbrauchs unter Jugendlichen in Japan, ähnlich wie in vielen westlichen Industriegesellschaften auch, in den letzten Jahren zugenommen zu haben. Dies konstatiert zumindest das in Japan zuständige Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales

Aus diesem Grund wurde im April 1997 unter Vorsitz des Premierministers im Cabinet Office eine Abteilung zur Förderung von Maßnahmen gegen Drogenmissbrauch etabliert und im Mai 1998 ein Fünfjahresplan zur Bekämpfung des Drogenmissbrauchs (Five-Year Drug Abuses Prevention Strategy) verabschiedet, der 2003 und und 2008 erneuert wurde. Dieser sieht unter anderem die Verschärfung von gesetzlichen Bestimmungen, den Ausbau von öffentlicher Gesundheitserziehung und -prävention sowie eine verstärkte internationale Zusammenarbeit vor. (Ausführlichere Informationen zu den Zielen des Fünfjahresplans unter: http://www8.cao.go.jp/souki/drug/pdf/know/plan-e.pdf)

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Sport

Sport spielt in Japan eine bedeutende Rolle. Es existiert eine gewaltige Zahl an öffentlichen und privaten Sporteinrichtungen, von denen allerdings der größte Teil schulisch genutzt wird.

Für sportliche Belange ist die Abteilung für Sport des MEXT (Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie) zuständig. Im März 2012 formulierte das MEXT den Sport Basic Plan, mit dem Ziel eine Umgebung zu erschaffen, die möglichst viele Menschen entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten ungeachtet von Alter, Geschlecht und Einschränkungen zur Teilnahme an sportlichen Aktivitäten befähigt.
Der physischen Erziehung und Ertüchtigung von Jugendlichen wird eine große Bedeutung beigemessen. Dies soll allerdings nicht nur in der Schule geschehen, sondern die ganze Gesellschaft soll zu einer, so wörtlich im Programm des Ministeriums, lifelong sports society umgestaltet werden. Im Basisplan für die Förderung des Sports (2001-2010) des MEXT sind drei Hauptbereiche der Förderung des Sports festgelegt:

  • Förderung des Sports in Schulen; 
  • Gestaltung einer lebenslangen sportlichen Gesellschaft; 
  • Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Japans im Bereich Sport

(Quelle: Promotion of Sports MEXT: http://www.mext.go.jp/english/sports_promotion/index.htm)

Grafik zur Darstellung der drei Förderbereiche im Sport. Quelle: Japanisches Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT)

In der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen liegt der Anteil der Jugendlichen, die aktiv Sport treiben, bei weit über 80% (15 bis 19 Jahre sogar 89,8%). Die beliebtesten Sportarten bei Japans Jugendlichen sind Baseball, Football, Bowling, Softball, Volleyball und Basketball. Auch Fußball wird immer populärer, insbesondere seitdem Japan zusammen mit Südkorea die Fußballweltmeisterschaft 2002 ausgerichtet hat. Trotz aller Sportbegeisterung hat das MEXT in einer Studie zur Fitness 2004 herausgefunden, dass japanische Kinder so schlecht wie nie seit 1964 abschneiden. Deshalb fördert das MEXT eine landesweite Kampagne zur Verbesserung der Fitness bei Kindern. Mehr Informationen im aktuellen White Paper on Education, Culture, Sports, Science and Technology (2011).

Anzahl der Jugendsportverbände in Japan. Quelle: White Paper on Education, Culture, Sports, Science and Technology 2004

Die Japan Junior Sport Club Association, Unterorganisation der Japan Sports Association, als Austauschpartner der Deutschen Sportjugend wurde im Jahre 1962 im Vorfeld der Olympischen Spiele in Tokyo gegründet. Ziel der JJSA ist es, Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten einer sinnvollen Freizeitgestaltung mit sportlichen Aktivitäten in ihrer näheren Umgebung anzubieten. Das bedeutet eine außerschulische Bildungsarbeit mit dem Akzent Sport. Eine ganzheitliche Persönlichkeitsförderung von jungen Menschen wird als Ziel gesetzt. In Japan gibt es keine eingetragenen Organisationsformen wie die Turn- und Sportvereine in Deutschland mit breiten Programmangeboten, die altersmäßig durchgängig organisiert sind. Die Sportjugendgruppen der JJSA können als Kinder- und Jugendsportclubs eingestuft werden. Bei der JJSA sind heute knapp eine Million Kinder und Jugendliche, rund 180 000 Jugendübungsleiter in etwa 35 000 örtlichen Sportjugendgruppen organisiert. Zirka 88% der Mitglieder gehören der Altersgruppe 6 bis 12 an. Das sind Schüler/-innen der Grundschule. Da es für diese Altersgruppe keine schulischen Sportangebote außerhalb des Unterrichts gibt, gehen sportbegeisterte Grundschüler/-innen zur Japanischen Sportjugend.

