Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich - PL

Aktionsfelder im Kinder- und Jugendbereich - Polen

Hier gibt's Infos zu Aktionsfeldern im Kinder- und Jugendbereich in Polen. Mehr lesen unter

Bildung und Beschäftigung

Bildung

Informationen zum Bildungssystem in Polen unter www.bildung-weltweit.de und in der Europäischen Enzyklopädie zu nationalen Bildungssystemen EURYPEDIA.

Beschäftigung

Die Erwartungen polnischer Jugendlicher an ihren ersten Job gelten zuallererst einer guten Bezahlung, gefolgt von guten Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit im Job. Aber auch Punkte wie Jobsicherheit, gute Anbindung der Arbeitsstelle, Tätigkeit entsprechend der Qualifizierung und freundliche Atmosphäre spielen für die Jugendlichen eine Rolle. In Polen begannen Jugendliche zwischen 2000 und 2007 durchschnittlich mit 22 zu arbeiten.

Im 3. Quartal 2011 waren bei den arbeitsfähigen Jugendlichen unter 24 Jahren 401 500 arbeitslos gemeldet (21,6 % der arbeitslosen Bevölkerung), bei den 25- bis 34-Jährigen 548 200 (29,4 % der arbeitslosen Bevölkerung).

Perspektiven gibt es für diejenigen, die in die vier Metropolen Warschau/Warszawa, Posen/Poznan, Breslau/Wroclaw und Krakau/Kraków ziehen. In einer Gegenüberstellung der Wojewodschaften ergibt sich bezüglich der regionalen Unterschiede folgendes Bild:

Arbeitslosigkeit nach Wojewodschaften und Altersgruppen
(Angabe in 1000, Stand Ende 1. Quartal 2014)

Wojewodschaftgesamtunter 24 Jahren25 - 34 Jahre 
Dolno?l?skie  155,321,942,1
Kujawsko-pomorskie151,727,642,9
Lubelskie136,427,545,0
Lubuskie  59,7  9,216,9
?ódzkie153,923,841,6
Ma?opolskie167,136,448,4
Mazowieckie287,446,280,9
Opolskie  52,2  8,6 14,2
Podkarpackie155,3 30,947,9
Podlaskie  71,013,421,0
Pomorskie116,220,932,7
?l?skie212,732,760,6
?wi?tokrzyskie 90,616,727,6
Warmi?sko-mazurskie115,7 20,732,9
Wielkopolskie145,9 28,343,0
Zachodniopomorskie111,016,830,2

Insbesondere in den Wojewodschaften Mazowieckie (Masuren; Region Centralny - Zentral), Ma?opolskie (Kleinpolen) und ?l?skie (Schlesien) (beide Region Po?udniowy - Süd) ist die Jugendarbeitslosigkeit sehr hoch.

(Quelle: Zentrales Statistisches Büro GUS)

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Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit 
Sport 

Laut Jugendbericht 2011 schätzen sich die polnischen Jugendlichen selbst als ehrlich, respektvoll gegenüber anderen, familienverbunden, bescheiden, feinfühlig in Bezug auf aktuelle Ereignisse und bei Problemen anderer ein. Sie unterstreichen ihre Sparsamkeit und ihr Normalsein. 

Jugendliche aus privilegierten Familien setzen noch mehr auf intellektuelle Werte und eine aktive Lebensgestaltung und unterliegen weniger dem Gruppenzwang als Jugendliche aus weniger betuchten Verhältnissen. Diese sehen die Welt viel emotionaler und ahmen häufiger nach. Moralische Werte wie Familie, Religiösität und Patriotismus haben bei diesen Jugendlichen einen höheren Stellenwert.

Sentimentale "Minimalist(inn)en" ohne hohe Ansprüche an das Leben sind jedoch in der Minderzahl bei den polnischen Jugendlichen (5 % der jungen Erwachsenen und 11,5 % der Jugendlichen). "Träumer/-innen" - Jugendliche, die viel erwarten, aber wenig Hoffnung auf Erfolg haben - machen 20 % der Jugendlichen aus. Zusammen mit den Minimalis(inn)en bildet diese Gruppe eine Minderheit. Die meisten Jugendlichen sind eher ehrgeizig und aktiv veranlagt. Die älteren Jugendlichen orientieren sich dabei stärker an der Mittelklasse und Statussymbolen, während die jüngeren Jugendlichen Spaß haben wollen, unkonventionelle Wege bei der Jobsuche beschreiten und sehr konsumfreudig sind.

