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Kinder- und Jugendmigrationsreport 2020 des Deutschen Jugendinstitut erschienen (23.06.2020)

Die weltweite Migration ist neben dem Klimawandel eine der großen Herausforderungen der Gegenwart. Grundfragen in dieser Dimension verändern auch die Gesellschaft in Deutschland. So haben mittlerweile mehr als ein Drittel aller Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren in Deutschland einen Migrationshintergrund (34 Prozent im Jahr 2017). In vielen westdeutschen Ländern liegt er inzwischen bei über 40 Prozent; in manchen Großstädten hat mehr als jedes zweite Kind eine Zuwanderungsgeschichte.

Mit welchen aktuellen Herausforderungen aufgrund der geänderten Bedingungen der vergangenen Jahre das Aufwachsen in Deutschland verbunden ist, beschreibt das Deutsche Jugendinstitut (DJI) ganz aktuell in einem datenbasierten Sozialbericht, dem „DJI-Kinder- und Jugendmigrationsreport 2020", der kostenlos heruntergeladen werden kann. 

Für Politik und Fachöffentlichkeit bietet der Bericht eine Reihe wichtiger Ergebnisse auf Basis der neuesten Daten amtlicher Statistiken und repräsentativer Surveys. Schlaglichtartig seien genannt: Die Kita ist der zentrale Ort für den Spracherwerb der deutschen Sprache – Familien mit Migrationshintergrund bekommen häufig die gewünschten Betreuungsplätze nicht – In jeder 5. Kita haben mehr als 50 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund – Der Übertritt ans Gymnasium gelingt Kindern mit Migrationshintergrund seltener, doch es zeichnet sich eine positive Entwicklung ab – auch bei den Schulabschlüssen holen Migrantinnen und Migranten auf.

Nach einem umfassenden Überblick zur Entwicklung der Zuwanderung von jungen Menschen in Deutschland thematisiert der Bericht den familialen Alltag, die Freizeitgestaltung von Migrantinnen und Migranten, den Erwerb von schulischen und beruflichen Qualifikationen im Bildungssystem, die besonderen Lebensbedingungen von geflüchteten Kindern und Jugendlichen sowie die insbesondere für diese Gruppe relevanten Angebote der Kinder-und Jugendhilfe, wie die Inobhutnahmen und die Hilfen zur Erziehung. Verglichen werden junge Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, aber auch die verschiedenen Migrationsgenerationen: Nur gut ein Viertel (26 Prozent) der unter 25-Jährigen mit Migrationshintergrund ist selbst nach Deutschland zugewandert – zum Beispiel auf der Flucht oder im Rahmen der EU-Binnenmigration – und gehört damit der ersten Generation an. Knapp drei Viertel (73 Prozent) sind hier geboren und leben bereits in der zweiten oder dritten Generation im Land.

Das Deutsche Jugendinstitut e.V. (DJI) wurde 1963 gegründet und ist mit 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eines der größten sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitute Europas. Es erforscht die Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien, berät Bund, Länder und Gemeinden und liefert wichtige Impulse für die Fachpraxis.

Der Report liefert neue Analysen, verlässliche Daten und Fakten, deren Kenntnis für alle Wissenschaftler, Politiker, Fachleute und an dem Thema Interessierten unabdingbar sind, wenn sie mit diesen Themen in Berührung kommen, sich mit ihnen beschäftigen oder sich ein eigenes Urteil bilden wollen.

Quelle: Deutsches Jugendinstitut e.V.