Ältere Jugendliche treiben Sport dann im schulischen Bereich weiter, in den Schulsportklubs. Mit 13 Jahren gehen die Mitglieder von der JJSA weg. Die älteren Mitglieder assistieren den Übungsleiter(inne)n bei Trainingsstunden, übernehmen Betreuungsaufgaben, helfen bei Veranstaltungen oder Zeltlagern. Sie koordinieren die Belange der Sportjugendgruppen zwischen den Jugendleiter(inne)n und Kindern. Diese jungen angehenden "Leader" werden in Lehrgängen ausgebildet: "Junior-Leaders-Stufe I" (11 - 13 Jahre) auf der kommunalen oder Präfekturebene, "Junior-Leaders-Stufe II" (13 - 17 Jahre) auf der Präfekturebene, "Senior-Leaders" (bis zu 20 Jahre) auf der nationalen Ebene. Die Absolvierung dieser 40-stündigen Ausbildung für "Senior-Leader" ist unter anderem die Voraussetzung für die Bewerbung für die Teilnahme am jährlich stattfindenden deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausch.
(Quelle: Deutsche Sportjugend)

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Partizipation und Citizenship

Politische Bildung
Freiwilliges Engagement

Politische Bildung

Artikel 8 des japanischen Bildungsgesetzes von 1947 besagt, dass politisches Wissen für eine intelligente Bürgerschaft notwendig ist. Dieses soll durch den Bildungsbereich evaluiert werden. Schulen ist es per Gesetz untersagt, politische Bildung oder anderweitige parteipolitisch orientierte Aktivitäten durchzuführen. 

Ein formuliertes Ziel im Weißbuch der Regierung von 2013 ist es, Kinder und junge Menschen bei ihrer Partizipation in der Gesellschaft zu unterstützen. Zu diesem Zweck wurde das Konzept der Partizipation in den schulischen Lehrplänen stärker betont und darauf ausgerichtet, praktisches Wissen zur Problemlösung in der Gemeinschaft zu vermitteln.
Das Cabinet Office führt ein “Project for Gathering Opinions from Youth” durch, damit Kinder und junge Menschen aktiv ihre Meinung zum Ausdruck bringen können und damit sie ein gesteigertes Bewusstsein für gesellschaftliche Teilhaben entwickeln.
Auch andere relevante Ministerien geben Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich an politischen Entscheidungen zu beteiligen.

Weitere Hinweise zum Thema Partizipation: Participation as a Key Concept in Modern Japanese Youth Work, Beitrag von Haruhiko Tanaka von der Rikkyo Universität. http://www.childresearch.net/papers/community/2004_01.htm

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Freiwilliges Engagement

Während sich im Jahr 2006 ca. 400,000 Menschen in Japan ehrenamtlich engagierten, waren es 1985 lediglich 100,000 Menschen. Im Lauf der 1990er Jahre entwickelte sich in Japan nach langjähriger Debatte eine neue gesellschaftliche Bedeutung und Bewertung von zivilgesellschaftlichem Engagement, das in dem Begriff borantia shakai (ehrenamtlich-orientierte Gesellschaft) zum Ausdruck kam.
Das Erdbeben von Kobe 1995, in dessen Folge sich - als Reaktion auf eine desorganisierte Regierung - spontan 1,3 Mio. freiwillige Helfer/-innen organisierten, hat zu diesem gesellschaftlichen Wandel beigetragen.
Mit der Zunahme des freiwilligen Engagements in den 90ern stieg auch die Anzahl der Nonprofit-Organisation (NPO) mit freiwilligen Aktivitäten.
Ein weiterer Wendepunkt war 1998 die Verabschiedung des sog. NPO-Gesetzes „Gesetz zur Förderung von besonderen nonprofit-orientierten Aktivitäten" (tokutei hi-eiri katsudô so-kushin-hô). Das Gesetz formulierte das Ziel, bürgerschaftliches Engagement zu fördern und konstituierte erstmals eine neue Organisationsform für Bürger/-innen, indem der Rechtsstatus einer Nonprofit-Organisation eingeführt wurde.

Quellen und weitere Informationen:

Auch das Weißbuch der Regierung (2013) formuliert als Ziel, die Förderung von freiwilligen Aktivitäten.
Im Bildungsbereich fördert beispielsweise das Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology freiwilliges Engagement in Form der "school support area headquarters initiative". Vor Ort lebende Bürger/-innen unterstützen Schulen, indem sie im Unterricht assistieren, Kindern vorlesen oder Schüler/-innen auf ihrem Schulweg begleiten.
Im Rahmen einer Initiative gegen Kinderarmut führt das Ministry for Health, Labour and Welfare ein “Learning Support Volunteer Program” durch, bei dem Studierende die Kinder alleinerziehender Eltern beim Lernen und unterstützen und begleiten.
Das Ministry of Justice bildet freiwillige Bewährungshelfer aus.
Weitere Freiwilligentätigkeiten werden von zahlreichen Bildungseinrichtungen angeboten.

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Kultur und Kreativität

Japanischer Tanz.
Japanischer Tanz.Bild: LoveToTakePhotos / pixabay.com

Innerhalb des Ministeriums für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) arbeitet seit 1968 die Agentur für Kulturelle Angelegenheiten (engl. Agency for Cultural Affairs), die die Förderung von Kunst und Kultur In Japan zur Aufgabe hat sowie  die Aufrechterhaltung und Förderung kultureller Einrichtungen und Organisationen zum Ziel hat.