(Quelle: Jugendbericht 2011 der polnischen Regierung, Seiten 43-45)

Gesundheit

Institutionen, die im Bereich der Drogenprävention aktiv sind, sind das Nationale Büro für Drogenprävention (Krajowe Biuro Do Spraw Przeciwdzia?ania Narkomaniihttp://www.kbpn.gov.pl/portal) und der Rat zur Bekämpfung von Drogensucht (seit 2001). Letzter hat koodinierende und beratende Funktion.

Laut Gesetz zur Bekämpfung der Drogensucht vom Juli 2005 sind die lokalen Regierungen (auf Provinz- und kommunaler Ebene) verpflichtet, eigene Programme zur Bekämpfung von Drogensucht zu entwickeln und umzusetzen. Im Rahmen dieser Programme können die lokalen Regierungen lokale und regionale Initiativen unterstützen, die zum Beispiel in Schulen angesiedelt sind, Eltern mit einbeziehen, der Fortbildung der Programmreferent(inn)en dienen, sich an gefährdete Jugendliche und deren Familien richten. Ein besondere Zielgruppe der Drogenprävention sind Jugendliche an Gymnasien, da sie als besonders gefährdet eingestuft werden. Auch in Grundschulen wird verstärkt Präventionsarbeit geleistet.

Die allgemeine Basis für die Umsetzung der Nationalen Antidrogenstrategie sowie eines Aktionsplans ist das Nationale Programm zur Bekämpfung der Drogensucht 2011-2016. Das grundsätzliche Ziel des Programms ist es, den Drogenkonsum zu senken und im Zusammenhang mit Drogen bestehende soziale und gesundheitliche Probleme abzubauen.

Für die jugendliche Zielgruppe wurde im Rahmen der nationalen Antidrogen-Kampagne “Narkotyki? Na co mi to?” (Drogen? Wozu?) eine Facebook-Seite eingerichtet, um junge Leute über das Thema Drogen zu informieren.

Drogenkonsum Verbreitungsgrad (2012) nach Alter in %

15-2425-3435-4445-5455-64
im bisherigen Leben   22,6  23,5  11,6   5,5   3,8
in den letzten 12 Monaten   13,0   7,2   2,0   0,8   1,0
in den letzten 30 Tagen    6,6   3,8   0,6   0,5   0,5

Cannabis wurde am häufigsten in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen konsumiert (21 %) undort häufiger von jungen Männern (29,3 %) als von jungen Frauen (12,5 %). Die meisten Konsument(inn)en von Amphetaminen (7,4 %) und Ecstasy (3,2 %) waren in der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen zu finden. Jede/r Fünfte in der Altersgruppe 25-34 und jede/r 10. in der Gruppe der 35- bis 44-Jährigen konsumierte Cannabis.

(Quelle: EMCDDA-National report 2013: Poland, veröffentlicht Mai 2014, letzter Zugriff 13.8.14)

Link
www.narkomania.gov.pl - Online-Drogenberatung des Nationalen Büros für Drogenprävention

Sport

Organisierter Breitensport für Jugendliche außerhalb von Schule und Universität spielt in Polen eine wesentlich geringere Rolle als in Deutschland. Das liegt sicher zu einem ganz wesentlichen Teil am Mangel an Sportstätten. Zwar sind in den letzten Jahren eine Reihe privater Einrichtungen entstanden, diese allerdings verfügen oft nur über wenig Raum und bieten daher meist nur Bodybuilding und Gymnastik an, noch dazu zu Preisen, die sich nicht jeder leisten kann. Besonders beliebte Sportarten sind Fußball und Basketball, daneben aber auch Urlaubssportarten wie Wandern, Segeln und Kanu fahren. 

Zwei große Verbände im Bereich des Schüler- beziehungsweise. Studentensports sind der Schulsportverband (Szkolny Zwi?zek Sportowy) und der Akademische Sportverband (Akademicki Zwiazek Sportowy). Letzterer unterhält ein Internationales Zentrum für Jugendaustausch (Mi?dzynarodowe Centrum Spotka? M?odzie?y).