Zu den Aufgaben gehören im Einzelnen: das künstlerische Schaffen zu fördern, der Schutz und die Erhaltung von Kulturgütern, der Schutz der Urheberrechte, Maßnahmen zur Verbesserung und Verbreitung der japanischen Sprache, den internationalen Kulturaustausch zu fördern und als Verwaltung für Religion zu fungieren.

So werden auch kulturelle Jugendorganisationen in ihrer Tätigkeit unterstützt. Einen nationalen Dachverband der kulturellen Jugendbildung gibt es nicht. Es existieren aber zahlreiche Organisationen im kulturellen Bereich, so zum Beispiel die Japan Koteki Band League, die sich auf dem Feld der Musik (des gemeinsamen Musizierens) engagiert.

Das National Institution For Youth Education (NIYE) bietet Jugendaktivitäten im Bereich  Kunst und Kultur: http://www.niye.go.jp/taiken/?naiyou_a=6&srch1=1

Das Deutsch-Japanische Studienprogramm „Kulturelle Bildung“ zur Qualifizierung von Fachkräften der Jugendhilfe wird seit 2005 von der BKJ (Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung - Kulturelle Bildung International) mit verschiedenen Trägern der kulturellen Bildung durchgeführt.
In den Jahren 2012/2013 wurde ein Austausch vom Bundesverband Museumspädagogik und dem japanischen Museumsverband (JAM - Japanese Association of Museums) in jeweils zwei Programmbausteinen in Deutschland und Japan durchgeführt. Auftraggeber und Zuwendungsgeber sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das japanische Ministerium für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT).

Allgemeine Informationen zu Kultur finden Sie auf der Seite der Japanischen Botschaft.

Kultur und Lebensformen

Die Familie spielt in der japanischen Gesellschaft traditionell eine große Rolle. Sie ist eine selbstständige Einheit (auch wirtschaftlich), der sich die einzelnen Mitglieder unterzuordnen haben. Bis in die jüngste Vergangenheit lebten (vor allem auf dem Land) mehrere Generationen einer Familie unter einem Dach zusammen. In der letzten Zeit übernahm dann das Unternehmen mehr und mehr die Rolle der Familie. Im Idealfall absolvieren Japaner/-innen ihre Ausbildung in einem Unternehmen und gehören diesem dann bis zur Pensionierung an. Doch auch dieses Bild beginnt sich zu verändern. Die Jugendkulturen und Lebensformen der jüngeren Generation, insbesondere in den Großstädten, nähern sich mehr und mehr denen in Westeuropa oder in den USA an.

Das Leben der jungen Japaner/-innen ist im Wesentlichen von der Schule geprägt, in der sie einen Großteil ihrer Zeit verbringen. Oft wird von einer Jugend-Schul-Kultur gesprochen. Nur in wenigen Ländern hat die Schule einen derartigen Einfluss auf die Sozialisation der Kinder und Jugendlichen.

Die meisten japanischen Kinder und Jugendlichen sind in der Regel bis zum späten Abend mit schulischen Aktivitäten wie Hausaufgaben, Schulsportaktivitäten, Nachhilfekursen, etc. beschäftigt. Und auch an den Wochenenden stehen überwiegend schulische Aufgaben neben dann noch zu erledigenden familiären Dingen im Vordergrund. Sogar in den Ferien spielt die Schule häufig noch indirekt eine Rolle. Viele Schulen bieten über ihre Clubs ein umfangreiches Ferienprogramm an, was angesichts des Mangels an Spielraum in den oft kleinen Wohnungen und engen städtischen Wohngebieten dankbar angenommen wird. Auf diese Weise verläuft die Entwicklung der Jugendlichen fast ausschließlich in einem von Erwachsenen vorgegebenen und überwachten Rahmen.
(Quelle: Der Text ist teilweise angelehnt an einen Artikel aus der Olympischen Jugend, Zeitschrift der dsj, Schorndorf 42 (1997), Heft 1, S.10ff.)

Werte wie die Ehe werden von jungen Japaner/-innen immer weniger geschätzt. Ende der Neunzigerjahre waren fast 90% der 20- bis 24-Jährigen nicht verheiratet, bei den 25- bis 29-Jährigen waren es rund 50%. Außerdem entscheiden sich viele junge Japaner/-innen dafür, immer später oder gar keine Kinder zu bekommen. Dies hat erheblich Folgen für die japanische Gesellschaft.

Seit Mitte der Achtzigerjahre fallen viele junge Japaner/-innen durch ein problematisches Sozialverhalten auf. Dazu gehören Gewalt gegen das Lehrpersonal und gegen Mitschüler/-innen sowie das Schikanieren von Mitschüler/-innen. In der Schule wurde versucht, durch frühes und hartes Eingreifen diesem Verhalten entgegenzuwirken. Verängstigten Schüler/-innen wurde verstärkt schulpsychologische Hilfestellung angeboten.

Japans Jugendliche sehen sich immer stärker der Möglichkeit, aber auch dem Zwang gegenüber, ihre Biografie selbst zu gestalten und sich eigene Lebensräume zu schaffen, Lebensstile zu entwickeln, Werte oder Rollen zu testen sowie Freiräume zu nutzen.
(Quelle: Sinkende Kinderzahlen in Japan. Schlaglichter aus jugendsoziologischer Sicht. Von Manuel Metzler, In: Japan aktuell 1/2005)

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Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Japan hat einen Ausländeranteil von ca 1,5 Prozent. Aufgrund der geringen Zuwanderungsrate spielt das Thema der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine eher untergeordnete Rolle.

Der Begriff der Integration fand als politisches Ziel im Rahmen von Migrationspolitik erstmals 2006 in einem Dokument der japanischen Regierung Erwähnung. Dieses Dokument stellte einen Rahmenplan für die einzelnen Präfekturen und Kommunen dar, welche die Integration von Zuwanderern durch das Konzept des tabunkakyōsei umsetzen sollten. [...]
Ein Kritikpunkt an diesem von der japanischen Regierung als zentral für die Realisierung einer Integration der Zuwandererbevölkerung verstandenen Konzept weist auf die Restriktionen seiner Umsetzbarkeit auf lokaler Ebene hin. Die Kommunen, die tabunkakyōsei umsetzen sollen, erhalten dafür weder zusätzliche finanzielle Mittel noch administrative Unterstützung. Zwar gebe es mittlerweile einige aktive Kommunen mit weitreichenden Aktionsplänen, doch sei das Gros der Kommunen nach wie vor lediglich den 3F verbunden – fashion, festivals, food – und Integration damit nichts anderes als ein kosmetischer Anstrich.1

In dem Bericht der Vereinten Nationen2 heißt es “Kinder nicht-japanischer Nationalität, die in Japan leben, sind immer noch vom japanischen Schulsystem ausgeschlossen“, während das japanische Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten behauptet: „Japanische, staatliche Pflichtschulen sichern ausländischen Kindern die Möglichkeit zu, auf Wunsch solche Schulen zu besuchen, indem sie sie aufnehmen ohne Gebühren zu erheben, wie das auch für japanische Schulkinder der Fall ist. …Des Weiteren wird ausländischen Kinder, wenn sie die Schule besuchen, eine maximale Aufmerksamkeit zuteil, um zu gewährleisten, dass sie ohne übermäßige Schwierigkeiten den Bildungsstand erreichen, der normalerweise japanischen Kindern gelehrt wird. Zu diesem Zweck erhalten sie u.a. Hilfe beim Erlernen der japanischen Sprache und werden von ihren Lehrer(inn)n und Mutterspracherler(inn)en unterstützt.”3

Der Bericht der Vereinten Nationen hält dagegen, dass sich nichtjapanische Kinder zwar in einer staatlichen Schule einschreiben können, doch besteht für die Schulen ihrerseits keinerlei legale Verpflichtung, diese Schüler aufzunehmen.4
Zudem wird in dem Bericht bemängelt, dass in stattlichen Schulen erst ab einer Anzahl von fünf Schülern, die nicht ausreichend japanische Sprachkenntnisse besitzen, ein Sprachlehrer eingesetzt wird, so dass mangelnde Sprachkenntnisse ein großes Hindernis beim Schulbesuch darstellen. Unterrichtseinheiten der jeweiligen Muttersprachen und Kulturen der nichtjapanischen Kinder finden nur vereinzelt statt.5

Für Kinder nichtjapanischer Herkunft existieren um die 200 Schulen, deren Unterrichtssprache eine andere als die japanische ist. Viele dieser Schulen sind nicht offiziell anerkannt, weswegen sie keine staatlichen Gelder erhalten, sondern sich häufig über hohe Schulgebühren finanzieren müssen. Auch führt die fehlende offizielle Anerkennung dazu, dass die Abschlüsse nicht gleichwertig sind.

Bezüglich des Status’ von Flüchtlingskindern stellt der Bericht des Komitees über die Rechte von Kindern der Vereinten Nationen fest, dass im Falle illegaler Einwanderung nach Japan Kinder ebenso wie Erwachsene wieder ausgewiesen werden können.

Links
www.dijtokyo.org/?page=project_detail.php&p_id=46 - Forschungsprojekt des Deutschen Instituts für Japanstudien in Tokyo zum Thema Migration und Integration
ehlt.flinders.edu.au/education/iej/articles/v3n5/5kim/paper.pdf - Identity Politics and Korean Youth in Japan: A Case Study of a Junior High School Student, Fukuoka, 2001
www.bpb.de/gesellschaft/migration/dossier-migration/149711/japan - Dossier 'Migration' Japan der Bundeszentrale für politische Bildung
www.e-politik.de/wissenswerte/migration/ - WissensWerte – Infografiken 'Migration'

Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder

Bunte Ballons und Karpfenfahnen zum japanischen Kindertag.
Bunte Ballons und Karpfenfahnen zum japanischen Kindertag. Bild: merdanata / pixabay.com

Grundsätzlich hat der Staat den AuftragKindern und Jugendlichen, die sich in familiären oder sozialen Notlagen befinden, Unterstützung anzubieten und bei der Reintegration in die Gesellschaft zu helfen.

Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales übernimmt Aufgaben, die man in Deutschland als Maßnahmen der Jugendsozialarbeit bezeichnen würde. Der gesamte Bereich der Sozial-, Kinder- und Behindertenfürsorge fällt in die Zuständigkeit des Ministeriums ebenso wie die berufliche Förderung der jugendlichen Arbeitnehmer und die Arbeitsplatzvermittlung. 

Gemäß den Vorgaben des Kinderwohlfahrtsgesetzes gibt es in jeder der 47 japanischen Präfekturen verschiedene Kinderberatungsstellen (jido sodanjo) als institutionalisierten Mittelpunkt der Einrichtungen der Jugendhilfe. In jeder Beratungsstelle sind ausgebildete Kindersozialarbeiter (jido fukushishi) angestellt, die beratend zu den angebotenen Themenkreisen tätig sind. Sie leiten Vormunde von Kindern an und die notwendigen Schritte für die zeitweise Betreuung von Kindern durch Pflegeeltern oder die Aufnahme von benachteiligten Kindern in Wohnhilfeeinrichtungen ein. Diese Entscheidungen werden in enger Absprache mit Jugendpflegeeinrichtungen und Gesundheitszentren (hokenjo) getroffen.

Die groß- und kleinstädtischen sowie kommunalen Behörden beschäftigen entsprechend ihren rechtlichen Zuständigkeiten freiwillige Kindersozialarbeiter (jido iin), die sich in Zusammenarbeit mit den Kindersozialarbeitern und anerkannten Sozialarbeitern bemühen, umfassende Informationen über das Lebensumfeld der Kinder, schwangeren Frauen und jungen Mütter, die Hilfe benötigen, zu erlangen. Öffentliche Einrichtungen zur besonderen Betreuung von Kindern sind Kinderheime (nyujiin), Tageseinrichtungen (hoikusho) und Krankenhäuser für Kinder mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen.
(Quelle: web-japan.org/factsheet/en/pdf/e43_welfare.pdf, 24.2.2010)

Nach der Reform des Kinderwohlfahrtsgesetzes wurden den Kinderberatungsstellen Beiräte an die Seite gestellt und etwa 30 Hilfestellen für Familien mit Kindern eingerichtet. Weitere Einrichtungen der Jugendhilfe sind dabei, ihr Profil zu schärfen, so unter anderem die meist privaten Jugendpflegeheime, die Hilfestellen für die Selbständigkeit von Kindern, die Hilfestellen für die Lebenshaltung von Mutter und Kind.

Der japanische Staat reagiert auf den steigenden Bedarf an sozialen Hilfen zögernd mit erhöhten Ausgaben. Das führt dazu, dass immer mehr Ehrenamtliche, Semiprofessionelle oder geringfügig Beschäftigte Aufgaben übernehmen. 
(Quelle: Jugendhilfe in Japan aus deutscher Sicht. Beitrag von Manuel Metzler. In: neue politik 4/2004)

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Zentrale Einrichtungen und Organisationen

Die nationale Zuständigkeit für die internationale Jugendarbeit liegt beim Büro des Premierministers (Cabinet Office). Der Bereich des internationalen Jugendaustausches fällt in die Zuständigkeit des Ressorts der Politik für eine geschlossene Gesellschaft (Policies on Cohesive Society). Die direkt dem Büro des Premierministers unterstellten internationalen Jugendaustauschprogramme sind: International Youth Development Exchange Program, Japan-China Youth Friendship Exchange Program, Japan-Korea Youth Friendship Exchange Program, Ship for World Youth Program, Ship for Southeast Asian Youth Program, 21st Century Renaissance Youth Leaders Invitation Program, Young Core Leaders of Civil Society Groups Development Program.
Das Center for International Youth Exchange (CENTERYE) führt die internationalen Austauschprogramme im Auftrag des Cabinet Office durch.
Die International Youth Exchange Organization of Japan (IYEO) wurde 1959 von ehemaligen Teilnehmenden der internationalen Jugendaustauschprogramme des Cabinet Office der japanischen Regierung gegründet und agiert seither als Alumni Organisation.

Daneben ist auch das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten für kulturellen Austausch und Überseekooperationen im Jugendbereich zuständig. In der Zuständigkeit des japanischen Außenministeriums liegen die folgenden Austauschprogramme, die auch für deutsche Teilnehmende offen sind: 

  • Global Youth Exchange (GYE) Program, 
  • Asia-Europe Young Leaders Symposium, 
  • Working Holiday Programmes in Japan, 
  • Japan Exchange and Teaching (JET) Programme. 