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Partizipation und Citizenship

Politische Bildung
Freiwilliges Engagement

Politische Bildung

Der Begriff der politischen Bildung wird als solcher in Polen nicht benutzt, da Assoziationen mit politischer Indoktrination und dem sozialistischen System dabei kaum zu vermeiden sind. Dennoch gibt es, nur unter anderem Namen (Demokratieerziehung, staatsbürgerliche Bildung oder ähnliches), politische Jugendbildung im Sinne einer Vermittlung von Kenntnissen über Staat, Gesellschaft und politische Strukturen, einer Befähigung zur Wahrnehmung und Ausübung demokratischer Rechte und Pflichten. Angebote dieser Art machen unter anderem einige der in der Föderation Polnischer Begegnungsstätten (FPDS - Federacja Polskich Domów Spotka?) zusammengeschlossenen Häuser.

Parteipolitisches Engagement zeigt nur ein marginaler Teil der Jugendlichen. Zwar hat fast jede Partei eine ihr nahe stehende Jugendorganisation, doch sind deren Mitgliederzahlen verschwindend gering.

Seit vielen Jahren findet jährlich am 1. Juni, an dem in Polen der Internationale Kindertag begangen wird, das Kinder- und Jugendparlament (Sejm Dzieci i M?odzie?y) statt. Es wird vom seit 1994 bestehenden Zentrum für Politische Bildung (Centrum Edukacji Obywatelskiej) organisiert.

Freiwilliges Engagement

Informationen zum Thema "Freiwilliges Engagement (Voluntary Activities)" erhalten Sie im European Knowledge Centre for Youth Policy unter http://youth-partnership-eu.coe.int/youth-partnership/ekcyp/By_country/Poland.html 

Im April 2014 hat der Verein Klon/Jawor die Publikation 'Soziales Engagement der Polen' (Zaanga?owanie spo?eczne Polek i Polaków) herausgebracht. Daraus geht hervor, dass es unterschiedliche Formate und Auffassung vom Konzept des freiwilligen Engagements in Polen gibt. Unter anderem fließen hier ein: 

  • das freiwillige und unbezahlte Engagement in einer Organisation oder einem Verein,
  • das freiwillige und unbezahlte Engagement für Menschen außerhalb der Familie und des Freundeskreises sowie in der Gemeinde, Nachbarschaft etc., ohne dass ein Verein oder eine Organisation zwischengeschaltet sind,
  • die Freiwilligenarbeit für eine Kirche oder religiöse Organisation,
  • soziale Aktivitäten im Rahmen des zuvor genannten Engagements,
  • philanthropische Aktivitäten, also Geld- oder Sachspenden.

Ehrenamtlich engagieren sich etwa ein Drittel der Polinnen und Polen. 16 % helfen Menschen außerhalb der Familie und des Freundeskreises, 14 % sind in der Gemeinde aktiv. Ein Zehntel etwa engagiert sich in der Kirche. Fast drei Viertel aller Polinnen und Poeln hat 2013 Geld gespendet. Die meisten Spenden erhält dabei die Stiftung 'Großes Orchester der Weihnachtshilfe', die ihre Einnahmen zur Unterstützung Kranker, vor allem Kinder, einsetzt sowie zur Gesundheitsföderung und Präventionsarbeit.

Mehr zum Thema 'Freiwilligenarbeit' und die Studie zum Nachlesen (auf Polnisch erschienen) auf der Website von http://civicpedia.ngo.pl/wiadomosc/978536.html

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Kultur und Kreativität

Für den Bereich der kulturellen Bildung ist in Polen allgemein das Ministerium für Kultur und Nationales Erbe (Ministerstwo Kultury i Dziedzictwa Narodowego) zuständig. Für die kulturelle und künstlerische Bildungsarbeit im formalen Bereich gibt es im Kultusministerium eine eigene Abteilung, das Departament Szkolnictwa Artystycznego i Edukacji Kulturalnej. Kulturelle und künstlerische Bildung ist ein fester Bestandteil der polnischen Schul- und Lehrpläne.

Zuständig für internationale Kontakte des Kultusministeriums ist das Departement für internationale Zusammenarbeit (Departament Wspó?pracy z Zagranic?).

Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Polen zählt traditionell nicht zu den Einwanderungsgesellschaften in Europa, sondern hat sich eher als Auswanderungsland begriffen. Seit dem 19. Jahrhundert gab es große Auswanderungswellen vor allem nach Deutschland (Ruhrgebiet), Frankreich und in die USA. Der Fall des Eisernen Vorhangs hat noch einmal eine Welle der Auswanderung in Richtung Westen ausgelöst. Diese Sichtweise wandelt sich langsam und Polen versteht sich auch als Land, in dem sich Einwanderer in größeren Gruppen ansiedeln [Górny, A. et al., (Eds.). (2010). Poland: Becoming a Country of Sustained Immigration. IDEA Working Paper 10]. Die Einwanderer kommen unter anderem aus Belarus, der Ukraine, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Vietnam, Russland und China (Polnisches Statistikamt).

Nach Angaben des Polnischen Statistikamts liegt die Zahl der Auswandernden immer noch über der Anzahl der zuwandernden Personen, geht aber weiter langsam zurück, während die Zahl der Zuwandernden weiter steigt.

Jugendliche Migrant/-innen
Verlässliche Daten über jugendliche Migranten/-innen wurden bislang kaum erhoben. Die spezifische Problematik der Jugendlichen mit Migrationshintergrund rückt erst langsam in den Fokus der polnischen Politik. Die Integration dieser Jugendlichen erfolgt im Wesentlichen über das Bildungssystem und qualifizierten Polnischunterricht. Für das Schuljahr 2003/ 2004 hat das Bildungsministerium folgende Zahlen ausländischer Schüler-/innen veröffentlicht. Für diesen Zeitraum wurden 3437 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im polnischen Schulsystem ermittelt. 

Aufschlüsselung nach Schulformen:
Grundschule: 2 028
Sekundarbereich I: 714
Sekundarbereich II: 439
Allgemeine Berufsfachschule: 19
Berufsschule: 89
Postsekundäre Schulen: 133
Lehrerausbildung: 12
Kunsthochschule: 15
(Quelle: International Organisation for Migration, Vienna: Izabela Korys: Migrant youth in Poland - is a tide coming up? 2005

Seit 2001 gibt es eine Gesetzesregelung, die die schulischen Belange der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund regelt. Hiernach dürfen nicht schulpflichtige Kinder ohne polnische Staatsangehörigkeit die staatlichen Betreuungsangebote im vorschulischen Bereich wahrnehmen. Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 16 Jahren müssen bei einer kommunalen Verwaltung angemeldet werden. Diese Nicht-Muttersprachler-/innen haben in der Grundschule und der Sekundarstufe I seit 2004 das Recht auf kostenlosen zusätzlichen Polnischunterricht. Dieser kann für maximal ein Schuljahr bei mindestens zwei Unterrichtsstunden pro Woche gewährt werden. 2003 fand der erste Ausbildungszyklus für entsprechende Lehrkräfte statt, der vom Ministerium für Bildung und dem „Polonia“ Lehrerzentrum in Lublin organisiert wurde. In der Entwicklung der Unterrichtscurricula sowie bei der Ausbildung der Lehrer/-innen wird der Aspekt des interkulturellen Lernens seit 2002 verstärkt berücksichtigt. 
(Quelle: Integrating immigrant children into schools in Europe. Poland: national description 2003/04 by Eurydice)

2011 hat Polen die Migrationspolitik einer Prüfung unterzogen. Zukünftig soll noch mehr Gewicht auf die Integration von Migrant(inn)en in die polnische Gesellschaft gelegt werden. Integrationsprogramme sollen den Migrant(inn)en dabei helfen, sich in die polnische Gesellschaft zu integrieren, in dem sie die Sprache lernen, sich weiterqualifizieren, um passende Arbeit und dementsprechend auch passenden Wohn raum zu finden. Unterstützt wird auch die Idee der Gründung von Vereinen, in den polnische Bürger/-innen und Migrant(inn)en zusammenkommen. Die Integrationsförderung der Kinder und Jugendlichen soll weiterhin über das Bildungssystem erfolgen.
(Quelle: www.msw.gov.pl/portal/en/1/653/New_migration_policy_in_Poland.html gesehen 2.2.2012)

Am 1. Mai 2014 trat ein Gesetz in Kraft, das Ausländern aus Drittstaaten den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern soll. Im Dezember 2014 beschloss die polnische Regierung das Strategiedokument „Polnische Migrationspolitik“. Damit wird eine gezieltere Anwerbung ausländischer Studierender sowie Arbeitsmigranten mit gefragten Berufen angestrebt.
(Quelle: www.migration-info.de//artikel/2015-03-19/polen-aktuelle-entwicklungen-fordern-neue-migrationspolitische-ansaetze gesehen 20.3.2015)