Zwei wichtige Organisationen im Bereich der internationalen Jugendarbeit und der bi- und multilateralen Zusammenarbeit sind das National Olympics Memorial Youth Center (NYC) und die National Assembly for Youth Development (NAYD)
Das NYC wurde 1965 geschaffen und ist seit 2008 unter dem Dach der National Institution for the Promotion of Youth Education (NIYE) tätig. NYC ist unter anderem für den internationalen Austausch der im NIYE vereinigten Institutionen zuständig. 
Die National Assembly for Youth Development (NAYD) wurde 1966 unter Initiative des Büros des Premierministers und von freiwilligen Organisationen gegründet. Seit 1975 arbeitet NAYD im Auftrag des Büros des Premierministers und ist teilweise zuständig für die Organisation und Koordination staatlicher Jugendaustauschprogramme. Weitere Aufgabenbereiche sind: 
- Kontaktaufnahme mit entsprechenden internationalen Jugendverbänden, 
- Organisation von Homestay-Programmen, 
- Einladung Jugendlicher aus Entwicklungsländern.

Liste von Verbänden, die in der internationalen Jugendarbeit aktiv sind: http://web-japan.org/links/international/youth/others.html

Im Ministerium für Erziehung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) hat man sich unter dem Stichwort „International Education“ zur Aufgabe gemacht, junge Menschen für das Leben in einer internationalen Gesellschaft vorzubereiten und sie zu unabhängigem und weltoffenem Handeln zu befähigen. Maßnahmen die diesem Ziel dienen sind 1) verbesserte Bildung, um ein umfassenderes internationales Verständnis zu erlangen sowie das lehren von Fremdsprachen, 2) Förderung des internationalen Austauschs, 3) bessere Bildung für japanische Kinder im Ausland und 4) bessere Bildung für japanische Kinder, die aus dem Ausland zurück kommen und ausländische Kinder in Japan.

Das MEXT hat hierfür auch einen Aktionsplan zur Verbesserung der englischen Sprachkenntnisse bei japanischen Schüler(inne)n von der Grundschule bis zur Oberstufe entworfen, um sie so fit für internationale Kontakte zu machen. (English Education Reform Plan corresponding to Globalization.)

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Zusammenarbeit mit Deutschland

Die jugendpolitische Zusammenarbeit mit Japan blickt auf eine langjährige erfolgreiche Tradition zurück. Sie nahm ihren Anfang in den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die von Ministerpräsident Ryûtarô Hashimoto und Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl am 20. Juni 1997 in Denver unterzeichnete gemeinsame Erklärung zur Intensivierung des Deutsch-Japanischen Jugend- und Personenaustausches setzte einen neuen Schwerpunkt in den bilateralen Beziehungen. Auf Grundlage dieser Erklärung besteht seit Ende 1997 am Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB) die Koordinationsstelle für den Deutsch-Japanischen Jugendaustausch. Koordinatoren sind der Generalsekretär und der Stellvertretende Generalsekretär des JDZB.

Seit 2005 greift für das Deutsch-Japanische Studienprogramm eine neue Programmstruktur. Stärker als bisher steht der themenspezifische Fachaustausch im Vordergrund der Maßnahme, um gezielter wichtige Impulse für die jeweils aktuellen Themen der nationalen Jugendarbeit zu erhalten.

Daher werden seit 2005 zwei thematisch ausgerichtete Studienprogramme auf deutscher Seite gemeinsam sowohl von IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. als auch vom Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin (JDZB) verantwortlich geleitet. Die japanische Partnerorganisation ist das National Olympics Memorial Youth Center (NYC) der National Institution for Youth Education (NIYE). Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH), die Deutsche Sportjugend (DSJ) sowie die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) führen ihre Programme nun in Eigenregie durch. Die jeweiligen Partnerorganisationen sind das Japanische Herbergswerk, die Japanische Sportjugend und der Japan Arts Council.

Übersicht über Jugendaustauschprogramme zwischen Japan und Deutschland (Stipendien, Praktika, Austausch etc.): www.de.emb-japan.go.jp/austausch/index.html

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Zusammenarbeit mit anderen Ländern

Im Rahmen des Japanese Youth Goodwill Mission Program nehmen jährlich rund 70 Jugendliche an Austauschmaßnahmen in fünf Regionen weltweit teil, in Südostasien, im Nahen Osten, in Afrika, Europa und Mittel- und Südamerika. In den besuchten Ländern wird das gegenseitige Verständnis zwischen der japanischen und der lokalen Jugend durch die Besuche von Einrichtungen aus Kultur, Industrie, Bildung und Jugend sowie durch gemeinsame Aktivitäten wie freiwillige Arbeiten, Homestays und anderen Austausch mit der lokalen Jugend gefördert. Das Programm besteht seit 1959 und wurde 1994 reorganisiert und verbessert.

Ebenso pflegt Japan eine enge Zusammenarbeit mit der All China Youth Federation.

Japan arbeitet als UN-Mitglied in den dortigen Jugendstrukturen mit.

Im Rahmen des Academic Frontiers Student Exchange Promotion Program wurde der Austausch von japanischen und ausländischen Studierenden und Graduierten für Forschungszwecke gefördert.

Siehe auch Zentrale Einrichtungen und Organisationen

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Weiterführendes - Japan

Weiterführendes bietet Dokumente, Lesetipps und nützliche Adressen in Japan und Deutschland.