Links
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/13631/ - Link zur Dissertation von Ziolek-Skrzypczak, Magdalena (2011): Managing Integration of Immigrant Youth in the United States, Germany, and Poland. LMU München: Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften (in Englisch)
www.focus-migration.de/Polen_Update_02_200.2810.0.html - Länderprofil Polen, Migration und Bevölkerung, Januar 2008
www.bpb.de/themen/F9K0YR,0,0,Polen.html - Dossier 'Migration' Polen der Bundeszentrale für politische Bildung
www.e-politik.de/wissenswerte/migration/ - WissensWerte – Infografiken 'Migration'

Jugendsozialarbeit und Hilfen für Kinder

In Polen engagieren sich viele Organisationen und Vereine, die aus spontanen Initiativen entstehen, vor allem im Bereich der Hilfe und Selbsthilfe für Kinder, Jugendliche und kranke Kinder. Auch die katholische Kirche engagiert sich im Bereich der Familiensozial- und der Jugendarbeit.

Von staatlicher Seite werden zahlreiche Maßnahmen unternommen, die in den Bereich der Jugendsozialarbeit fallen. Hier sei zum Beispiel das Gesetz über die Beschäftigung und Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit erwähnt, das selbstverständlich auch die Förderung jugendlicher Arbeitsloser mit einbezieht. Neben diesem Gesetz existieren noch weitere gesetzliche Regelungen und staatliche Organisationen, die im Bereich der Jugendsozialarbeit tätig sind. Auch die im April 2003 vom Ministerium für nationale Bildung und Sport verabschiedete Entwicklungsstrategie bis 2010 für lebenslanges Lernen hat zum Ziel, die „hohe Arbeitslosigkeit, vor allem bei jungen Leuten bis 35 Jahre“ zu senken. 

Einen Dachverband für die Belange der Jugendsozialarbeit gibt es in Polen nicht.

Polen ist Mitglied des European Network of Ombudsmen for Children (ENOC). In diesem Netzwerk sind unabhängige Büros für Kinder in europäischen Ländern zusammengeschlossen, die sich für die Verwirklichung der UN-Kinderrechtskonvention einsetzen. Sie unterstützen eine gemeinsame Lobbyarbeit für die Kinderrechte, tauschen Informationen und politische Strategien aus und werben für die Entwicklung effektiver unabhängiger Kinderbüros. - Informationen zum polnischen Büro gibt es unter http://www.brpd.gov.pl

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Zentrale Einrichtungen und Organisationen

Zuständig für Jugendfragen ist in der Regierung vor allem das Ministerium für Nationale Bildung (Ministerstwo Edukacji Narodowej), hier insbesondere die Abteilung für Bildungsmöglichkeiten (Departament Zwi?kszania Szans Edukacyjnych, DZSE).

Fragen der allgemeinen deutsch-polnischen Kooperation behandelt im Ministerium die Abteilung für Strategien und Internationale Zusammenarbeit (Departament Strategii i Wspó?pracy Mi?dzynarodowej).

Zusammenarbeit mit Deutschland

Derzeit ist der Austausch zwischen polnischen und deutschen Jugendlichen die intensivste bilaterale Zusammenarbeit, die von Polen aus gepflegt wird.

Die zentrale Einrichtung zur Förderung und Koordinierung des deutsch-polnischen Jugendaustausches ist das Deutsch-Polnische Jugendwerk (Polsko-Niemiecka Wspó?praca M?odzie?y). Das Büro in Potsdam ist zuständig für die Förderung des außerschulischen Jugendaustauschs (außer Sport). Das Büro in Warschau ist zuständig für die Förderung von Schüleraustausch, sportlicher Jugendbildung und Lehrerfortbildung.

Das DPJW wurde 1993 auf der Grundlage des Abkommens über den deutsch-polnischen Jugendaustausch und des Abkommens über das Deutsch-Polnische Jugendwerk gegründet. Zum Jahresende 2008 vermeldete das DPJW mehr als 1,9 Millionen Teilnehmer/-innen an den bisher von ihm geförderten Projekten, das heißt durchschnittlich treffen sich jährlich 130 000 junge Deutsche und Polen.

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Zusammenarbeit mit anderen Ländern

Internationale Zusammenarbeit im Bereich der Jugend pflegt Polen derzeit im Wesentlichen mit folgenden Ländern: Deutschland, Frankreich, Ukraine, Israel, Italien, Ungarn, Großbritannien, Russland, Litauen, Slowakei und Weißrussland. Mit diesen Ländern existieren Regierungsabkommen oder Abkommen über den Jugendaustausch und wurden in den letzten Jahren zahlreiche Projekte und Programme durchgeführt und in der Regel vom Ministerium für Nationale Bildung kofinanziert. 