Literaturhinweise

Allgemein

  • Carl Cassegård: Youth Movements, Trauma and Alternative Space in Contemporary Japan. University of Gothenburg, 2013.
  • JAPAN HÖREN - Das erste deutschsprachige Japan-Hörbuch auf CD. Eine musikalisch illustrierte Reise durch die Kultur Japans von der Mythologie bis in die Gegenwart. Silberfuchs-Verlag, 2005.
  • Dambmann, Gerhard. Gebrauchsanweisung für Japan, Piper, München 2000.
  • Ohashi, Ryosuke. Japan im interkulturellen Dialog, München 1999.
  • Länderbericht Japan, herausgegeben von Manfred Pohl und Hans-Jürgen Mayer, Bonn 1998 (erhältlich bei der Bundeszentrale für Politische Bildung).
  • Land und Leute. Japan, Polyglott, München 1995. 
  • Kiyoshi Inoue. Geschichte Japans, Campus, Frankfurt/M u. a. 1995. 
  • Japan. Profile of a Nation, Kodansha International, Tokyo u. a. 1994.

Kinder und Jugend

Links

Institutionen, Einrichtungen und Organisationen im Überblick

Botschaften, Konsulate, Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
4-5-10, Minami-Azabu, Minato-ku, Tokyo 106-0047
JAPAN
Fon: +81 3 57 91 77 00, Fax: +81 3 57 91 77 73
E-Mail: info(at)tokyo.diplo.de, Internet: https://japan.diplo.de/ja-de/vertretungen/botschaft

Ministerien und andere staatliche Einrichtungen

Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie
3-2-2 Kasumigaseki, Chiyoda-ku, Tokyo 100-8959
JAPAN
Fon: +81 3 5253-4111
Internet: https://www.mext.go.jp/en/

Büro des Premierministers
http://japan.kantei.go.jp/index.html

Japanisches Außenministerium 
2-2-1 Kasumigaseki, Chiyoda-ku, Tokyo 100-8919
JAPAN
Fon: +81 3 3580-3311
Internet: https://www.mofa.go.jp/

Kawasaki Contact Center
Citizen's Information Office General Affairs Bureau
1 Miyamoto-cho, Kawasaki-ku, Kawasaki-city, Kangawa 210 8577
JAPAN
Fon: +81 44 2003939
Internet: http://www.city.kawasaki.jp/en/index.html

Kulturelle Mittlereinrichtungen

Japanisches Kulturinstitut
Universitätsstraße 98, 50674 Köln
Fon: 0221 9405580, Fax: 0221 9405589
E-Mail: jfco(at)jki.de, Internet: https://www.jki.de/

Übersicht der deutsch-japanischen Gesellschaften in Deutschland
https://www.de.emb-japan.go.jp/de-jp/djg.html

Goethe-Institut Tokyo
7-5-56 Akasaka, Minato-ku, Tokyo 107-0052
JAPAN
Fon: + 81 3 35843201
E-Mail: info-tokyo(at)goethe.de, Internet:https://www.goethe.de/ins/jp/de/sta/tok.html

Goethe-Institut Kyoto 
Villa Kamogawa
Kawahara-cho 19-3, Yoshida, Sakyo-ku, 606-8305 Kyoto
JAPAN
Fon: +81 75 761-2188, Fax: +81 75 7529133 
E-Mail: info-villa-kamogawa(at)goethe.de, Internet: https://www.goethe.de/ins/jp/de/sta/kyo.html

Goethe-Institut Osaka 
Umeda Sky Bldg., Tower East 35F
1-1-88-3502, Oyodo-naka, Kita-ku, Osaka 531-6035
JAPAN
Fon: +81 75 7612188, Fax: +81 75 7529133
E-Mail: info-osaka-kyoto(at)goethe.de, Internet: https://www.goethe.de/ins/jp/de/sta/osa.html

Japan Foundation
4-4-1 Yotsuya, Shinjuku-ku, Tokyo 160-0004
JAPAN
Fon:+81 3 5369-6075, Fax:+81-(0)3-5369-6044
Internet: www.jpf.go.jp/e/index.html 

Sport- und Jugendverbände

Japan Sport Association (JSPO)
4-2 Kasumigaokacho, Shinjuku, Tokyo 160-0013
JAPAN
Internet:https://www.japan-sports.or.jp/english/

National Olympics Memorial Youth Center (NYC) 
3-1, Yoyogi kamizono-cho, Shibuya-ku, Tokyo 151-0052
JAPAN
Fon: +81 3 34692525
Internet: https://nyc.niye.go.jp/en/

National Council of YMCAS
7 Honshio-cho, Shinjuku-Ku, Tokyo 160-0003
JAPAN
Fon: +81 3 53676640, Fax: +81 3 53676641
E-Mail: info(at)ymcajapan.org, Internet: https://www.ymcajapan.org/

Einrichtungen und Träger der politischen und kulturellen Jugendbildung sowie der Jugendsozialarbeit