Neben dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk (siehe Zusammenarbeit mit Deutschland), das auch trinationale Maßnahmen fördert und unterstützt, ist für multilaterale Projekte das polnische Büro des europäischen Programms Erasmus+ JUGEND IN AKTION zuständig.

Das Zentrum für Polnisch-Russischen Dialog und Verständigung (Centrum Polsko-Rosyjskiego Dialogu i Porozumienia) initiiert, unterstützt und fördert Jugendaustauschprogramme zwischen Russland und Polen. In den Programmen sollen Jugendliche sich mit dem heutigen Russland beziehungsweise Polen vertraut machen und ihre Kenntnisse in der Geschichte und Kultur des jeweils anderen Landes verbessern.

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Mobilität

Genaue und detaillierte Aussagen über das spezifische Reiseverhalten der polnischen Jugendlichen lassen sich nur schwer treffen. Im Jugendbereicht 2011 der polnischen Regierung wird konstatiert, dass rund 1 800 000 junge Pol(inn)en zwischen 15 und 19 Jahren (Anteil von 73 % in dieser Altersgruppe) auf die ein oder andere Art reisen: vor allem Reisen über einen längeren Zeitraum (mehr als 5 Tage) und dies innerhalb des Landes (48 % der 15- bis 19-Jährigen) oder aber längere Reisen ins Ausland (25 % in der Altersgruppe 15-29). 

Nicht alle Jugendlichen können sich den Traum vom Reisen erfüllen. Der Jugendbericht sieht die Jugend in den Städten mit über 100 000 Einwohner(inne)n als privilegiert an, denn diese Jugendlichen verreisen dreieinhalbmal so oft wie die Gleichaltrigen, die auf dem Land leben. Wirtschaftliche Gründe (bei 52 %) stehen dem Reisen im Wege, ebenso fehlender Antrieb (18 %) oder organisatorische Probleme (12 %). Meistens organisieren sich die Jugendlichen ihre Reisen selbst (68 %). Reisebüros kommen kaum bei den Jugendlichen (12 %) zum Einsatz. Immer weniger Schulen, Betriebe oder Organisationen bieten Reisemöglichkeiten an. Dies reduziert die Chancen für Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien, zu verreisen. 2009 verreisten 33 % aller Schüler/-innen beziehungsweise Studierenden gar nicht in den Ferien.

Junge Familien nutzen die Wochenenden für Ausflüge auf's Land. Billigflüge, günstige Übernachtungen oder die Nutzung der Kontakte aus sozialen Netzwerken tragen dazubei, dass immer mehr junge Pol(inn)en reisen mit ihrer Familie in Europa reisen oder Rucksack"-Tourismus machen. Kurztrips oder "Couch Surfing" erfreuen sich großer Beliebtheit bei jungen Leuten.
(Quelle: Jugendbericht 2011 der polnischen Regierung, Seiten 250-252)

Polen ist Mitglied in der European Youth Card Association (EYCA). Informationen zu Vergünstigungen mit der Europäischen Jugendkarte EURO26 (und jede Menge weiterer Informationen zu kulturellen Veranstaltungen, Reiseangeboten, ...) gibt es unter http://www.euro26.pl.

Ebenso ist Polen Programmland im europäischen Programm Erasmus+ JUGEND IN AKTION. Die polnische Nationalagentur für die Umsetzung des Programms (Narodowa Agencja Programu M?odzie?y) ist die Fundacja Rozwoju Systemu Edukacji mit Sitz in Warschau.

Weitere Informationen zu Polen für junge Leute auf dem Europäischen Jugendportal: http://europa.eu/youth/PL_de

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Jugend in der Welt

Informationen zum Thema "Jugend in der Welt (Youth in the World)" erhalten Sie im European Knowledge Centre for Youth Policy.

Notizzettel mit der Aufschrift "Impressum". Foto: stock.xchng - BSK
Notizzettel mit der Aufschrift "Impressum". Foto: stock.xchng - BSK

Impressum - Polen

Die Länderinfos zu POLEN wurden zusammengestellt von: IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit Marta Gebala und Sebastian Kraft

Letzte Aktualisierung: August 2014

Kontakt: dija(at)ijab.de