Japan Arts Council
Internet: https://www.ntj.jac.go.jp/english.html

Japan Initiative for Youth Development (JIYD)
4-10-63-302 Takanawa, Minato-ku, Tokio 108-0074
JAPAN
Fon: 03-3440-4486,  Fax: 03-3440-4447
E-Mail: info(at)jiyd.org, Internet: www.jiyd.org

Jugendinformationszentren

National Olympics Memorial Youth Center (NYC) 
3-1, Yoyogi kamizono-cho, Shibuya-ku, Tokyo 151-0052
JAPAN
Fon: +81 3 34692525
Internet: https://nyc.niye.go.jp/en/

Jugendunterkünfte

Japan Youth Hostels Inc. (Suidobashi Nishiguchi Kaikan)
2-20-7 Misaki-cho, Chiyoda-ku, Tokyo 101-0061 
JAPAN
Fon: +81 3 57380546,
E-Mail: info(at)jyh.or.jp, Internet: http://www.jyh.or.jp/index.html

Japan Hospitality Public Youth Hostel Group
http://www.japan-yh.com/

Einrichtungen und Organisationen der internationalen Jugendarbeit

IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Godesberger Allee 142 – 148, 53175 Bonn
Fon: 0228 9506-0, Fax: 0228 9506-199
E-Mail: info(at)ijab.de, Internet: https://ijab.de/

Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin (JDZB)
Koordinationsstelle für den Deutsch-Japanischen Jugendaustausch (DJJA)
Saargemünder Str. 2, 14195 Berlin
Fon: 030 83907-0, Fax: 030 83907-220
E-Mail: jdzb(at)jdzb.de, Internet: https://www.jdzb.de/

Deutsche Sportjugend (dsj) im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) e.V.
Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt am Main
Fon: 069 67000, Fax: 069 670269
E-Mail: info(at)dsj.de, Internet: https://www.dsj.de/

Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ)
Küppelstein 34, 42857 Remscheid
Fon: 02191 794390, Fax: 02191 794389
E-Mail: info(at)bkj.de, Internet: https://www.bkj.de/

KOPRA - Koordinationsstelle für Praktika e.V.
c/o Universität Duisburg-Essen, Institut für Ostasienwissenschaften
Lotharstraße 65, 47057 Duisburg
Fon: 0208 428790, Fax: 0203 3794157
E-Mail: info(at)kopra.org, Internet: https://www.kopra.org/

Deutsch-Japanische Jugendgesellschaft e.V.
Hardenbergstr. 12, 10623 Berlin
E-Mail: vorstand(at)djjg.org, Internet: http://djjg.org/

National Olympics Memorial Youth Center (NYC) 
3-1, Yoyogi kamizono-cho, Shibuya-ku, Tokyo 151-0052
JAPAN
Fon: +81 3 34692525
Internet: https://nyc.niye.go.jp/en/

International Youth Exchange Organization of Japan (IYEO) 
Tokyo Nori Gebäude 6F
2-35-14 Nihombashi Ningyocho, Chuo-ku, Tokio 103-0013
JAPAN
Fon: + 81 3 32490767, Fax: + 81 3 36392436
E-Mail: hq(at)iyeo.or.jp, Internet: https://www.iyeo.or.jp/en/eng/

Japan International Coorperation Agency (JICA) - Freiwilligendienste
Nibancho Center Building 5-25, Niban-cho, Chiyoda-ku, Tokyo 102-8012
JAPAN
Internet: https://www.jica.go.jp/english/

Japan International Volunteer Center (JVC) - Freiwilligendienste
6F Creative One Akihabara Bldg., 5-3-4 Ueno, Taito-ku, Tokio 110-8605
JAPAN
Fon: +81 3 38342388, Fax: +81 3 38350519
E-Mail: info(at)ngo-jvc.netURL: , Internet: https://www.ngo-jvc.net/en/

Never-ending International workCamps Exchange (NICE) - Internationale Workcamps
2-1-14-401 Shinjuku, Shinjuku-ku, Tokyo 160-0022
JAPAN 
Fon: +81 3 33587140, Fax: +81 3 33587149 
E-Mail: nice(at)nice1.gr.jp, Internet: http://nice1.sakura.ne.jp/e/indexe.html

International Youth Association of Japan KSKK
3rd Hanada Building 4F, 7-15-4 Nishigotanda, Shinagawa-ku, Tokyo 141-0031
JAPAN
Fon: +81 3 64179721, Fax: +81 3 64179724
E-Mail: info(at)kskk.or.jp Internet: http://kskk.or.jp/index.html

CIEE International Education Exchange Council - USA High School, Internship USA, Professional Cosmos Aoyama Gallery Floor
5-53-67 Jingumae, Shibuya-ku, Tokyo 150-8355
JAPAN
Internet: https://www.cieej.or.jp/

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Impressum aus Scrabblesteinen gelegt.
Impressum aus Scrabblesteinen gelegt. Bild: mih83 / pixabay.com

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Die Länderinfos zu JAPAN wurden zusammengestellt von: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. 

Letzte Aktualisierung: laufend

Kontakt: dija(at)ijab.de